Im Dunkel deiner Seele
 - George Harrar - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Thriller
Taschenbuch
399 Seiten
ISBN: 978-3-404-17614-4
Ersterscheinung: 29.03.2018

Im Dunkel deiner Seele

(42)

Wenn das Gift des Zweifels seine zerstörerische Macht entfaltet ...
Als Professor Evan Birch eines Tages von der Polizei angehalten wird, gerät sein geordnetes Leben plötzlich aus den Fugen. Die Polizisten stellen ihm rätselhafte Fragen zu einem sechzehnjährigen Mädchen, das vor einiger Zeit spurlos verschwand. Fassungslos angesichts ihres ungeheuerlichen Verdachts, vertraut sich Birch seiner Frau an, die hinter alldem ein Missverständnis vermutet. Doch dann wird der Lippenstift des Mädchens in Birchs Wagen gefunden – und es gibt niemanden mehr, der seiner Geschichte jetzt noch Glauben schenkt ...
Der hochspannende Thriller nun auch in deutscher Sprache - "Im Dunkel deiner Seele" wird derzeit fürs Kino verfilmt, die Hauptrollen spielen Greg Kinnear, Nikolaj Coster-Waldau und Emma Roberts
 

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Pressestimmen

"Ein erstklassiger Thriller – extrem spannend, mit einem hoch intelligenten Protagonisten, dem man nie so ganz trauen kann, und einem Ende, das einen fassungslos zurücklässt."
"Harrar gelingt es ganz meisterhaft, uns in seinem Roman zwei Welten vorzuführen: die Realität, wie Birch sie sieht, und jene andere, die wir uns aus seinen Begegnungen mit anderen Romanfiguren erschließen können."
"Harrar formuliert ebenso elegant wie subtil."
„Ein erstklassiger Thriller“

Rezensionen aus der Lesejury (42)

maeddsche maeddsche

Veröffentlicht am 09.04.2018

Ende zerstört gelungenen (Psycho)Thriller

Inhalt:
Der Klappentext verrät eigentlich hinsichtlich der Handlung schon alles Wesentliche.
Nach einer kurzen Einführung in Evan Birchs Alltag und Familienleben, findet besagte Szene mit der Polizei statt ... …mehr

Inhalt:
Der Klappentext verrät eigentlich hinsichtlich der Handlung schon alles Wesentliche.
Nach einer kurzen Einführung in Evan Birchs Alltag und Familienleben, findet besagte Szene mit der Polizei statt und danach dreht sich alles um die Frage ob Evan nun schuldig ist oder nicht.
Dabei liegt der Fokus aber sehr stark auf der psychologischen Seite, was unter anderem auch damit zusammenhängt, dass Evan Philosophieprofessor ist und dementsprechend hinterfragend handelt. Daher würde ich diesen Thriller auf jeden Fall als Psychothriller definieren. Lässt man sich darauf ein, ist das Buch aber nicht weniger spannend, im Gegenteil. Die Spannung ist hier sehr subtil, aber dennoch durchgehend hoch. Immer wieder geschehen komische Sachen, werden nicht ganz eindeutige Gespräche geführt und tauchen neue Beweise und Tatsachen auf. Man weiß als Leser also nie woran man ist.
Zudem erleben wir die Geschehnisse nur aus der Sicht von Evan und können so auch nur das beurteilen, was er uns gibt. Zwar spielt auch seine Frau Ellen eine große Rolle, wir lernen aber auch sie nur durch die Augen von Evan kennen, wobei sie oft ein komisches Verhalten an den Tag legt.
Zum Schluss bleibt dann leider vieles offen, sodass das Buch eigentlich gar keinen richtigen Schluss hat. Viele Vorkommnisse und Zwischenfälle, die Fragen aufwarfen und wichtig erschienen, werden am Ende nicht mehr aufgegriffen und selbst die große Frage eines jeden Thrillers, „Wer war es?“, bleibt unbeantwortet.

