Ein Traum vom Glück
 - Eva Völler - PB

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14,90

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Saga
Paperback
460 Seiten
Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-2670-9
Ersterscheinung: 27.03.2020

Ein Traum vom Glück

(45)

Essen 1951: Nach der Flucht aus der Kriegshölle Berlin hat die junge Katharina Unterschlupf bei der Familie ihres verschollenen Mannes gefunden. Aber das Zusammenleben mit der barschen, zupackenden Schwiegermutter auf engem Raum fällt der lebenshungrigen Frau schwer. Sie will ein besseres Leben für sich und ihre beiden Töchter. Mit trotziger Entschlossenheit versucht sie, ihrem ärmlichen Umfeld zu entfliehen. Doch dann begegnet sie dem traumatisierten Kriegsheimkehrer Johannes ...

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Pressestimmen

„[Der Traum vom Glück ist] mehr als die literarische Unterhaltung, die er sein will: Ein sehr genaues Zeitporträt ebenso wie ein authentischer Reigen von Figuren, die das Leben durchschüttelt, entwurzelt - und die doch immer wieder aus sich selbst heraus Kraft schöpfen.“

Rezensionen aus der Lesejury (45)

tinstamp tinstamp

Veröffentlicht am 31.03.2020

Ein Gefühl von Hoffnung

Dank der Lesejury durfte ich den ersten Band der Ruhrpott-Saga von Eva Völler lesen. Ein Roman, der nicht vom Zweiten Weltkrieg handelt, sondern die Zeit danach beschreibt und sich den Spätheimkehrern ... …mehr

Dank der Lesejury durfte ich den ersten Band der Ruhrpott-Saga von Eva Völler lesen. Ein Roman, der nicht vom Zweiten Weltkrieg handelt, sondern die Zeit danach beschreibt und sich den Spätheimkehrern widmet.

Wie aus dem Untertitel erkennbar ist, spielt die Geschichte im Ruhrpott, nahe Essen. Katharina und ihre beiden Töchter Inge und Bärbel sind während des Krieges aus Berlin geflohen und leben seitdem bei ihrer Schwiegermutter Mine. Ehemann Karl gilt seit Kriegsende als vermisst. Während Mine noch an die Rückkehr ihres Sohnes glaubt, hat Katharina damit abgeschlossen. Das Zusammenleben der beiden Frauen gestaltet sich oftmals schwierig. Die lebenshungrige Katharina träumt von einer Zukunft in der Stadt mit einem eigenen Atelier. Neben der harten Arbeit ändert und näht sie Kleider für die Frauen aus der Nachbarschaft und hofft auf weitere Empfehlungen, um den tristen Leben zu entfliehen. Eines Tages steht ein junger Mann vor der Tür. Es ist Johannes, der Sohn von Mines verstorbener Tochter. Er ist ein Spätheimkehrer und war in Kriegsgefangenschaft in Russland. Schon bald stellt Johannes das geordnete Leben in Mines Haus auf den Kopf....

Die Autorin gibt uns einen guten Einblick in das schwere Leben der Bergleute und auch in die Zeit des Wiederaufbaus. Ein weiteres Thema sind die Spätheimkehrer und die Thematik rund um die Bespitzelung dieser armen Männer, die oftmals als Spione verdächtigt werden. Hier habe ich einiges Neues erfahren, das mir bisher noch nicht wirklich bewusst war. Allerdings hat dies auch mit der Geschichte Deutschlands (West- und Ostdeutschland) einiges zu tun und war in meiner Heimat Österreich doch anders. Gleichzeitig wird auch hier aufgezeigt, dass über die Jahre in Kriegsgefangenschaft oder über den Krieg selbst nicht gesprochen wird. Ein Thema, das uns nun, wo es kaum mehr Zeitzeugen gibt, zu denken gibt.

Mit dem eingefügten Ruhrpott-Slang gelingt es Eva Völler viel Authentizität und Lokalkolorit in die Geschichte zu bringen. Das tägliche Leben zu dieser Zeit mit all den Schwierigkeiten und den hart arbeitenden Frauen und Männern wird sehr detailliert und lebendig erzählt. Ich hatte das Gefühl mittendrin in dieser Zeit zu sein. Manche Dinge erinnerten mich auch an meine Kindheit, obwohl ich zu dieser Zeit noch nicht geboren war. Andere wiederum, wie der Abbau der Kohle und die Bergleute waren für mich total fremd. Zusätzlich beginnt man die langsam beginnende Hoffnung zu spüren, dass die Zeiten endlich etwas besser werden. Alltägliche Dinge nehmen in der Geschichte sehr viel Raum ein, während sich zum Ende hin die Ereignisse überschlagen.

