Jeff Kinney - Autor
© Filip Wolak

Jeff Kinney

Jeff Kinney ist New York Times-Bestsellerautor und wurde für seine Serie Gregs Tagebuch bereits sechs Mal mit dem Nickelodeon Kids' Choice Award in der Kategorie Lieblingsbuch ausgezeichnet. Das Time Magazine zählte ihn zu den hundert einflussreichsten Menschen der Welt. Er ist außerdem Gründer der Website Poptropica, die vom Time Magazine zu den fünfzig besten Websites gewählt wurde. Jeff Kinney verbrachte seine Kindheit in der Nähe von Washington, D.C., und zog 1995 nach Neuengland. Mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebt er in Massachusetts, wo sie die Buchhandlung An Unlikely Story besitzen.

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Interview

Jeff Kinney erzählt im Interview über sein neues Buch "Ruperts Tagebuch - Zu nett für diese Welt!" | 07.05.2019

Sie haben 13 Gregs-Tagebuch-Romane geschrieben. Wann kam die Idee zu einem Buch über seinen Freund Rupert?Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, eine kurze Rupert-Story zu schreiben, die an Millionen von Schulkindern in den USA verteilt wurde. Später erweiterte ich diese Story für ein britisches Pu...

Sie haben 13 Gregs-Tagebuch-Romane geschrieben. Wann kam die Idee zu einem Buch über seinen Freund Rupert?
Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, eine kurze Rupert-Story zu schreiben, die an Millionen von Schulkindern in den USA verteilt wurde. Später erweiterte ich diese Story für ein britisches Publikum zum Weltbuchtag. Und mir gefiel es ausgesprochen gut, Rupert eine Stimme zu geben. Deshalb beschloss ich, ein ganzes Buch aus seiner Sicht zu schreiben. Ich habe es wirklich genossen, mich in ihn hineinzuversetzen! Er war schon immer mein Lieblingscharakter aus Gregs Tagebüchern, weil er so ein unschuldiges, unverdorbenes Kind ist.
War es schwierig, das gleiche Setting aus einer anderen Perspektive zu beschreiben?
Es war eine lustige Herausforderung, die Gregs-Tagebuch-Welt mit Geschichten zu füllen, von denen Kinder noch nichts gehört hatten. Gregs Tagebücher sind episch und filmisch, aber Ruperts Geschichten sind sehr klein. Es sind die Geschichten einer Freundschaft.
Ruperts Buch hat etwas andere Illustrationen, zum Beispiel zeichnet er keine Nasen in die Gesichter. Ist es während Ihrer Arbeit passiert, dass Sie manchmal zum Greg-Stil gewechselt haben?
Ich habe versucht, das ganze Buch hindurch im Stil von Rupert zu bleiben. Ab und zu sehen wir Gregs Handschrift, aber zum größten Teil ist dies Ruperts Welt.
Wendet sich RUPERTS TAGEBUCH an die gleiche Leserschaft wie GREGS TAGEBÜCHER oder unterscheiden sie sich im Alter?
Ich vermute, die Leserinnen und Leser von Ruperts Tagebuch sind eher etwas jünger. Aber der Humor ist genauso anspruchsvoll wie in Gregs Tagebüchern. Ich nehme an, dass einige Kinder zum ersten Mal durch Ruperts Buch in das Greg-Universum einsteigen werden.
Greg spielt Rupert die ganze Zeit Streiche und nutzt ihn aus. Dennoch sind sie beste Freunde. Gibt es ein echtes Vorbild für die Freundschaft solch ungleicher Jungen in Ihrer Umgebung?
Meiner Meinung nach gibt es diese Art von Beziehungen überall, sowohl unter Kindern als auch unter Erwachsenen.
RUPERTS TAGEBUCH ist seit einigen Tagen auf dem Markt. Wie haben Ihre Fans reagiert?
Bisher scheinen es die Leser wirklich zu mögen! Ich habe viele gute Rezensionen gelesen, und Kinder aus meinem Bekanntenkreis mögen es auch. Es haben mir sogar einige Kinderbuchautoren, die ich sehr bewundere, geschrieben und mir gesagt, dass ihnen das Buch gefällt.
Welches Buch gefällt Kindern besser?
Das ist im Moment schwer zu sagen! Ich denke, Kinder werden Gregs Tagebücher immer als die "offiziellen" Bücher betrachten, aber hoffentlich werden die Kinder auch Rupert in ihr Herz schließen.
Ruperts kindliche Sicht der Dinge macht es noch deutlicher, wie gemein Greg seinen Freund oft behandelt. Ruperts Vater kann Greg überhaupt nicht leiden. Gab es Kommentare von den Kindern?
Der große Witz von Gregs Tagebüchern ist, dass Greg Heffley egozentrisch und selbstbewusst ist, und sein Verhalten rechtfertigt eigentlich in keinster Weise, warum er sein Leben dokumentiert. Der zentrale Witz von Ruperts Buch ist ähnlich. Rupert verehrt Greg und willigt ein, seine Biografie zu schreiben, aber er lässt ihn schlecht aussehen. Ich musste einen schärferen Kontrast zwischen Ruperts kindlicher Unschuld und Gregs unschönem Verhalten schaffen, damit der zentrale Witz funktioniert.
In welcher Ihrer Figuren steckt mehr von Jeff Kinney, in Greg oder in Rupert?
Leider bin ich mehr wie Greg. Aber ich wünschte, ich könnte mehr wie Rupert sein.
Als Sie Ihren ersten Greg-Heffley-Roman schrieben, hatten Sie keine Ahnung, was für eine weltweite Erfolgsgeschichte Sie erleben würden. Mit Ruperts Buch ist es jetzt anders, er ist Teil eines großen Greg-Imperiums, auf dem Sie aufbauen. Was hat an der Arbeit am Buch überwogen - frei schreiben zu können, weil es eine ganz neue Geschichte ist, oder haben Sie einen gewissen Erfolgsdruck gespürt?
Ruperts Buch gibt mir viel Freiheit. Ich habe das Gefühl, dass jedes von Gregs Tagebüchern in vielerlei Hinsicht an das Vorgänger-Buch anknüpfen muss. Aber in Ruperts Buch konnte ich ganz viele verschiedene Ideen ausprobieren.
Was wird die Zukunft bringen, mehr Bücher von Rupert oder vielleicht sogar Bücher aus der Sicht von Gregs Brüdern?
Ich hoffe, dass ich mehr Bücher aus Ruperts Perspektive schreiben kann. Aber es hängt alles davon ab, ob Kinder Rupert als Hauptfigur annehmen oder nicht.
Woran arbeiten Sie gerade?
Ich schreibe Witze für das Gregs 14. Tagebuch, das im Herbst herauskommt!

