Depression abzugeben
 - Uwe Hauck - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Politik und Gesellschaft
Taschenbuch
429 Seiten
Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-60922-2
Ersterscheinung: 13.01.2017

Depression abzugeben

(28)

Seelische Erkrankungen verschleppt man oft und das kann schiefgehen. Uwe Hauck möchte über das Tabuthema Depressionen aufklären, den Betroffenen die Angst vor Psychiatrien nehmen und einen Einblick in das geben, was einem in der Klapse erwartet. Offen, schonungslos und unterhaltsam lässt er uns an seinem Therapieverlauf teilnehmen und spart nicht mit Anekdoten über Beschäftigungsmaßnahmen, wie Korbflechten, Maltherapien oder Ausdruckstänzen. Denn die Klapse ist nichts anderes als ein Krankenhaus für gebrochene Seelen, und eigentlich sind in der Klapse eher normale Menschen, die mit dem Wahnsinn da draußen nicht mehr fertig werden, so der Autor. 

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Rezensionen aus der Lesejury (28)

Leseratte77 Leseratte77

Veröffentlicht am 16.05.2017

Hut ab!

Uwe Hauck beschreibt eine Lebensphase seines eigenen Lebens. Ehrlich und ohne Zensur. Manches ist so ehrlich, dass auch aus Sicht der Vergangenheit man als Nahestehender (zum Beispiel seine Frau) verschiedene ... …mehr

Uwe Hauck beschreibt eine Lebensphase seines eigenen Lebens. Ehrlich und ohne Zensur. Manches ist so ehrlich, dass auch aus Sicht der Vergangenheit man als Nahestehender (zum Beispiel seine Frau) verschiedene Situationen anzweifelt.

Nach einem, zum Glück, missglückten Selbstmordversuch und Einweisung in die geschlossen Abteilung der Psychiatrie gibt er Einblicke in die Gedankengänge die man als Betroffener hat. Nach wie vor der Todesgedanke, der zu Beginn ist oder die wachsame Frage der Betreuer und Ärzte "Wie geht es uns? - Noch Selbstmordgedanken?" nerven vom ersten Tag an. Misstrauen guckt um alle Ecken. Die Familie hat Verständnis aber auch Zweifel.

Über alle diese Erlebnisse berichtet Uwe Hauck aus seiner Sicht des Erlebten, aus Sicht Betroffener der anderen Seite und in Form der Familie, die sich nicht immer in die Situation hineinversetzen kann.

Nach der Betreuung in der geschlossenen "Klappse" wechselt er in die Tagesbetreuung. Das Programm in den Einrichtungen ist sehr ähnlich: Beschäftigung, Malen, Ergo- und Bewegungstherapie. Er muss wertgeschätzte Menschen zurück lassen aber lernt ebenso neue Patienten mit ähnlichen oder anderen Schicksalen kennen. Jeder Patient hat seine Geschichte und alle Mitbetroffenen helfen sich gegenseitig durch Verständnis, Zuhören und mitfühlen - besser als manche Therapie.

Er geht auf viele Themen speziell (Nebenwirkungen von Antidepressiva) ein, aber aus seiner Sicht. Er schreibt alles mit viel Witz und Würze. Eigentlich ist es ein Aufklärungswerk sowohl für Betroffene als auch zum Verständnis von Angehörigen.

Nach dem Abschluss der Tagesklinik lässt er sich auf "zu Hause" ein. Schwierig ohne Beschäftigung, ohne Gespräche der anderen Patienten, ohne Antrieb zu Bewegung. Der Alltag ist schwer. Er nimmt an einem befreienden Barcamp teil, bei dem er von seinen Erfahrungen aus der "Klappse" berichtet und schon positives Feedback erhält. Das war sicherlich der Ausschlag gebende Punkt die Krankheit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
In der fünfwöchigen Reha will er sich nochmal erholen - aber Panik und Angst fahren mit zur Reha und besuchen ihn auch.
Nach ca. einem Jahr Krankheit und Therapie kommt der Einstieg ins Berufsleben - viel zu schnell.