Die einzelnen Charaktere sind authentisch und spiegeln die damalige Zeit ungeschönt wider. Mit Katharina hatte ich manchmal meine Probleme, aber im Großen und Ganzen fand ich sie sympathisch, wenn auch teilweise berechnend. Sie setzt alles daran ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Mine hingegen wirkt oft sehr herrisch und bestimmend, aber hinter ihrer rauen Schale steckt ein weicher Kern. Besonders ans Herz gewachsen ist mir allerdings Johannes, der nach langer Kriegsgefangenschaft zurückkehrt und sich bald wieder einlebt. Er hat für alle ein offenes Ohr und hilft, wo er nur kann. An seinem Beispiel wurde das Bergarbeiterleben sehr schlüssig dargestellt. Er ist ein sehr facettenreicher Charakter, der sehr sympathisch wirkt.
Katharinas Töchter Inge und Bärbel sind grundverschieden. Inge steckt mitten in der Pubertät und wird erwachsen, während Bärbel ein rechter Wildfang ist und am liebsten mit dem Nachbarjungen Streiche ausheckt.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln erzählt. So erhält man einen besseren Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt der Figuren. Der Spannungsbogen bleibt die ganze Zeit über aufrecht. Die wunderbar flüssige und bildhafte Erzählweise von Eva Völler lässt einem mitleben und mitfiebern. Trotzdem empfand ich Liebesgeschichte an manchen Stellen zu viel und vermistste etwas mehr
Historie.
Im letzten Drittel hat die Autorin jedoch einige völlig unerwartete Wendungen eingebaut, die mich tief Luft holen ließen und teilweise auch erschüttert zurückgelassen haben. Nun bin ich besonders gespannt auf die Fortsetzung und wie die Geschichte weitergehen wird.

Fazit:
Im ersten Teil der Ruhrpott-Saga von Eva Völler steht mehr das alltägliche Leben der Nachkriegszeit im Vordergrund, als der historische Hintergrund. Für mich hätte es gerne etwas mehr Historie sein können, aber ich muss zugeben, dass man mit der gewählten Erzählform das Gefühl beim Lesen hat, mitten drin in der Geschichte zu sein und dazuzugehören. Viel Lokalkolorit und die spürbare Hoffnung einer neuen Zeit entgegenzugehen heben diesen Roman von anderen ab. Das überraschende Ende macht neugierig auf die Fortsetzung.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Gelinde Gelinde

Veröffentlicht am 30.03.2020

Ein Traum vom Glück - sehr emotional

Ein Traum vom Glück, von Eva Völler

Cover + Titel:
Schon das Cover weckt Kindheitserinnerungen und zieht mich in seinen Bann.
Auch der Titel ist wunderbar gewählt und passt perfekt.

Inhalt:
Essen 1951.
Katharina ... …mehr

Ein Traum vom Glück, von Eva Völler

Cover + Titel:
Schon das Cover weckt Kindheitserinnerungen und zieht mich in seinen Bann.
Auch der Titel ist wunderbar gewählt und passt perfekt.

Inhalt:
Essen 1951.
Katharina ist mit ihren beiden Töchtern aus Berlin geflohen und hat Unterschlupf bei ihrer Schwiegermutter in Essen gefunden. Ihr Mann Karl gilt als vermisst. Für sie ist er tot, doch ihre Schwiegermutter Mine ist fest davon überzeugt, dass er wieder zurückkommt.
Dies und einiges andere erschwert das Zusammenleben ungemein.
Doch Katharina ist entschlossen dem ärmlichen Umfeld zu entfliehen und sich und ihren Töchtern eine neue Zukunft aufzubauen.
Als dann auch noch der junge, traumatisierte Kriegsheimkehrer Johannes auf der Bildfläche erscheint, beginnt eine emotionale Berg und Talfahrt.

