Die Stadt der Tränen
 - Kate Mosse - Hardcover

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22,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Historische Romane
Hardcover
589 Seiten
Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-2695-2
Ersterscheinung: 26.03.2021

Die Stadt der Tränen

(32)

Juni 1572. Die Religionskriege machten aus Nachbarn Feinde und forderten zahllose Tote. Aber nun gibt es Hoffnung auf Frieden, denn die Hochzeit zwischen dem Hugenottenkönig Heinrich von Navarra und der Katholikin Margarete von Valois soll die Lager versöhnen. Im fernen Puivert erhalten Minou Reydon und ihre Familie die Einladung zum großen Fest nach Paris. Was Minou nicht weiß: Auch ihr Erzfeind Vidal wird anwesend sein. Und sie ahnt nicht, dass es nur kurz nach der Hochzeit, in der Nacht auf den Bartholomäustag, zu blutigen Kämpfen kommen wird, die Minous Familie brutal auseinanderreißen werden …
Band 2 des farbenprächtigen Epos rund um das Schicksal der Hugenotten

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Pressestimmen

„Kate Mosse hat einen historischen Roman über die Hugenottenkriege vorgelegt, der nicht nur gut recherchiert ist, sondern eine spannende fiktive Geschichte erzählt, die zugleich glaubhaft ist. Die Leser werden auf anschauliche Weise in die Welt des 16. Jahrhunderts entführt.“
„Ein beeindruckendes Historiendrama, welches sehr gut recherchiert wurde und mit Spannung erzählt wird.“

Bloggerstimmen

Rezensionen aus der Lesejury (32)

Sorko Sorko

Veröffentlicht am 06.04.2021

Neue Freunde und alte Feinde

Dieses Buch ist der zweite Band von Kate Mosse um die Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert. In der Fortsetzung von „Die brennenden Kammern“ treffen wir alte Bekannte wieder, aber auch neue interessante ... …mehr

Dieses Buch ist der zweite Band von Kate Mosse um die Hugenottenkriege im 16. Jahrhundert. In der Fortsetzung von „Die brennenden Kammern“ treffen wir alte Bekannte wieder, aber auch neue interessante Charaktere. Minou ist die Burgherrin in Puivert und lebt mit ihrer Familie in den letzten Jahren ein ruhiges und friedliches Leben. Man darf auf einen Frieden zwischen Katholiken und Hugenotten hoffen, die bevorstehende Hochzeit zwischen dem Protestanten Heinrich von Navarra und der Katholikin Margarete von Valois sollen ein Zeichen dafür setzen. Eine Einladung zur Hochzeit nach Paris hat auch Minou und ihre Familie erreicht. Minou stimmt nur mit gemischten Gefühlen zu, doch ihr Mann Piet und ihre siebenjährige Tochter Marta freuen sich auf Paris.

Dort trifft die Familie nicht unerwartet auf alte Bekannte. Kardinal Vidal, einst mit Piet befreundet, später dann sein ärgster Feind, ist inzwischen ein mächtiger Kirchenfürst geworden, der dem Herzog von Guise, einem weiteren Feind und fanatischen Katholiken, sehr nahe steht.
Die führenden Hugenotten sind zur Hochzeit nach Paris gekommen, und natürlich auch alle hohen katholischen Würdenträger. Dass diese als Versöhnung angesetzte Feier später als „Bluthochzeit“ in die Geschichte eingehen wird, ist leider keine Fiktion. Die brutalen Ereignisse in der Bartholomäusnacht kosten viele Hugenotten und auch etliche Katholiken das Leben. Minous Familie wird auseinandergerissen, sie müssen schwere Entscheidungen treffen, die Einfluss auf ihr weiteres Leben haben.

Vor dem historischen Hintergrund der Bartholomäusnacht und der Hugenottenkriege schildert Kate Mosse in der ihr eigenen Weise die Schicksale der sehr unterschiedlichen Charaktere. Die Figuren sind wieder sehr gut dargestellt und einfühlsam beschrieben. Der Schreibstil ist bildhaft und sehr gut lesbar. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten. Einziger kleiner Kritikpunkt meinerseits sind die Zeitsprünge. Angesichts des Zeitraums, der abgedeckt wird, sicher irgendwie notwendig, aber meiner Ansicht nach gehen dadurch viele interessante und durchaus erzählenswerte Geschichten verloren.

