Des Kummers Nacht
 - Ralph Knobelsdorf - PB

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16,90

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Krimis
Paperback
623 Seiten
Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-2730-0
Ersterscheinung: 27.08.2021

Des Kummers Nacht

Band 1 der Reihe "Ein Fall für Wilhelm von der Heyden"

(14)

Erleben Sie mit Wilhelm von der Heyden die Entwicklung der preußischen Kriminalpolizei im Berlin des 19. Jahrhunderts!

Berlin, 1855: Wilhelm von der Heyden steht kurz vor dem Abschluss seines Studiums, als er Zeuge einer Explosion wird. Die Fenster der gegenüberliegenden Wohnung sind zerstört, eine Frau hängt leblos im Zaun. Um ihr zu helfen, eilt er an den Unglücksort – und gerät selbst in Verdacht. Der Wachtmeister hat sein Urteil schon gefällt, der Chef der Kriminalpolizei ist jedoch von Wilhelms Beobachtungsgabe begeistert und stellt ihn ein. Talentierte neue Mitarbeiter werden in der noch jungen preußischen Ermittlungsbehörde  dringend benötigt. Doch Fingerspitzengefühl ist gefragt, denn bald schon führen die Ermittlungen Wilhelm und seine Kollegen in die höchsten Kreise ...

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Pressestimmen

„Der Historiker Knobelsdorf zeichnet ein vielschichtiges Bild der Gesellschaft jener Zeit. […]  Neben dem historischen Bild liefert der Roman auch eine interessante Krimihandlung.“ dpa, Frankfurter Allgemeine Zeitung online, 21.10.2021

Bloggerstimmen

Rezensionen aus der Lesejury (14)

Buchbesprechung Buchbesprechung

Veröffentlicht am 11.12.2021

Historisch sehr gut, Spannung verbesserungswürdig

REZENSION – Aufbau und Entwicklung der preußischen Kriminalpolizei vor dem Hintergrund des politischen und gesellschaftlichen Umfelds zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist Kern des historischen Kriminalromans ... …mehr

REZENSION – Aufbau und Entwicklung der preußischen Kriminalpolizei vor dem Hintergrund des politischen und gesellschaftlichen Umfelds zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist Kern des historischen Kriminalromans „Des Kummers Nacht“, des im August vom Lübbe Verlag veröffentlichten Romandebüts von Ralph Knobelsdorf (54). Es ist ein unterhaltsamer, historisch gut recherchierter und informativer Roman um den ersten Fall des vom Berliner Polizeidirektor für die kürzlich gegründete Kriminalpolizei angeworbenen Jura-Absolventen und Gutsbesitzerssohn Wilhelm von der Heyden in Berlin.
Wilhelm von der Heyden steht 1855 kurz vor dem juristischen Examen. Von seiner Berliner Studentenbude aus wird er Zeuge einer Explosion im Haus gegenüber. Eine junge österreichische Gräfin mit familiären Verbindungen in die Bukowina, dem Grenzgebiet zu Russland, wie sich später herausstellt, kommt dabei zu Tode. Bei der anschließenden Zeugenvernehmung ist Herford, Chef der Kriminalpolizei, von Wilhelms Beobachtungsgabe begeistert, der zuvor die Wohnung der Gräfin auf der Suche nach weiteren Opfern durchsucht hatte, und stellt ihn als polizeiliche Hilfskraft ein, da talentierte Mitarbeiter bei der Kripo dringend benötigt werden. Sein Talent wird umso wichtiger, entwickelt sich doch der Mordfall unerwartet zum Politikum, dessen Spuren in die höchsten Kreise bis an den Hof des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Führen. Der kränkliche König kann kaum noch die Regierungsgeschäfte wahrnehmen, weshalb einflussreiche Kreise insgeheim schon seine Nachfolge vorbereiten. Zudem erschweren politische Interessen Preußens die Ermittlungsarbeit mitten im Krimkrieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich.
„Fakt oder Fiktion? … Der historische Kriminalroman bewegt sich immer in einem Spannungsverhältnis von Dichtung und Wahrheit“, hat sich der Autor die Frage selbst im Nachwort beantwortet und damit das Problem seines Debütromans angesprochen. Knobelsdorf hat mit seinem Erstlingswerk einen ausgezeichneten historischen Roman vorgelegt, der die politische und gesellschaftliche Situation zur Mitte des 19. Jahrhunderts aus mehreren Blickrichtungen treffend und wirklich interessant schildert, so dass sich die Lektüre schon deshalb lohnt. Doch obwohl ein Kriminalfall als Handlungsfaden die verschiedenen historischen Fakten zu einer verständlichen Einheit verknüpft, fehlt es an Spannung, um ihn als Krimi durchgehen zu lassen. Allzu bald kommt man dem Täter auf die Spur, und auch der Abschluss des Falles ist etwas lieblos runtergeschrieben.
Doch lässt man diesen in folgenden Bänden auszumerzenden Kritikpunkt unberücksichtigt, ist „Des Kummers Nacht“ ein rundum empfehlenswerter historischer Roman. Knobelsdorf gelingt es hervorragend, mit fiktiven und im jeweiligen Charakter treffend skizzierten realen Personen wie dem preußischen Gesandten Otto v. Bismarck und dem russischen Botschafter v. Budberg, den Schriftstellerinnen Fanny Lewald und Gisela v. Arnim, den Hof-Günstlingen und Lobbyisten-Brüdern v. Gerlach oder auch dem ehrgeizigen Leiter der politischen Polizei Wilhelm Stieber eine überzeugend stimmige Szenerie zu schildern, wozu der wohlklingende Sprachstil des Autors mit der zu den historischen Persönlichkeiten passenden Dialog-Wortwahl beiträgt. Auch die Berliner Örtlichkeiten (Stadtvogtei, Charité mit Leichenschauhaus), die politischen Umstände (Krimkrieg, Bukowina, Königshof) und die auch nach der Revolution von 1848 noch herrschende Drei-Klassen-Gesellschaft (Adel, Bürgertum, Arbeiterschaft) lassen die Mitte des 19. Jahrhunderts in Berlin vor dem lesenden Auge lebendig werden.
Abschließend stellt Wilhelm von der Heyden fest, dass „sein erster Fall nicht zu seiner Zufriedenheit gelöst“ ist. Dieser Meinung kann man sich als Leser anschließen: So gut der historische Aspekt gelungen ist, muss an der für eine Krimireihe erforderlichen Spannung in den Folgebänden etwas nachgebessert werden. „Das Spiel ist noch lange nicht vorbei, Wilhelm. Es hat gerade erst so richtig begonnen“, heißt es am Schluss. Lassen wir uns also gern überraschen und auf den zweiten Band „Ein Fremder hier zu Lande“ freuen, der für Juli 2022 angekündigt ist.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