Fazit:
Selten habe ich das Ende eines Buches so bedauert wie bei diesem. Für mich macht es leider meinen kompletten Eindruck vom Buch zunichte. Ich war von Anfang an begeistert. Die fehlende Spannung, die so viele Leser bemängeln, kann ich nicht bestätigen. Die Spannung wurde einfach nur auf einem sehr subtilen Weg vermittelt. Es gibt keine Action, dafür aber sehr viele Andeutungen und komische Vorfälle, die Zweifel säen. Man weiß bei Evan und auch bei seiner Familie einfach nicht woran man ist. Ist er unschuldig und einfach nur in eine Reihe von Zufällen verwickelt, oder steckt doch mehr dahinter? Und so ist dieser (Psycho)-Thriller einer der wenigen, der mich beim Lesen und auch noch danach viel beschäftigt hat und mich die ein oder andere Theorie hat spinnen lassen, nur um sie im nächsten Moment schon wieder zu verwerfen.
Alles deutete darauf hin, dass dieses geniale Verwirrungsspiel in einem spannenden Ende seinen Höhepunkt findet, wo alle Vorfälle zusammenfinden und durch die Präsentation des Täters aufgelöst werden.
Leider ist das genaue Gegenteil der Fall. Es wird keine, wirklich gar keine Frage beantwortet. Nach Beendigung des Buches fühle ich mich, als wäre mir nach der Hälfte das Buch weggenommen worden und ich müsste mir denken wie es ausgehen könnte, wobei noch jede Möglichkeit offen ist. Das Ende eines Buches muss für mich zwar nicht jede Kleinigkeit beantworten, aber als Leser sollte man doch zumindest nicht komplett ratlos zurückbleiben.
Beurteile ich die ersten drei Viertel des Buches, würde ich eine Leseempfehlung aussprechen. Durch den Schluss kann ich das nun aber nicht. Das Buch ist sprachlich und stilistisch absolut gelungen und es wird auf subtile Weise gekonnt Spannung aufgebaut. Man fiebert dem Ende entgegen und will endlich Antworten – die große Auflösung bleibt dann aber aus. Für mich ist das leider kein gelungenes Ende, das das zuvor Gelesene kaputt macht.
Aktuell wird das Buch verfilmt und ich bin sehr gespannt ob die bildliche Darstellung der Story mehr Antworten liefern wird. Vielleicht lässt mich das dann anders über das Buch denken. So konnte es mich (leider nur anhand der letzten paar Seiten) leider nicht überzeugen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Sidny Sidny

Veröffentlicht am 09.04.2018

Die Suche nach der Wahrheit

Evan Birch ist Philosophie-Professor, treusorgender Familienvater und Ehemann und führt insgesamt ein durchschnittlich-langweiliges Leben. Bis er eines Tages unter Verdacht steht, mit dem Verschwinden ... …mehr

Evan Birch ist Philosophie-Professor, treusorgender Familienvater und Ehemann und führt insgesamt ein durchschnittlich-langweiliges Leben. Bis er eines Tages unter Verdacht steht, mit dem Verschwinden eines 16-jährigen Cheerleaders zu tun zu haben. Zu Beginn gibt es nur ein paar Indizien, die Evan in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen rücken, aber spätestens als die ersten handfesten Beweise auftauchen, die ihn mit der verschwundenen Joyce Bonner in Verbindung bringen, schwindet auch das Vertrauen seiner Ehefrau und seiner Söhne...

Der als Thriller beworbene Titel "Im Dunkel Deiner Seele" weckte schon anhand des Klappentextes sofort mein Interesse. Im Moment habe ich gerade eine Psychothriller-Phase, und dieses Buch schien haargenau in mein derzeitiges Beuteschema zu passen.

Wie man es von Thrillern mit psychologischer Komponente gewohnt ist, verläuft auch hier der Einstieg in die Handlung sehr ruhig: Der Leser bekommt ausreichend Zeit, die Figuren kennenzulernen und sich eine Meinung über sie zu bilden. Dies geschieht allerdings ausschließlich aus der Perspektive von Evan, der zwar der Protagonist, aber kein Ich-Erzähler ist. Dadurch betrachtet man als Leser sämtliche Nebenfiguren - angefangen von Evans Ehefrau Ellen und den Zwillingssöhnen Adam und Zed, bis hin zu kleineren Rollen bei der Polizei oder unter Evans Arbeitskollegen - nicht neutral, sondern aus Evans subjektivem Blinkwinkel, beziehungsweise in seiner subjektiven Wahrheit. Dabei bleibt allerdings auch Evan selbst wenig greifbar, man hat durch die distanzierte Erzählweise in der dritten Person immer das Gefühl, auf Abstand gehalten zu werden. Und so ging die Saat des Zweifels an Evans Unschuld auch bei mir sehr schnell auf.