Der Prolog zu Band 2 führt erneut nach Südafrika im 19. Jahrhundert, zu jener geheimnisvollen Dame auf dem Friedhof, über die wir immer noch nicht alles erfahren dürfen.
Sehr gut finde ich das Personenverzeichnis am Beginn des Buches, so dass man sich schnell einen Überblick verschaffen kann. Auch die historische Anmerkung über die realen Ereignisse damals ist sehr zu begrüßen. Darüber hinaus darf man natürlich nicht vergessen, dass es sich um einen Roman handelt, der recht geschickt um die damalige Realität gestrickt ist.
Für mich war es wieder eine spannende Geschichte um Minou und ihre Familie, mit vielen interessanten Charakteren, gut zu lesen und wirklich gut unterhaltend. Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Band!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Nordwind Nordwind

Veröffentlicht am 06.04.2021

Glaube, Hoffnung, Liebe verpackt in einem fesselnden historischen Roman

Bist du bereit für den wahren christlichen Glauben zu sterben? Heutzutage unvorstellbar! Nicht so im ausgehenden 16. Jahrhundert als sich protestantische und katholische Nachbarn in den Hugenottenkriegen ... …mehr

Bist du bereit für den wahren christlichen Glauben zu sterben? Heutzutage unvorstellbar! Nicht so im ausgehenden 16. Jahrhundert als sich protestantische und katholische Nachbarn in den Hugenottenkriegen erbittert gegenüberstehen. Hunderttausende starben oder wurden vertrieben. Auf dem Cover des Buches deutet eine kleine Friedenstaube - angehangen an einem Hugenottenkreuz - auf einen Versöhnungsversuch hin: Die Vermählung des Hugenottenkönigs Heinrich von Navarra mit der Katholikin Margarethe von Valois. Mit den Kämpfen in der Bartholomäusnacht sollte sie später als Bluthochzeit in die Geschichte eingehen. Vor diesem historischen Hintergrund spielt dieser fesselnde historische Roman. Alles beginnt mit der Einladung der mittlerweile adeligen Familie von Minou und Piet Rheydon zur königlichen Hochzeit nach Paris. Doch auch ihr ärgster Widersacher Vidal – nunmehr Kardinal – wird ebenfalls an der Hochzeit teilnehmen. Und hier beginnt die eigentliche Geschichte von Liebe, Verrat, Kriegen und den Wirrungen unterschiedlicher Religionen, die sich bis in die Familie um Minou und Piet verflechten. Durch die Kämpfe wird Minous Familie brutal auseinandergerissen. Gibt es ein Happyend, oder behält Minous Erzfeind Vidal die Oberhand? Glaube, Hoffnung, Liebe verpackt in einem fesselnden historischen Roman lassen den Leser nicht zu Atem kommen.

Kate Mosse ist eine britische Bestsellerautorin, neben dem Schreiben ist sie auch in Rundfunk und Fernsehen aktiv. Mit „Das verlorene Labyrinth“ wurde sie weltbekannt.

„Die Stadt der Tränen“ ist der zweite Teil einer Serie - geprägt durch die Religionskriege, die aus dem Frankreich des 16. Jahrhunderts bis ins Südafrika des 19. Jahrhunderts reicht. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, was mein Leseerlebnis aber nicht schmälerte. Ein kurzer geschichtlicher Exkurs und ein Personenregister zu Beginn sorgen für den nötigen Überblick über die Protagonisten. Wichtige Informationen werden gut vermittelt u.a. durch gelegentliche Verweise auf vorherige Erlebnisse, so dass sich auch Neueinsteiger gut in die Geschichte hineinfinden können.