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Veröffentlicht am 30.10.2021

Fokus auf historischen Umständen

Ein historischer Kriminalroman mit viel Liebe zum Detail, angenehmen Charakteren und einem tiefen Einstieg in das Berlin des Jahres 1855.

Der Schreibstil liest sich recht angenehm, leicht altertümlich, ... …mehr

Ein historischer Kriminalroman mit viel Liebe zum Detail, angenehmen Charakteren und einem tiefen Einstieg in das Berlin des Jahres 1855.

Der Schreibstil liest sich recht angenehm, leicht altertümlich, aber damit passend zur Epoche, in der die Handlung spielt.
Positiv hervorzuheben ist, mit welchem Tiefgang der Autor die Umstände der damaligen Zeit auf vielen verschiedenen Gebieten herausgearbeitet hat. Es wirkt alles absolut authentisch und es kommen Personen, Orte und Geschehnisse vor, die so tatsächlich existiert haben.

Obwohl ich mich wirklich für Geschichte interessiere, fand ich es sehr schade, dass dadurch die Kriminalgeschichte und auch die Ausarbeitung der Charaktere teilweise in den Hintergrund gerückt ist. Die Erzählungen waren oft sehr ausschweifend, man bekam zwar viele Informationen über die damalige Zeit, diese waren aber oft unerheblich für den Verlauf der eigentlichen Geschichte und sind eher Nebeninformationen gewesen. So entstand der Eindruck, dass scheinbar alles Wissen geradezu in das Buch hinein gequetscht wurde. Das wiederum hat natürlich den Lesefluss gestört, da die Erzählung irgendwie den roten Faden verliert und damit die sich aufbauende Spannung hemmt.
Ich habe aber dadurch auch das ein oder andere Neue und Interessante gelernt.

Außerdem hat mir gut gefallen, dass es zwei große Handlungsstränge gab, quasi einen bezüglich des geschäftlichen Lebens des Hauptprotagonisten und einen auf privater Ebene.
Gegen Ende hat es dann doch nochmal richtig an Fahrt aufgenommen und war wirklich spannend, auch wenn die Enthüllung irgendwie nicht wirklich eine Enthüllung war, da man vieles durch zwei verschiedene Perspektiven bereits zuvor erfahren hatte.