Obwohl die Spannung über das ganze Buch hinweg eher subtil bleibt, wurde mein Interesse durch immer mehr unerklärliche Vorkommnisse und neue Details über Evans Vorleben durchgehend wachgehalten. Die Zeichnung der Figuren überzeugt, obwohl ich nicht behaupten könnte, dass ich ihnen große Sympathien entgegengebracht habe, haben sie durch allerlei seltsame Marotten und die komplizierten Beziehungen in Evans Familie sehr viel Stoff zum Nachdenken geliefert.

Insgesamt dreht sich der gesamte Roman - und ich schreibe hier bewusst Roman, nicht Thriller - meiner Ansicht nach um die Frage: "Wie gut kennen wir andere Menschen wirklich?" Selbst bei Ehepartnern und Kindern, also unseren engsten Angehörigen, kennen wir letztendlich nur die Seiten, die sie uns von sich zeigen, und genauso verhält es sich hier mit den Figuren des Romans. Versinnbildlicht wird dies durch Evans zunehmende Unfähigkeit, seine beiden Söhne, eineiige Zwillinge, voneinander zu unterscheiden. Zu Beginn versucht er es zumindest noch, aber im späteren Verlauf, heißt es oft nur noch "einer der Zwillinge".
Die Frage, wie lange es dauert, und wie viel es braucht, um unser Vertrauen zu erschüttern, ist zwar ein vielversprechender Ansatz, aber George Harrars Umsetzung als "philosophischer Thriller", wie er sein Buch im Nachwort bezeichnet, konnte mich am Ende überhaupt nicht mehr überzeugen.

Ein Philosophie-Student sagte einmal zu mir: Die Philosophie ist nicht dafür da, Antworten zu finden, sondern immer mehr neue Fragen. Und so verhielt es sich für mich auch mit "Im Dunkel Deiner Seele", trotz des vielverspechenden Starts blieb ich am Schluss mit einem Berg unbeantworteter Fragen und jeder Menge Frustration zurück, was stark mit dem kollidiert, was ich mir von einem Thriller erwarte, wo doch in einem letzten Aha-Moment eigentlich alle Puzzleteile an ihren Platz fallen sollten.


NACHTRAG: Wer wie ich die grundsätzliche Fragestellung interessant, die Umsetzung aber missglückt fand, könnte Gefallen an dem (echten) Psychothriller "Best Day Ever" von Kaira Rouda finden. Ich habe es direkt im Anschluss gelesen und war begeistert.

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Testsphaere Testsphaere

Veröffentlicht am 20.04.2018

Fulminanter Einstieg, aber enttäuschendes Ende


Evan Birch ist Philosophie Professor, Ehemann und Vater von zwei Zwillingssöhnen. Überraschend wird er eines Tages aus dem Auto heraus und vor den Augen seiner Kinder verhaftet, ein junges Mädchen ist ... …mehr