Kate Mosse schreibt lebendig, spannend und ausdrucksstark, so dass der Leser ihr gerne folgt. In „Die Stadt der Tränen“ verbindet Kate Mosse geschickt diverse Lebensläufe mit den breit gefächerten Handlungssträngen. Anfangs braucht es ein wenig um Fahrt aufzunehmen, zieht dann aber den Leser vor allem dank Kate Mosses gekonnten Schreibstil immer mehr in den Bann und entwickelt sich zu einem spannenden historischen Roman, den man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die historischen Details sind gut eingearbeitet und bilden eine perfekte Mischung aus realer Historie und spannender Fiktion, wobei die Grenzen zwischen Wahrheit und erfundener Geschichte fließend sind. Allerdings legt Kate Mosse den Fokus etwas weniger auf den geschichtlichen Hintergrund, als darauf den Leser emotional mit diesem Roman gefangen zu nehmen.

Und so empfindet der Leser die Hauptfigur Minou wie eine liebe Freundin. Mit ihr möchte man lachen, lieben oder sie einfach nur in den Arm nehmen und mit ihr weinen, wenn ihr Schmerz so groß ist, dass sie für ihren Zufluchtsort keine andere Bezeichnung als „Die Stadt der Tränen findet“. Sehr gut gefällt mir, dass Kate Mosse die Nebencharaktere nicht eng in das Korsett „Gut oder Böse“ presst, sondern die Figuren auch mit ein paar Zügen des andern Genres ausstattet. Dadurch nimmt die Geschichte manchmal ungeahnte Wendungen, die der Spannung sehr gut tun.

Fazit:
„Die Stadt der Tränen“ ist ein abwechslungsreicher, gut ausgefeilter historischer Roman und bietet einige Überraschungen. Kate Mosse gelingt es überzeugend, den Leser zu fesseln und auf eine emotionale Reise mitzunehmen. Einen einzigen Cliffhanger gibt es auch: die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn der Leser befindet sich - immer noch geschockt von dem fulminanten Ende - erst im Jahr 1594, es dauert also doch noch etwas bis wir in Südafrika im 19. Jahrhundert ankommen werden. Die Stadt der Tränen macht deutlich Lust auf mehr und ich kann es kaum erwarten, den dritten Band in meinen Händen zu halten.

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Annabell95 Annabell95

Veröffentlicht am 05.04.2021

Eine Familie mitten in den Glaubenskriegen

In "Die Stadt der Tränen" wird man um das Jahr 1572 nach Frankreich geführt. Zu der Zeit ist das Land geprägt durch die damaligen Religionskriegen zwischen den Hugenotten und den Katholiken, die viele ... …mehr

In "Die Stadt der Tränen" wird man um das Jahr 1572 nach Frankreich geführt. Zu der Zeit ist das Land geprägt durch die damaligen Religionskriegen zwischen den Hugenotten und den Katholiken, die viele Tote fordern. Es besteht Hoffnung auf Frieden, denn die anstehende Hochzeit zwischen dem Hugenottenkönig Heinrich von Navarra und der Katholikin Margarete von Valois sollen die Wogen geglättet werden. Fern im Süden, in Puivert bekommt Minou Reydon und ihre Familie eine Einladung zu diesem großen Fest. Sie machen sich auf den Weg nach Paris. Doch sie weiß nicht, dass auch ihr Erzfeind Vidal dort sein wird und sie ahnt auch nicht, dass es in der Bartholomäusnacht zu blutigen Kämpfen und einem tragischen Schicksal kommt, welches ihre Familie brutal auseinader reißen wird...

"Die Stadt der Tränen" ist derzweite Band um die Familie Reydon-Joubert. Ich kannte den Vorgängerband "Die brennenden Kammern" nicht und deswegen habe ich etwas gebraucht um in die Handlung richtig reinzukommen. Mit den Protagonisten musste ich mich erst vertraut machen, um zuordnen zu können wer welche Beziehung zu wem hatte. Daher würde ich empfehlen den ersten Band vorweg zu lesen, wer ihn noch nicht kennt.

Super gefallen hat mir der bildliche Schreibstil. Der Erzählstil war der Zeit angemessen, doch trotzdem ließ es sich angenehm und flüssig lesen. Durch die Beschreibungen konnte ich mir meine ganz eigenen Bilder im Kopf aufbauen und in die vergangene Welt versinken. Und ganz nebenbei erfährt man noch Neues über die damalige Zeit. Der Autorin ist es gut gelungen historische Fakten mit Fiktion zu verbinden.