Interview

Interview | 02.07.2012

Der Amerikaner Jeff Kinney ist mit Gregs Tagebuch weltbekannt geworden und seine witzig-freche Hauptfigur Greg Heffley bringt nahezu alle Jungs zwischen 8 und 12 Jahren zum Lesen – und die Väter gleich dazu. Im Interview verrät der Bestsellerautor, der nach eigener Aussage wie Butt-Head aus Beavis &...

Der Amerikaner Jeff Kinney ist mit Gregs Tagebuch weltbekannt geworden und seine witzig-freche Hauptfigur Greg Heffley bringt nahezu alle Jungs zwischen 8 und 12 Jahren zum Lesen – und die Väter gleich dazu. Im Interview verrät der Bestsellerautor, der nach eigener Aussage wie Butt-Head aus Beavis & Butt-Head aussieht, warum Greg so lustig ist und was er macht, wenn er gerade nicht schreibt oder Comics zeichnet.
Ihre Bücher sind in Deutschland wahnsinnig beliebt und seit Monaten auf den Bestsellerlisten. Freuen Sie sich über die vielen Fans in Deutschland?
Ich freu mich riesig über so viel Fans in Deutschland. In Deutschland wurden Gregs Tagebücher sehr schnell begeistert aufgenommen. Und das werde ich niemals vergessen. Ich bin schon sehr aufgeregt, dieses Jahr nach Deutschland zu kommen und einige meiner Fans zu treffen!
„Gregs Tagebücher“ werden weltweit veröffentlicht. Hätten Sie diesen Erfolg auch nur annähernd erwartet?
Ich habe niemals damit gerechnet, dass meine Bücher überhaupt veröffentlicht werden! Ich habe auch sicherlich nicht damit gerechnet, dass die Bücher so unglaublich erfolgreich werden würden. Ich dachte eigentlich, dass sie zu merkwürdig sind.
Wie sind Sie auf die Ideen für Gregs Tagebuch gekommen?
Ich wollte eine Geschichte über die witzigen Seiten der Kindheit schreiben und nicht über die ernsten. Ich hatte eine eher normale Kindheit, aber mit vielen lustigen Situationen. Und so entschied ich mich dazu, ein Buch darüber zu schreiben, wie es wirklich ist, ein Kind zu sein bzw. wie es für mich war. Mein Ziel dabei war es, die Leute zum Lachen zu bringen.
Sind das alles wahre Geschichten aus Ihrer Kindheit?
Viele Geschichten aus Gregs Tagebuch habe ich selbst erlebt. Ich habe fast vier Jahre damit verbracht, mir all die lustigen Erlebnisse und Begegnungen meiner jungen Jahre wieder in Erinnerung zu rufen. Die Geschichten im Buch entsprechen zwar nicht ganz genau der Wirklichkeit, aber trotzdem sind sie in gewissem Sinne wahr – nur dass ich sie in meinen Büchern etwas überzeichne.
Ist Greg Heffley ein gutes Vorbild?
Nein, nicht wirklich. Greg ist egoistisch und nicht mal nett zu seinem besten Freund. Ich denke zwar nicht, dass Greg böse ist, aber er hat wie wir alle seine Fehler. Ich hoffe, die Leser verstehen, dass ihn gerade das so witzig macht. Charaktere, die immer das Richtige tun, finde ich eher langweilig. Ich wollte einen Charakter entwerfen, der realistischer ist.
Greg scheint ständig in Schwierigkeiten zu geraten und ist nie nett zu irgendjemandem. Mögen Sie ihn eigentlich als Person?
Das ist eine großartige Frage! Als ich das Buch geschrieben habe, hatte ich so meine Probleme mit der Tatsache, dass Greg keine liebenswerte Person ist. In den meisten Büchern ist der Protagonist ja ein Sympathieträger, aber Greg hat nicht gerade viele versöhnliche Eigenschaften. Ich hoffe, dass den Lesern die Geschichte trotzdem gefällt. Aber er ist durchaus lernfähig: Seid also nicht überrascht, wenn sich Greg vielleicht doch noch verändert ...