Ich kann Uwe Hauck zu diesem Buch nur gratulieren, er spricht viele Punkte an die akzeptiert werden müssen von der Gesellschaft. es war ein Kampf ums eigene Ich und den hat er mit Bravur bestanden.
Super Buch. Sehr empfehlenswert.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Squirrel Squirrel

Veröffentlicht am 16.05.2017

Verständnis abzugeben

Das Cover finde ich sehr gut gestaltet und läßt bereits tief blicken, wie eine Depression einen Menschen verstören kann.
Uwe Hauck berichtet vom Beginn seiner Depression, bis zum Suizidversuch und der ... …mehr

Das Cover finde ich sehr gut gestaltet und läßt bereits tief blicken, wie eine Depression einen Menschen verstören kann.
Uwe Hauck berichtet vom Beginn seiner Depression, bis zum Suizidversuch und der anschließenden Therapie. Zum Glück für ihn und seine Familie bleibt es beim Versuch und er überlebt. Der Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik wird offen und witzig erzählt. Der Humor ist stark vertreten und macht das Buch trotz des ernsten Themas zu einer amüsanten Unterhaltung.
Ich konnte viel mitnehmen und viel lernen, z.B. wie man sich einem depressiven Menschen gegenüber am Besten nicht verhalten soll.
Man liest von Dialogen zwischen den Patienten erfährt, wie schwer es für viele ist, im normalen Alltag zu funktionieren.
Das Buch ist meiner Meinung nach für beide Seiten lesenswert. Nicht nur ein depressiver Mensch kann für sich viel mit nehmen, auch ein "normaler" Mensch lernt viel dazu.

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Tinchen13 Tinchen13

Veröffentlicht am 18.01.2017

Ein Sachbuch, dass die Erkrankung "Depression" näher bringt, sehr zum nachdenen anregt und voller weiser Worte steckt.

Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum ... …mehr

Erfahrungen #ausderklapse

Meine Rezension zu diesem besonderen Buch möchte ich in 2 Kriterien aufteilen. Zum einen, in die Erkenntnisse, die ich zum Umgang mit psychisch Erkrankten gewonnen habe und zum anderen, worauf ich bei mir selbst achten möchte, bzw. was mir über mich selbst klargeworden ist.

Ich glaube, jeder kennt mindestens eine Person in seinem näheren Umfeld, mit einer psychischen Krankheit. Auch ich kenne (wissentlich) zwei Personen mit Depressionen und eine Person mit Borderline.
Ich muss zugeben, bei den beiden mit Depressionen habe ich typisch unwissend gehandelt – mit dem Gedanken „Ich kann nicht nachvollziehen, wie die depressiv werden konnten. Die haben doch alles. Haus, tolle Familie, Job etc.“ Dieses Buch hat mich gelehrt, dass es Krankheiten sind – nur kann man die eben nicht sofort sehen, wie z. B. einen gebrochenen Arm.
Appell an alle psychisch Erkrankten: Sagt eurem Umfeld, was ihr habt, klärt über die Krankheit auf, wenn ihr nicht missverstanden werden wollt. Klar müsst ihr nicht jedem alles offen legen, aber den Menschen, die euch wichtig sind müsst ihr eine Hilfestellung geben, eure Krankheit zu begreifen.
Wäre die Person, die ich kenne, die an Borderline erkrankt ist, offen mit mir umgegangen, dann hätten wir unseren Kontakt sicher nicht abgebrochen. Ich weiß jetzt, dass mein Verhalten ihr gegenüber nicht richtig war – aber woher hätte ich es wissen sollen? Und psychische Krankheiten bedeuten auch immer, dass der Erkrankte an sich selbst arbeiten muss, um mit dem Umfeld wieder klarzukommen. D. h. von beiden Seiten ist Mühe notwendig.
„Ihr seid nicht schwach, wenn ihr euch Hilfe holt. Ihr seid klug und so mutig, eure Dämonen zu bekämpfen. Das ist ein Zeichen großer Stärke“ (Zitat, S. 428, Depression abzugeben)