Auch gefallen haben mir die unterschiedlichen Handlungsorte sowie die unterschiedlichen Protagonisten zwischen deren Handlungsstränge immer wieder gewechselt wurde. Das hat für Abwechslung und Spannung gesorgt.

Die Protagonisten wurden alle sehr gut beschrieben. Jede Figur wurde ausgeschmückt, sodass der Leser Sympathie und Mitgefühl zur Figur entwickeln konnte und natürlich auch gerne ihre Weiterentwicklung wissen möchte.

Leider gab es recht viele Zeitsprünge. Auf der einen Seite fand ich sie nicht schlecht, weil man durch die tragischen Ereignisse zuvor passiert sind, dann die Gefühlslage der betroffenen Protagonisten selbst nachempfinden konnte, doch leider wurde man nie wirklich rückwirkend darüber aufgeklärt was in der Zwischenzeit passiert ist. Grade zum Schluss, bei dem letzten Zeitsprung, wirkte das Ende dadurch etwas abgehackt, wie als wenn sie zum Schluss kommen musste um ihre Seitenzahl einzuhalten.

Mein Fazit:
Bis auf die Zeitsprünge fand ich das ein rundum gelungener historischen Roman, der einen die Hugenottenkriege verbunden mit Fiktion näher bringt. Ich freue mich bereits jetzt schon auf die Nachfolgebände, die ich auch unbedingt lesen möchte.

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Michael_B_M Michael_B_M

Veröffentlicht am 18.04.2021

Zu wenig historische, dafür aber herausragend emotionale Familiengeschichte

„Die Stadt der Tränen“ von Kate Mosse ist der zweite Band einer Serie rund um die französischen Hugenottenkriege des 16.Jahrhunderts und somit die Fortsetzung zu „Die brennenden Kammern“. Minou und Piet ... …mehr

„Die Stadt der Tränen“ von Kate Mosse ist der zweite Band einer Serie rund um die französischen Hugenottenkriege des 16.Jahrhunderts und somit die Fortsetzung zu „Die brennenden Kammern“. Minou und Piet Joubert-Reydon sind, nach anstrengendem Kampf in Band 1, mittlerweile mit ihrer Familie, die mit Marta und Jean-Jaques Zuwachs bekommen hat, in Puivert als Adel und Burgherren seit zehn Jahren fest etabliert. Als solche werden sie zusammen mit Minous inzwischen erwachsenen Geschwistern Alis und Aimeric sowie Tante Salvadora und Minous Vater Bernard zur Hochzeit des protestantischen Königs Heinrich III. von Navarra mit der katholischen Margarete von Valois, Schwester des Königs Karl IX. von Frankreich und Tochter von Caterina de’ Medici, nach Paris eingeladen. Bereits im Vorfeld vor der Vermählung wird Vidal, ursprünglich ein enger Freund von Piet, der sich inzwischen aber einerseits zum intriganten Kardinal und andererseits zum absoluten Todfeind von Minou und Piet entwickelt hat, dafür sorgen, dass auf tragische Weise nicht alle Familienmitglieder nach Paris reisen können.
In Paris angekommen wohnt der Leser zusammen mit Minou und ihrer Familie dieser historischen Hochzeit bei, ehe die Familie dann in der darauf folgenden Bartholomäusnacht auseinander gesprengt wird und die einzelnen Familienmitglieder recht unterschiedliche Schicksale im Verlauf des Romans erleiden.
Ein Personenregister über die Protagonisten gleich zu Beginn des Buches sowie ein historischer Abriss über die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse dieser Zeitspanne vermitteln dem Leser das für das Buch nötige Hintergrundwissen.