Meine Meinung:
Ein toller Roman, eine Mischung aus Historischem Roman und Liebesroman.
Die Mischung ist objektiv gesehen sehr ausgeglichen, für mich hätte es gern mehr in Richtung der Historie gehen dürfen.

Auf jedenfall kommen beim Lesen ganz viele Kindheitserinnerungen wieder hoch, und vor allem am Schluss fahren meine Emotionen in Höchstgeschwindigkeit über eine Achterbahn mit Looping.
Und es gibt eine Wende mit der ich nie und nimmer gerechnet hätte.

Der Einstig ins Buch gelingt mühelos. Die einzelnen Personen und ihre Charaktere werden gut beschrieben und schön nacheinander eingeführt.
Allen voran gefällt mir Mine, quasi die Oma, am besten. Sie hält sich im Hintergrund, hält auf der einen Seite aber das Zepter fest in der Hand, und auf sie ist 100% Verlass wenn es darauf ankommt.

Katharina ist eine vielschichtige und starke Person, sie hat schweres durchgemacht, glaubt aber felsenfest an eine gute Zukunft und tut alles dafür.
Sie hat Ecken und Kanten, scheut sich nicht auch mal anzuecken und will das Leben doch auch genießen, auch wenn sie sich ihre Gefühle nicht immer ehrlich eingestehen kann.

Johannes verkörpert das Schicksal der Spätheimkehrer.
Hier hätte ich gerne mehr darüber gelesen.

Der Schreibstil der Autorin ist, wie ich es nicht anders kenne, sehr flüssig und er holt mich als Leser voll ab und bringt mich mitten hinein in die Geschichte.
Ich war öfters sprachlos, habe mit gelitten und mit gehofft.
Super passend sind auch die Passagen mit dem Dialekt, die das ganze Buch einfach noch authentischer und lebendig machen.

Tja und der letzte Satz ist ja dann ein toller Hinweis auf das Folgebuch:
EIN GEFÜHL VON HOFFNUNG

Mein Fazit:
Ein wunderbarer, sehr bewegender Auftakt einer großen Ruhrpott-Saga, bei dem für mich persönlich der Schwerpunkt mehr auf der Liebes- und Lebensgeschichte von Katharina lag, wobei ich gerne mehr über die Problematik der Kriegsheimkehrer und die historischen Aspekte gelesen hätte.
Deshalb von mir hervorragende 4 Stern.


Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

chuckipop chuckipop

Veröffentlicht am 30.03.2020

Berührender, sehr gelungener Auftakt der Ruhrpott-Saga

"Ein Traum vom Glück" von Eva Völler ist als Taschenbuch mit 464 Seiten im März 2020 bei Lübbe erschienen. Es handelt sich um den ersten Teil der Ruhrpott-Saga.
Eva Völler legt hier eine berührende und ... …mehr

"Ein Traum vom Glück" von Eva Völler ist als Taschenbuch mit 464 Seiten im März 2020 bei Lübbe erschienen. Es handelt sich um den ersten Teil der Ruhrpott-Saga.
Eva Völler legt hier eine berührende und interessante Familiengeschichte vor, die in Essen ab 1951 spielt. Hierhin, genauer zu ihrer Schwiegermutter Mine, war Katharina mit ihren beiden Töchter Inge und Bärbel aus Berlin geflüchtet.
Das Zusammenleben ist nicht einfach, Katharinas Mann Karl ist noch nicht aus dem Krieg bzw. Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und Mine ist eine sehr verschlossene Frau, die fest daran glaubt, dass ihr Sohn zurückkehrt. Katharina hingegen denkt, dass ihr Mann wohl nicht wiederkommt und sie hat es satt, im ewigen Kohlenstaub, ohne warme Dusche und in beengten Verhältnissen zu leben...sie ändert, entwirft und näht Kleider für die Nachbarschaft, hofft auf weitere Empfehlungen und träumt von einem eigenen Atelier
Eines Tages taucht plötzlich Johannes auf, ein schwer traumatisierter Kriegsheimkehrer und Verwandter von Oma Mine...
Das Cover zum Buch finde ich sehr gelungen und äußerst ansprechend, es passt perfekt zu der Zeit und die Kombination vom schwarz-weißen Hintergrund und den farbigen Figuren ist sehr einprägsam.
Der Schreibstil von Eva Völler ist wirklich toll, prägnant und flüssig, lebendig und amüsant. Besonders der Ruhrpott-Slang von Oma Mine und Nachbarin Elfriede macht Spaß und wird ganz trocken herübergebracht. Da werden nicht viele Worte gemacht, aber das Herz sitzt am rechten Fleck, besonders bei Mine, wie sich einige Male herausstellen wird. Die Autorin hat bestens recherchiert und erzählt absolut authentisch.
Es ist permanent was los, die Spannung reisst eigentlich nie ab und zum Ende hin wird es äußerst aufregend.
Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, man fühlt definitiv mit und hat eigentlich durchgehend das Gefühl, fast selbst dabeigewesn zu sein.
Für meinen persönlichen Geschmack war es leider über weite Teile zu wenig historischer Roman und zu viel Liebesgeschichte (darum auch nur 4 Sterne), zwar sehr gut geschrieben aber dennoch etwas zu seichte Unterhaltung.
Im letzten Drittel allerdings hat mich Eva Völler dann auch vollends überzeugt, die Charaktere hatte ich ja bereits zuvor ins Herz geschlossen und zum Schluß habe ich dann auch absolut mitgefiebert und mitgelitten.
Mein Fazit: Ein sehr gelungener Auftakt der Ruhrpott-Saga, das Lesen lohnt sich :)