Dieses Buch hat mich lachen, weinen und viel nachdenken lassen. Obwohl ich keine derartige Erkrankung habe, war das für mich persönlich die Quintessenz:
„Man behauptet zwar gerne, man benötige dringend Querdenker, Visionäre Menschen, die sich gut in andere einfühlen können [und lasst mich das tolle Wort benchmark hinzufügen]. Aber lebt man sein Talen aus, kriegt man mündlich oder schlimmer noch, disziplinarisch gleich eine aufs Dach.“ (Zitat, S. 395, Depression abzugeben)
Oh, wie recht Uwe Hauck damit hat! Nur habe ich in diesem Fall Glück, nicht psychisch erkrankt zu sein, damit sowas bei mir eine Katastrophe ausgelöst hätte.

Abschließend möchte ich Uwe Hauck noch einmal zitieren und jedem ans Herzen legen, dieses Buch zu lesen:
„Dein Leben ist ein Roman, für dessen Happy End du selbst verantwortlich bist“

Weitere Rezensionen auf www.luckyside.wordpress.com

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Gudrun67 Gudrun67

Veröffentlicht am 26.12.2016

gelungener Begleiter für Angehörige und Betroffene

Uwe Hauck erzählt hier mit einem lockeren, aber tiefgreifenden Schreibstil seine Erfahrungen mit der Krankheit Depression. Obwohl man es vielleicht nicht vermuten mag, kommt sogar oftmals eine gewisse ... …mehr

Uwe Hauck erzählt hier mit einem lockeren, aber tiefgreifenden Schreibstil seine Erfahrungen mit der Krankheit Depression. Obwohl man es vielleicht nicht vermuten mag, kommt sogar oftmals eine gewisse Flapsigkeit rüber, die jedoch dem Ernst des Themas durchaus gerecht wird.

Man erkennt durch seine schonungslose Offenheit, dass ihm hier sehr wichtig ist, die Krankheit Depression anderen näherzubringen und nicht damit "hinterm Berg zu halten".

In diesem Buch erzählt er seine eigene Geschichte und auch vielerlei Beispiele von anderen Betroffenen, die er kennengelernt hat und somit kann das dazu führen, dass Angehörigen oder Betroffenen, die sich dieser Krankheit vielleicht noch nicht stellen wollen, Unterstützung zuteil wird.



Uwe Hauck schafft es, die jeweilige Phase/Stimmung mit dem oben genannten Schreibstil sehr gelungen zu transportieren, sodass es dem Leser möglich ist, diese nachvollziehen und begreifen zu können.



Es ist ein gnadenlos ehrliches Statement und zeigt sicherlich Angehörigen, Freunden, Bekannten von Betroffenen, wie es teilweise in deren Köpfen/Seelen vorgehen mag. Das Verständnis für die Situation kann somit verbessert werden.

Sicherlich ist diese Offenheit auch für Betroffene selbst ein guter Anker, damit diese feststellen können, dass man nicht alleine mit dem Thema ist und sich dadurch evtl. öffnen und aus ihrem Schneckenhaus ausbrechen, um sich auf Veränderung/Hilfe/Heilung einzulassen.



Die klare Darstellung der Charaktere erschafft ein intensives, nachvollziehbares und komplettes Bild.



Mein Fazit: gelungener Begleiter für Angehörige und Betroffene

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CCAA CCAA

Veröffentlicht am 05.07.2017

Ein Buch, welches mit Vorurteilenaufräumt!

In „Depression abzugeben“ von Uwe Hauck berichtet der Autor über seine eigenen Erfahrungen mit der Krankheit, die beinahe mit dem Suizid endet. Er gewährt dem Leser einen sehr intimen Einblick in sein ... …mehr

In „Depression abzugeben“ von Uwe Hauck berichtet der Autor über seine eigenen Erfahrungen mit der Krankheit, die beinahe mit dem Suizid endet. Er gewährt dem Leser einen sehr intimen Einblick in sein Leben, lässt ihn an allen Stationen auf seinem Weg zurück ins „Leben“ teilhaben. So begleitet man Uwe Hauck nach seinem Suizidversuch im Februar 2015 zunächst in die geschlossene Psychiatrie, erlebt den Wechsel in die Offene, die Tagesklinik, Reha und die Wiedereingliederung in den Beruf.