Wie etabliert im Genre des historischen Romans, werden geschichtlich verbürgte Ereignisse mit einer fiktiven Rahmenhandlung, die vor der geschichtlichen Kulisse spielt - in diesem Falle rund um die Familie von Minou und Piet – verwoben. In „Die Stadt der Tränen“ stellt Kate Mosse allerdings, wie bereits im Vorgängerband, das Schicksal der Familie Joubert-Reydon eindeutig vor die tatsächliche historische Komponente. Die sogenannte Bluthochzeit wird auf nur wenigen Seiten abgehandelt und auch die Geschehnisse um die Bartholomäusnacht geraten deutlich zu knapp, der Königshof und wichtige historische Personen bleiben weitestgehend außen vor, die einzelnen Hugenottenkriege werden manchmal in nur einem Satz erwähnt. Ähnlich verhält es sich mit den Auseinandersetzungen der Niederländer um Willem I. van Oranje mit den Habsburgern. Obwohl die Familie Joubert-Reydon aus religiösen Gründen nach Amsterdam umsiedeln muss und große Teile des Buchs in den Niederlanden spielen, bleiben diese Aspekte größtenteils unerwähnt – folgerichtig wird auch die Ermordung von Willem I. in einem Nebensatz abgehakt. Darüber hinaus erinnert der Epilog, welcher knapp 300 Jahre später spielt, gleichsam dem Showdown im letzten Drittel des Buches, ein wenig an die Abläufe der entsprechenden Textpassagen des Vorgängerbandes.

Für all jene Anhänger des historischen Romans, die vorzugsweise Geschichte aufarbeiten und betont die historische Komponente im Vordergrund sehen möchten, kann ich diesen Roman nur bedingt empfehlen. Diesen kann beispielsweise „Die Bartholomäusnacht“ von Alexandre Dumas nahegelegt werden. Leider geraten in diesem Zusammenhang auch die von Kate Mosse entwickelten Charaktere ein wenig zu modern für die damalige Zeit, wodurch der Leser auch nicht allzu viel über das Leben der Menschen in dieser Epoche erfährt.

Haben wir nun also einen schlechten Roman vor uns? - Keineswegs. All jenen, die einen spannenden, unterhaltsamen, emotionsgeladenen, abwechslungs- und temporeichen Roman mit hier und da eingestreuten geschichtlichen Ereignissen bevorzugen, kann ich dieses Buch nur wärmstens ans Herz legen. Da liegt meines Erachtens auch die große Stärke des Schreibstils von Kate Mosse. Sehr flüssig und sehr bildhaft ruft sie in der ihr unverkennbaren Art die einzelnen, wirklich starken Charaktere ins und aus dem Leben und schildert in einer für jedermann verständlichen Sprache eine emotional ergreifende Familiengeschichte, deren Mitgliedern vor dem Hintergrund der Religionskriege teils auch harte Schicksalsschläge widerfahren. Sehr geschickt nimmt sie den Leser an die Hand und führt ihn an eine zunächst nahezu immer deutlicher vorhersehbare Handlung heran bis dann urplötzlich eine völlig unerwartete und nicht vorhersagbare Wendung eintritt, wodurch sich die gleichen starken Emotionen der Protagonisten des Romans beim Leser widerspiegeln und auf ihn übertragen. Zur Verstärkung der emotionalen Hilflosigkeit der Protagonisten greift sie eindrucksvoll darüber hinaus auf das Stilmittel von Zeitsprüngen (jeweils um einige Jahre weiter) zurück, wodurch der Leser staunend, teils sogar schockiert, die Hilflosigkeit und Ungewissheit der Protagonisten reflektiert und gewissermaßen am eigenen Leib zu verspüren vermag.

Ganz am Ende darf der Leser dann auch noch die, wiederum etwas zu knapp geratene, Krönung von Henri Quatre zum König von Frankreich in der Kathedrale Notre-Dame von Chartres miterleben, begleitet von einem beeindruckenden Cliffhanger im Hinblick auf Band 3.