Evan Birch ist Philosophie Professor, Ehemann und Vater von zwei Zwillingssöhnen. Überraschend wird er eines Tages aus dem Auto heraus und vor den Augen seiner Kinder verhaftet, ein junges Mädchen ist verschwunden und Evan wird zum Sachverhalt befragt. Evan kann im Verhör wenig sagen, kann sich im Nachgang aber doch an einiges erinnern. Schnell gerät er dadurch in den Kreis der Verdächtigen, sowohl für die ermittelnden Polizisten, als auch für den Leser.
Nach meinem Empfinden beginnt das Buch fulminant, es ist nicht die Art Thriller und der die Spannung gleich auf Anschlag ist, aber es gibt diese Momente, die einen verunsichert und irritiert zurücklassen und somit begleitet einen eine latente Spannung. Sein Beruf bringt es auch mit sich, dass Evan permanent am beobachten, analysieren und beschreiben ist. Umso erstaunlicher ist es, dass er in Befragungen der Polizei diese Beobachtungen, die sich eben auch um das verschwundene Mädchen bewegen, vergisst oder nicht für erwähnenswert erachtet und er sich somit immer wieder selber verstrickt.
Diese Verflechtung zwischen philosophischen Ansätzen (insbesondere Wittgensteins, das Fachgebiet von Evan) ist ein Highlight und hätte der Roman / Thriller dieses Level gehalten, dann hätte er nach meinem Erachten das Zeug für einen Beststeller. Aber leider flacht er ab und irgendwann empfindet man die Geschichte, die Charaktere als zu oberflächlich. In dem Bemühen überall die philosophische Note hineinzubekommen bleibt dann irgendwann das Thrillermoment liegen und das ganze plätschert nur so dahin wie Evans Vorlesungen: eigentlich könnte es ganz interessant sein, aber irgendwie bleiben die Zuhörer weg. Man ist dann nicht mehr so richtig, man ist dann von den Personen handelnden Personen nur noch genervt. Was schade ist, denn sie hätten mehr zu bieten. Egal ob es die sich kühl verhaltende Ehefrau ist, die sich durch ihr Verhalten auch etwas verdächtig hat, der ermittelnde Polizeibeamte, der ein Philosophie-Fan, ja fast schon -Kenner ist oder Evan selber, der doch ein paar Geheimnisse mehr hat als vielleicht zunächst gedacht.
Sprachlich ist das Buch wirklich auf einem hohen Niveau, wer das Thema „Philosophie“ und insbesondere Wittgenstein mit hineinfließen lässt, muss und kann schreiben und das durchgehend auf hohem Niveau. Leider reißt dann einfach der Spannungsbogen, als sich alles nur auf das philosophierende Beschreiben konzentriert und das Thrillermoment nur untergeordnet (wenn überhaupt noch) eine Rolle spielt. Dazu kommt dann auch noch ein ziemlich unbefriedigendes Ende, so dass man das Buch mit dem Gefühl beendet, dass der Autor hier fast schon krampfhaft versucht den philosophischen Duktus aufrechtzuerhalten, aber alles andere darüber vergisst. Schade, ich hatte mir hier etwas mehr erhofft.

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Igela Igela

Veröffentlicht am 07.05.2018

Philosophischer Thriller

Professor Evan Birch ist der Leiter des philosophischen Seminars am Pearce College. Als Vater von Zwillingen gefordert, denn die zehnjährigen Jungs Zed und Adam hängen sehr an ihm. Für sie und Birchs Frau ... …mehr

Professor Evan Birch ist der Leiter des philosophischen Seminars am Pearce College. Als Vater von Zwillingen gefordert, denn die zehnjährigen Jungs Zed und Adam hängen sehr an ihm. Für sie und Birchs Frau Ellen ist der Schock gross, als Evan eines Tages von der Polizei fest genommen wird. Er soll verantwortlich sein für das Verschwinden einer Studentin.

Evan Birch arbeitet als Dozent für Philosophie. Ganz seinem Beruf entsprechend, ist sein Denken, seine Art zu kommunizieren sehr philosophisch angehaucht. Doch nicht nur die Figur Birch, sondern auch seine Frau Ellen und die Zwillinge Adam und Zed sind seltsam. Die Jungs sind sehr altklug, und artikulieren wie ihre Eltern, sehr gestelzt und verschroben. Ab und zu musste ich schmunzeln, wie die Zwillinge sich ausdrücken. Witzig, doch leider nicht unbedingt dem Alter entsprechend. Oder vielleicht spricht man als Kind so, wenn man einen Vater wie Birch hat? Denn Birch zeigt eine grosse Tendenz zu schwafeln …und das am liebsten über Philosophie. Sogar beim Tee kochen schweift er ab in philosophische Gedanken. Egal was geschieht, Birch schwenkt ab und bringt ein philosophisches Beispiel für jede Lebenslage. Mich hat seine Art leider etwas ermüdet. Man ahnt es schon, die Figur war mir unsympathisch. Eine grosse Überheblichkeit mit der er Personen, die mit ihm sprechen, immer wieder korrigiert, hat meine Antipathie noch zusätzlich geschürt. Einige Passagen zeigen Birchs Arbeit in den Vorlesungen. Die sind leider sehr langatmig und ich habe mich beim groben Ueberlesen ertappt. Bei Überlegungen wie "Existiert Gott in der Zeit oder ausserhalb davon" blieb die spannende Frage, ob denn nun Birch für die Entführung verantwortlich ist oder nicht, auf der Strecke. Leider bleibt dieser Punkt, auch der Grund warum ich dieses Buch lesen wollte und der ja auch auf dem Klappentext erwähnt wird, leider völlig aussen vor, zwischen einem seltsamen Familienleben und Arbeit am College.
Schuldig oder nicht? In diesem Punkt genauso schlau wie vor der Lektüre, weiss ich nicht, ob ich den Schluss verstanden habe?
Man spürt wie der Verdacht, verantwortlich zu sein für das Verschwinden der Studentin, die Beziehung und das Familienleben vergiftet. Dies ist sehr gut und eindrücklich beschrieben worden.
Gewünscht hätte ich mir nun ein klares Urteil, denn so und mit diesem Schluss fühle ich mich ein wenig wie im Regen stehen gelassen. An und für sich hat mir das Buch, mit Ausnahme den oben beschriebenen Mankos gefallen….doch der Schluss geht leider gar nicht. Ich empfinde Frustration und Ratlosigkeit.