Wie lange haben Sie an ihrem ersten Buch geschrieben?

Es waren insgesamt neun Jahre. Ich habe vier Jahre dafür gebraucht, um die Idee zu entwickeln, und vier weitere Jahre fürs Schreiben und Zeichnen der Story. Dann hat es bis zum Druck noch ungefähr ein Jahr gedauert.
Kommen wir nochmal auf Ihren außergewöhnlichen Erfolg zurück. Können Sie noch in Ruhe einkaufen?
Irgendwie hat sich mein Leben überhaupt nicht verändert. Beim Einkaufen oder auf der Straße werde ich nicht erkannt, auch nicht in meinem Wohnort. Mein Leben ist eigentlich nur dann etwas außergewöhnlicher, wenn ich mit meinen Büchern auf Tour bin.
Gibt es eine Kinney-Formel für garantierte Bestseller?
Nein, aber ich arbeite sehr hart daran, gute Witze zu schreiben und versuche meine Bücher so gut wie möglich zu gestalten, wie es eben in der mir vorgegebenen Zeit erlaubt ist.
Waren Sie schon mal in Deutschland?
Ja, mit ungefähr 14 Jahren. Ich habe einen Kurztrip durch Europa gemacht und für einen Tag eine kleine deutsche Stadt besucht. Es war sehr aufregend, aber zu dieser Zeit war das Reisen in ein nicht Englisch sprechendes Land für mich eher erschreckend. Jetzt freue ich mich, es zu wiederholen – nun, da ich ein wenig klüger und tapferer bin.
Was machen Sie lieber: schreiben oder Comics zeichnen?
Ich habe mit beidem so meine Schwierigkeiten. Leider bin ich ein sehr langsamer Zeichner und in Gregs Tagebuch gibt es ja unglaublich viele Illustrationen. Manchmal kommt der Spaß an der Arbeit da etwas zu kurz, wenn ich bedenke, wie lange ich für all die Illustrationen brauche … Wenn Wort und Bild zusammengefügt werden, ist das allerdings ein ganz besonderer Moment für mich. Es ist toll zu sehen, wie die Ideen aus deinem Kopf auf der Seite Gestalt annehmen.
Was ist das Beste daran, ein Schriftsteller zu sein?
Das Beste daran ist der Moment, in dem man das gedruckte Buch in seinen Händen hält. Als ich noch aufs College ging, habe ich einmal ein Buch mit meinen Comics veröffentlicht. Ich werde nie das Gefühl vergessen, wie es war, das Buch zum ersten Mal durchzublättern.
Und was ist das Schwierigste daran?
Das Schwierigste daran ist, kritisch gegenüber dem eigenen Text zu sein. Es ist sehr leicht, einfach alles aufzuschreiben, was einem so durch den Kopf geht, und voilà!, da ist das Buch. Aber das wäre dann möglicherweise kein gutes. Ich musste mich bei Gregs Tagebuch geradezu zur Besonnenheit zwingen. Ich habe viel zu schnell geschrieben und vieles von dem Material war nicht besonders lustig, wie ich dann feststellte. Bevor ich also mit dem richtigen Buch angefangen habe, habe ich zunächst 77 Ideenblätter geschrieben, und nur die besten Ideen davon wollte ich verwenden. 80 Prozent der ursprünglichen Ideen sind dabei im Papierkorb gelandet.
Was machen Sie gerne, wenn Sie nicht gerade schreiben oder zeichnen?
Ich habe ja auch noch einen „echten“ Beruf als Onlinespieleentwickler und -designer, den ich sehr mag. Außerdem unternehme ich gern etwas mit meinen Söhnen Will und Grant und natürlich mit meiner Frau Julie. Zwei Mal in der Woche gehe ich zum Volleyball, und ich bin immer für die neuesten Reality-Shows im Fernsehen zu haben.
Sind Sie eigentlich ein Star Wars-Fan?
Ja, klar! Star Wars hat mich als Kind sehr beeindruckt. Und ich kann die Begeisterung dafür gut verstehen!

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