Fazit: Die historischen Aspekte des Romans sind nicht so akribisch herausgearbeitet und in die fiktive Handlung eingebunden wie das in diesem Genre beispielsweise bei Rebecca Gablé oder Ulf Schiewe der Fall ist und halten sich somit leider in Grenzen. Die spannende, gefühlsbetonte Komponente hingegen sticht aber umso deutlicher hervor und sorgt dafür, dass sich das Buch zu einer herausragend emotionalen Familiengeschichte vor dem Hintergrund der Hugenottenkriege entwickelt. All jenen, die in einem Roman Freude und Genuss an letzterem finden, kann ich eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen. Ich persönlich freue mich auf Band 3 und fiebere ihm entgegen. Die Kenntnis von Band 1 ist für das Verständnis von Band 2 nicht essentiell notwendig, vermittelt dem Leser aber das Gefühl die Familiengeschichte der Joubert-Reydons über Generationen hinweg mitverfolgt zu haben und weiterhin mitverfolgen zu dürfen.

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KristallKind KristallKind

Veröffentlicht am 08.04.2021

Hat mir fast noch besser gefallen als Band 1

Minou und Piet leben nun bereits seit Jahren auf ihrem Landsitz in Puivert und führen dort mit ihrer Tochter Marta ein bodenständiges Leben. Als sie einer Einladung zur königlichen Hochzeit nach Paris ... …mehr

Minou und Piet leben nun bereits seit Jahren auf ihrem Landsitz in Puivert und führen dort mit ihrer Tochter Marta ein bodenständiges Leben. Als sie einer Einladung zur königlichen Hochzeit nach Paris nachkommen, nimmt ihr harmonisches Leben allerdings ein jähes Ende. Marta verlässt unbeaufsichtigt das Haus und wird vermisst. Kurz darauf zwingt die Bartholomäusnacht Minou und Piet tragischerweise zur überstürzten Flucht aus der Stadt, da allen Hugenotten der Tod droht.

Die Fortsetzung des Buches „Die brennenden Kammern“ hat mir wieder eine schöne Lesezeit beschert! Durch die gute Anknüpfung an den ersten Band und die fabelhafte und bildhafte Ausdrucksweise der Autorin, befand ich mich augenblicklich wieder in Frankreich bei Minou und Piet. Ach, ich mag dieses Paar sehr. Sie sind so bodenständig und für ihre Verhältnisse bescheiden geblieben, trotz Minous umfangreicher Erbschaft. Grundsätzlich fand ich sogar alle Figuren treffsicher skizziert, jeder Charakter war stark spürbar. So konnte ich mich in jede Szene sehr gut hineinversetzen, was mich stellenweise sogar emotional herausforderte.

Trotz des schweren Themas und des hindernisreichen Lebensweges des sympathischen Paares, konnte die Autorin der Geschichte Leichtigkeit geben. Ich empfand lediglich einzelne Kapitel düster, beispielsweise jene, die mit Vidals verqueren Gedanken und empathielosen Handlungen zu tun hatten. Nichtsdestotrotz war es aufschlussreich, die Verbindung zwischen Piet und Vidal näher betrachten zu können.

Ich gebe zu, dass mir die tragische Geschichte um Marta, deren Leben und Entwicklung ohne ihre leiblichen Eltern und deren Wiederfinden, nicht so gut gefallen hat. Hier waren mir zu viel schicksalshafte Momente und Verknüpfungen. Es wirkte auf mich daher nicht ganz so glaubhaft, genau wie der Showdown, der mir irgendwie unpassend erschien – zu sehr Hollywood-like.

„Die Stadt der Tränen“ steht dem ersten Band in nichts nach. Wo im ersten Band der Krieg im Außen tobte, zeichneten sich hier die Scharmützel auch auf Beziehungsebene und im Inneren der Protagonisten ab. Ich freue mich schon darauf, womit mich Kate Mosse in Band 3 der Reihe überrascht. / 4,5 Sterne

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.


Autorin

Kate Mosse

Kate Mosse - Autor
© Ruth Crafer

Die britische Bestsellerautorin Kate Mosse lebt in Chichester (West Sussex) sowie in Carcassonne (Südfrankreich), wo auch ihr neuster Roman spielt. Ihre Bücher werden in 37 Sprachen übersetzt und erscheinen in 40 Ländern. Weltbekannt wurde sie mit dem internationalen Bestseller „Das verlorene Labyrinth“. Neben dem Schreiben ist sie in Rundfunk und Fernsehen aktiv und hat eine Gastprofessur and der University of Chichester inne. Außerdem ist sie die Gründerin des …

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