Allgemein kann ich das Buch denjenigen empfehlen, die sich für die Umstände in Berlin Mitte des 19. Jahrhunderts und insbesondere für die Geschichte der Polizei u.Ä. interessieren.

(unbezahlte Werbung | Rezensionsexemplar)

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tinstamp tinstamp

Veröffentlicht am 23.10.2021

Zu detailliert, aber sehr atmosphärisch

Berlin 1855. Die beiden Freunde Wilhelm von der Heyden und Johann Schmidt haben ihr Studium in Jura und Medizin erfolgreich abgeschlossen. Wilhelm, der von einem Gutshof im Osten nach Berlin gezogen ist, ... …mehr

Berlin 1855. Die beiden Freunde Wilhelm von der Heyden und Johann Schmidt haben ihr Studium in Jura und Medizin erfolgreich abgeschlossen. Wilhelm, der von einem Gutshof im Osten nach Berlin gezogen ist, hat sich mittlerweile in der Hauptstadt eingerichtet. Eines Tages gibt es im Nachbarhaus gegenüber eine Explosion. Dabei wird eine junge Frau aus dem Fenster geschleudert und hängt leblos am Gartenzaun. Wilhelm vermutet noch weitere Bewohner im Haus und eilt zu Hilfe. Dabei fallen ihm in der Wohnung der Toten einige Ungereimtheiten auf. Sein Verhalten macht ihn aber zuerst verdächtig, doch der Chef der Berliner Kriminalpolizei fällt Wilhelm's Kombinationsaufgabe auf und bietet ihm eine Stelle als Polizeihelfer an. Die preußische Ermittlungsbehörde sucht dringend talentierte junge Männer für den Polizeidienst. Für diesen Fall nimmt Wilhelm an, obwohl "gewöhnliche" Ermittlungsarbeit seinem Stand eigentlich nicht angemessen ist. Ihm zur Seite wird der erfahrene Kommissar Vorweg gestellt, der ihm so einige Einblicke in die Polizeiarbeit gewährt.

Der historische Roman mit Krimianteil (so würde ich ihn lieber nennen) führt uns in die Anfänge der preußischen Polizeiarbeit. Diese steckt noch in den Kinderschuhen und so ist es nicht verwunderlich, dass Wilhelm nach seinem Jurastudium mit offenen Händen aufgenommen wird bzw. als Kollege erwünscht ist. Seine Fähigkeit ein fotografisches Gedächtnis zu haben, wäre für die Polizei natürlich von großem Vorteil. Dadurch, dass die Tote eine österreichische Gräfin ist, befürchten die Ermittler eine politische Tat. Doch ist es das wirklich?
Der Fall ist komplex und die Polizei tappt lange Zeit im Dunkeln. Die Ermittlungen sind sehr preußisch. Man versucht über Beziehungen und Salonbesuche in der gehobenen Gesellschaft besser hinzuhören und eventuell wichtige Dinge aufzuschnappen, die den Ermittlungen zugute kommen könnten. Dadurch beginnt der Spannungsaufbau etwas langsam und braucht seine Zeit....

Für mich hatte deshalb die erste Hälfte leider einige Längen. Zu detailverliebt schreibt der Autor über alle möglichen Themen, die sehr ausgereizt werden. Man merkt dabei aber auch seine penible Recherche.
Immer wieder versucht man das Tatmotiv zu erkunden. Ist die Tat nun politisch motiviert? Ein Liebesdrama oder hätte der Anschlag jemand anders gegolten?

Die Sprache ist der Zeit angepasst. Der Autor fängt die Atmosphäre und das Lebensgefühl der damaligen Zeit perfekt ein. Man fühlt sich mitten im Geschehen und in der Zeit gefangen.

Beim Lesen bekommen wir detaillierte Einblicke in die gehobene Gesellschaft und in die Innenpolitik der damaligen Zeit. Dabei treffen wir auch auf Otto von Bismarck, der 1855 noch am Anfang seiner Karriere steht. Am Ende des Buches findet man einen Anhang des Autors, in dem er über Fakt und Fiktion spricht, über Preußen und Berlin im Jahre 1855, sowie über historische Persönlichkeiten und fiktive Personen aufklärt. Am Cover innen (vorne und hinten) befindet sich eine sogenannte Standes Liste.
Der Titel ist aus einer Textzeile eines Gedichtes von David Kalisch (ein Vierzeiler steht am Beginn des Buches) und betrifft die Stadt Berlin.