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TanteEmma TanteEmma

Veröffentlicht am 07.04.2020

Jeder träumt seinen eigenen Traum vom Glück

Ich wollte „Ein Traum vom Glück“ unbedingt lesen, da ich die Zeitenzauber- und Time School-Trilogien von Eva Völler sehr mochte und nun wissen wollte, wie ihr ein Roman für ein erwachsenes Publikum gelingt. ... …mehr

Ich wollte „Ein Traum vom Glück“ unbedingt lesen, da ich die Zeitenzauber- und Time School-Trilogien von Eva Völler sehr mochte und nun wissen wollte, wie ihr ein Roman für ein erwachsenes Publikum gelingt. Ich möchte gleich vorweg sagen, dass auch dieser Roman mich überzeugen konnte.

Doch fangen wir beim Inhalt des ersten Teils von Eva Völlers neuer Ruhrpott Saga an. Wir befinden uns in Essen im Jahr 1951. Nach der Flucht aus der Kriegshölle Berlin hat die junge Katharina mit ihren zwei Töchtern Unterschlupf bei der Mutter ihres im Krieg verschollenen Mannes gefunden. Aber das Zusammenleben mit der zupackenden Schwiegermutter Mine fällt der lebenshungrigen Frau bisweilen schwer. Sie will sich ein besseres Leben für sich und ihre beiden Mädchen aufbauen, indem sie als Schneiderin ein Modeatelier für exklusive Kunden eröffnet. Mit trotziger Entschlossenheit versucht sie, ihrem ärmlichen Umfeld zu entfliehen und sich diesen Traum zu verwirklichen. Doch dann steht plötzlich der traumatisierten Spätheimkehrer Johannes vor der Türe - der Neffe ihres Mannes Karl. Und damit beginnen sämtliche Träume ins Wanken zu geraten.

Der Schreibstil ist wie nicht anders erwartet wunderbar flüssig zu lesen. Ein besonderes Highlight ist der eingeflochtene Ruhrpottdialekt, den einige der Charaktere sprechen. Obwohl ich diesen nicht gewohnt bin, habe ich mich schnell eingefunden und konnte ihn im Zweifel aus dem Zusammenhang erschließen. Das trug für mich maßgeblich dazu bei, mir die Menschen und die Umgebung lebhaft vorstellen zu können. Außerdem wird dadurch auch der Kontrast zu Katharina deutlich, die, aus der Großstadt Berlin stammend, den Traum verfolgt, aus ihrem aktuellen Milieu auszubrechen.