Trotz des „schwierigen“ Themas, lässt sich das Buch gut lesen. Uwe Hauck verwendet keine medizinischen Fachausdrücke (die man unter Umständen erst nachschlagen müsste). Mit einfachen und jedermann verständlichen Worten. Er möchte der Welt da draußen zeigen, wie es wirklich hinter verschlossenen Türen einer Psychiatrie abläuft um somit mit den bekannten Klischees mal aufzuräumen. Ich finde es wichtig, dass das Thema "Depression" endlich kein Tabu-Thema mehr sein sollte. Niemand sollte sich aus Scham verstecken müssen. Denn seine wir mal ganz ehrlich, es kann jeden treffen.

Ehrliche und offene Worte, gespickt mit einer Prise Humor und Sarkasmus führen den Leser durch einen Zeitraum von knapp einem Jahr. Die Zeilen zeigen, dass man auch in der „Klapse“ Spaß haben und lachen kann. Sicherlich gibt es sehr viele Zeiten in denen es anders ist und man mit sich zu kämpfen hat, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Durch die Kapitel ziehen sich auch die verschiedensten Twitter-Posts die Uwe Hauck während dieser Zeit in der Öffentlichkeit hat zukommen lassen. Auch hierbei kommt es mehr als einmal zu kleinen Wortwitzen, aber auch zu kurzen Kommentaren, die mich persönlich nachdenklich gemacht haben. Besonders gefallen hat mir der Begriff „therapös“ und seine Erklärung

Mit seiner Lebensgeschichte bekommt der Leser keinen Ratgeber über die Erkrankung und auch keine Gebrauchsanleitung wie man mit Betroffenen umgehen sollte, vielmehr zeigt dieses Buch auf, wie es einem psychisch Erkrankten ergeht bzw. ergehen kann. (Eine Depression hat viele Facetten und nicht jeder der daran erkrankt, tut dies nach einer abzuhakenden Liste.) Man erfährt wie wichtig die Familie für für den Betroffenen ist, sie ist ein wichtiger Stützpfeiler die zur Genesung viel beiträgt. Uwe’s Frau Sybille hat in den letzten Jahren viel durchmachen müssen, aber sie hat durch ihre Liebe zu ihm bewiesen, dass man es gemeinsam schaffen kann.

Ich muss zugeben, dass ich etwas länger für dieses Buch gebraucht habe. Dieses lag aber weder an der Schreibweise noch am Inhalt selbst. Vielmehr haben mich einige Passagen sehr zum Nachdenken angeregt und ich musste pausieren um wieder einen freien Kopf zu bekommen.

Depression abzugeben ist ein Buch für Betroffene, Angehörige und natürlich auch für jedermann der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte. Betroffene finden hier vieles, was ihnen selbst die Angst vor den nötigen therapeutischen Schritten nimmt. Für Angehörige ist dieses Buch eine große Hilfe um das Seelenleben eines Betroffenen vielleicht besser zu verstehen, oft kann ein betroffener nämlich selbst gar nicht so offen darüber reden. Aber das wichtigste an diesem Buch ist, es räumt mit Vorurteilen auf.

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Autor

Uwe Hauck

Uwe Hauck - Autor
© Uwe Hauck

Uwe Hauck arbeitet als Softwareentwickler für einen IT-Dienstleister. Er betreibt ein Blog unter dem Titel „Living the Future“ und hat zwei Bücher zur Zukunft unserer Gesellschaft veröffentlicht. Uwe Hauck ist Vater dreier Kinder und lebt mit seiner Familie im eigenen Haus in Schwaben. Neben der Arbeit als Autor und Blogger liebt er es, Fahrrad zu fahren und engagiert sich in der Förderung des Verständnisses für psychische Krankheiten, insbesondere Depressionen.

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