Etwas schade finde ich, dass ein sehr persönliches Detail von Wilhelm noch nicht aufgeklärt wurde. Ich hoffe, dass es einen weiteren Teil geben wird und dieser wichtige Umstand aufgeklärt wird. Ich werde den nächsten Teil trotzdem noch lesen, denn ich will wissen, was in Wilhelms Vergangheit passiert ist.

Fazit:
Ein historischer Roman mit Krimianteil und einem sehr sympathischen Ermittler, der eher zufällig zur Polizeiarbeit gekommen ist. Sehr detailliert erzählt und perfekt recherchiert, jedoch mit einigen Längen, die vorallem zu Beginn etwas ermüden....vorallem bei der Seitenanzahl.

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PMelittaM PMelittaM

Veröffentlicht am 19.10.2021

Hat mir sehr gut gefallen

Berlin, 1855: Wilhelm von der Heyden und sein Freund Johann Schmidt werden zufällig Zeuge einer Explosion, bei der eine Frau stirbt. Kriminaldirektor von Herford weiß als alter Freund von Wilhelms Vater ... …mehr

Berlin, 1855: Wilhelm von der Heyden und sein Freund Johann Schmidt werden zufällig Zeuge einer Explosion, bei der eine Frau stirbt. Kriminaldirektor von Herford weiß als alter Freund von Wilhelms Vater von Wilhelms Fähigkeiten und stellt ihn und den Mediziner Johann vorübergehend in den Polizeidienst ein, damit sie an dem Fall mitarbeiten können. Die Kriminalpolizei ist im Aufbau, moderne Methoden und Einstellungen sind gefragt, sowie fähige Männer, die beiden wären passende Anwärter dafür.

Besonders gut gefallen mir die Charaktere, allen voran der Protagonist, aus adeligen Verhältnisse, aber bescheiden, intelligent und loyal, mit einem Kindheitstrauma, dessen genauere Hintergründe es noch zu klären gilt, auch für ihn selbst. Johann, sein bester Freund, ist vor allem das, ein guter Freund, auf den Wilhelm sich verlassen kann. Besonders gut gefällt mir Wilhelms Zimmerwirtin, die einmal nicht alle Klischees erfüllt, sondern gut kocht, liebenswürdig ist, und sich um ihren Untermieter kümmert. Das Klischee verdient sich allerdings Johanns Wirtin, die aber keine große Rolle spielt. Sehr gut gefällt mir auch Kriminalinspektor Vorweg, dessen Vorname unbekannt bleibt, und dessen Nachname mich beim Lesen immer mal wieder verwirrt hat. Wilhelm wird ihm als Partner zur Seite gestellt, und Vorweg ist darüber als altgedienter Polizist zuerst nicht glücklich. Auch die anderen handelnden Charaktere sind gelungen gezeichnet und haben Tiefe. Natürlich treten auch einige historische Persönlichkeiten auf, für mich immer ein Genuss, vor allem wenn gut recherchiert wurde.

Und das wurde es hier allemal. Ralph Knobelsdorf bringt uns das Berlin der 1850er Jahre sehr nahe, man erfährt viel über die Politik, den Zeitgeist, die Gesellschaft – auch Gesellschaftskritisches – das Zusammenleben, und vor allem auch die Arbeit der Polizei. Im lesenswerten ausführlichen Nachwort kann man am Ende über Fakten und Fiktion lesen.

Das Verweben von Fall und Privatleben ist ebenfalls gut gelungen, schon dass Wilhelm bei der Polizei landet, hat persönliche Gründe, z. B., dass er Zeuge der Explosion wurde, aber auch, dass sein Vorgesetzter Herford ein Freund seines Vaters ist, und Wilhelm daher bereits kennt und zu schätzen weiß, ja, ihn sogar unbedingt für seine Truppe möchte. Das Private ist hier nicht vollkommen losgelöst und wirkt daher auch nicht aufgesetzt. Gleiches gilt für den historischen Hintergrund, der sehr gut integriert ist, und auch seine Rolle spielt. Vielleicht ist es dem einen oder anderen zu viel Historie und zu wenig Krimi, tatsächlich gibt es eher wenig Action und auch keine enorme Spannung, der Roman punktet tatsächlich eher mit den zwischenmenschlichen Tönen, den historischen Gegebenheiten und den Charakteren. Wer also vor allem Spannung möchte, könnte enttäuscht werden.