Überhaupt mochte ich alle Charaktere sehr gern.
Mit Katharina konnte ich gut mitfühlen. Sie hat für eine junge Frau schon viele unvorstellbar schlimme Dinge erlebt, doch verzweifelt sie daran nicht. Sie glaubt fest, sich etwas für sich und ihre Töchter aufbauen zu können. Ich denke, aus Respekt vor ihrer Schwiegermutter lässt sie ihren Mann Karl auch nicht für tot erklären, obwohl sie selbst an keine Rückkehr mehr glaubt. Das bringt für sie natürlich einige Schwierigkeiten in Bezug auf eine neue Liebe mit sich, was sie scheinbar aber in Kauf nehmen will. Und das obwohl sie sich verständlicherweise nach Liebe und Geborgenheit sehnt.
Johannes ist ein sehr angenehmer Mensch. Auch er hat unfassbar schlimme Zeiten hinter sich. Dennoch integriert er sich mit vollem Herzblut in seine verbliebene Familie und packt überall mit an. Er ist fleißig und strebsam und steht für die Menschen ein, die ihm am Herzen liegen.
Das muss wohl charakteristisch für die Familie sein, denn auch Oma Mine stellt ihre Familie über alles. In diesem Zusammenhang möchte ich eine Stelle zitieren, die ich so passend für ihre Figur finde: „»Ich versteh das nicht«, sagte Katharina ungläubig zu Mine. »Seit wann stehst du auf unserer Seite?« »Schon immer. Denn bei uns inne Familie gibt et keine zwei Seiten. Bloß eine. Und da stehn wir alle.«“

Zudem empfand ich die Beschreibung der Zeitumstände sehr authentisch. Eva Völler lässt hier viele eigene Erfahrungen einfließen, sodass man sich alles sehr lebhaft vorstellen kann. Auch die teilweise (vielleicht etwas zu) sehr ausführlichen Beschreibungen zeittypischer Gerichte tragen zum Flair bei. Natürlich hätte es in Bezug auf die Tatsache, dass es ein historischer Roman ist, für meinen Geschmack noch mehr ins Detail gehen können, doch als Gesamtkonzept ist das Werk meiner Meinung nach absolut stimmig. Ich habe viel Neues über den Kohleabbau im Ruhrpott, über die Spätheimkehrer, dass einfache Leben der Bevölkerung, das Streben nach Aufstieg etc erfahren.

Daher kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich für historische Romane interessiert, aber auch nicht abgeneigt von einer berührenden und völlig unerwarteten Lebensgeschichte ist.

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Nele24 Nele24

Veröffentlicht am 02.04.2020

Fesselnder Auftakt

Ein Traum von Glück von Eva Völler
Klappentext :
Essen 1951: Nach der Flucht aus der Kriegshölle Berlin hat die junge Katharina Unterschlupf bei der Familie ihres verschollenen Mannes gefunden. Aber das ... …mehr

Ein Traum von Glück von Eva Völler
Klappentext :
Essen 1951: Nach der Flucht aus der Kriegshölle Berlin hat die junge Katharina Unterschlupf bei der Familie ihres verschollenen Mannes gefunden. Aber das Zusammenleben mit der barschen, zupackenden Schwiegermutter auf engem Raum fällt der lebenshungrigen Frau schwer. Sie will ein besseres Leben für sich und ihre beiden Töchter. Mit trotziger Entschlossenheit versucht sie, ihrem ärmlichen Umfeld zu entfliehen. Doch dann begegnet sie dem traumatisierten Kriegsheimkehrer Johannes ...

Ich muss sagen, Eva Völker hat mich wieder mal absolut begeistert, der Roman ist fesselnd geschrieben, ich wollte das Buch kaum zur Seite legen.
Das Familienleben, die deutsche Geschichte wurden gut beschrieben, bei mir kamen auch Erinnerungen zum Vorschein, die das Buch vielleicht noch emotionaler wirken lassen.
Ich habe an einer Leserunde teilgenommen, dort kam ab und zu zur Sprache, dass mehr von der deutschen Geschichte, von Essen, vom Pott erzählen könne, für mich war es aber genau die passende Mischung.
Oma Mine wird im Klappentext als barsch bezeichnet, das finde ich nicht, sie spricht halt nicht viel, wenn dann bringt sie dies aber direkt auf den Punkt.
Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet und beschrieben und nach deren erlebten auch mit passenden Emotionen weiter beschrieben.
Mich hat das Buch wie bereits erwähnt sehr berührt, aber das Ende nahm eine Wende, die ich nicht erahnen konnte. Das hat mich sehr überrascht.

Da ich so begeistert bin, vergebe ich natürlich 5 von 5 Sternen

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Autorin

Eva Völler

Eva Völler - Autor
© Olivier Favre

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht."
Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

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