Vielversprechend ist der Hinweis auf dem Cover, dass es sich um Wilhelm von der Heydens erstem Fall handelt, ich hoffe und freue mich auf weitere Romane, und zwar sowohl auf die Fälle als auch auf neue Entwicklungen im Privatleben.

Für mich ist dieser Roman perfekt, er hat interessante und zum Teil liebenswerte Charaktere zu bieten, viel historischen Hintergrund und einen komplexen Fall. Sehr gerne vergebe ich volle Punktzahl und eine Leseempfehlung für Fans historischer (Kriminal)Romane.

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Venatrix Venatrix

Veröffentlicht am 12.10.2021

Ein gelungener Reihenauftakt

Dieser historische Krimi versetzt die Leser in das Berlin um 1855.
Die beiden Studenten Wilhelm von der Heyden und Johann Schmidt werden Zeugen einer Explosion im Nachbarhaus. Als sie zu Hilfe eilen, ... …mehr

Dieser historische Krimi versetzt die Leser in das Berlin um 1855.
Die beiden Studenten Wilhelm von der Heyden und Johann Schmidt werden Zeugen einer Explosion im Nachbarhaus. Als sie zu Hilfe eilen, finden sie eine Tote, die von der Wucht der Sprengladung aus dem Fenster geschleudert wurde. Wilhelm, der über ein fotografisches Gedächtnis verfügt, fallen bei der polizeilichen Einvernahme einige Ungereimtheiten auf. Zwar macht er sich durch die Details verdächtig, doch der Chef der Berliner Kriminalpolizei findet Gefallen an den Fähigkeiten des jungen Mannes und bietet ihm eine Job in seiner Truppe an. Wilhelm, Jura-Student gefällt die Arbeit. Dass er daneben noch ein Komplott, das sich gegen seine Eltern richtet, aufklärt, bestärkt seinen Entschluss, auch nach Aufklärung des Verbrechens an der jungen Frau, die sich als österreichische Gräfin herausstellt, fix in den Kriminaldienst einzutreten. Doch bis dahin vergehen interessante Lesestunden ...

Meine Meinung:

Der Mord an der, wie sich bald herausstellt, österreichische Adeligen verursacht Kopfzerbrechen bei der Berliner Polizei. Ist der Tod politisch motiviert? Oder doch ein Versehen? Oder ein Verbrechen aus Leidenschaft?

Gleichzeitig wird die Berliner Polizei erst aufgebaut. Man sucht fähige Männer und so kommt Wilhelm von der Heyden, der Sohn eines Junkers gerade recht. Obwohl für ihn eigentlich nur der höhere Staatsdienst in Frage kommt, setzt er sich durch und tritt, nachdem er gemeinsam mit Johann Schmidt, den komplexen Kriminalfall löst, ein.

Die Charaktere sind sehr gut herausgearbeitet. Natürlich muss es einen Widersacher geben, der ausgerechnet der ehemalige Freund und Nachbarssohn Wilhelm von der Heydens ist. Interessant sind die Flashbacks und Albträume, denen Wilhem ausgesetzt ist. Ob wir im nächsten Band erfahren werden, was damaöls wirklich geschehen ist?

Geschickt werden historische Fakten und Personen mit Fiktion verquickt. So dürfen wir dem Gesandten Otto von Bismarck begegnen.

Der Schreibstil ist gefällig und zeugt von penibler Recherche. Ich mag historische Krimis, die einen Blick in die Bürgerhäuser werfen. Da braucht es für mich keine überbordende „Action“.

Der eine oder andere Leser wird sich über den Titel wundern: Er ist einem Gedicht entlehnt, das zu Beginn des Krimis steht.

Fazit:

Ein gelungener Auftakt einer neuen historischen Krimireihe, der ich gerne 4 Sterne gebe.

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Autor

Ralph Knobelsdorf

Ralph Knobelsdorf - Autor
© peterpaullorenz.de

Ralph Knobelsdorf, Jahrgang 1967, wurde in Löbau/Sachsen geboren. Der Informatikkaufmann studierte in Halle an der Saale Philosophie, Jura und Geschichte mit dem Schwerpunkt Deutschland im 19. Jahrhundert. Nach Tätigkeiten in Werbe- und Internetagenturen arbeitet er gegenwärtig in einem Unternehmen der IT-Branche. Mit Des Kummers Nacht legt er sein Debüt als Autor historischer Kriminalromane vor. Der …

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