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Toxicas Toxicas

Veröffentlicht am 21.04.2018

Enttäuschend!

Du meine Güte ... was musste ich mit dieser Rezension kämpfen! Ich habe sie auch lange hinausgezögert, weil ich einfach nicht wusste, was ich zu einem Buch schreiben soll, das mich richtig enttäuscht hat. ... …mehr

Du meine Güte ... was musste ich mit dieser Rezension kämpfen! Ich habe sie auch lange hinausgezögert, weil ich einfach nicht wusste, was ich zu einem Buch schreiben soll, das mich richtig enttäuscht hat. Ganz ehrlich verstehe ich den Hype darum nicht und schon gar nicht, weswegen bereits die Filmrechte verkauft wurden. Haben die Verantwortlichen ein anderes Buch gelesen als ich? So kommt mir das nämlich vor.

Die erste Hälfte vom Buch füttert uns der Autor mit einem philosophischen Geschwätz nach dem anderen. Zitate von bekannten Philosophen und Denkern, veraltete Floskeln, abstruse Banalitäten und langweilige Mono- wie auch Dialoge machen das Fiasko komplett. Ich bekam richtig Bauchweh, wenn ich das Buch zur Hand nahm. Da es ein Leseexemplar ist und man meine Teilnahme an der Leserunde sowie eine Rezension erwartete, blieb mir nichts anderes übrig als mich durchzubeißen. Mein persönlicher Kampf, Freunde!

Wenn der Klappentext das Spannendste am ganzen Buch ist, hat der Autor einiges falsch gemacht. Just my opinion. Denn im Wesentlichen verrät dieser Klappentext schon alles.

Die Charaktere sind - allen voran der Hauptprotagonist Professor Evan Birch - ziemlich oberflächliche und langweilige Charaktere. Ich kann mit keinem von ihnen warm werden, keine Verbindung herstellen und auch wenig nachvollziehen, was sie denken, sagen und tun. Der Fokus liegt stark auf der psychischen Seite, was mich sonst sehr fasziniert, hier aber auf Grund der unzähligen Ausuferungen viel zu monoton dargestellt und beleuchtet wird. Umso schlimmer ist es, dass die Story nur aus Evans Sicht erzählt wird, der auch so schon wenig interessant ist. Zwar spielt auch seine Ehefrau eine tragende Rolle, dennoch kommt sie nie selbst zu Wort. Schade! Vielleicht hätte dem Buch das gut getan.

Der Schreibstil ist kompliziert, zäh und schleppend, die Sprache trist. Ich musste mich regelrecht durch den Großteil des Buch quälen. Zu viele Belanglosigkeiten und Nebenstränge, zu viel philosophischer Kram, dem man als Laie nur schwer folgen kann. Auch die humoristischen Szenen verfehlen ihre Wirkung. Teilweise liefert uns der Autor plump eine Aneinanderreihung von Wörtern ohne schlüssigen Zusammenhang, die unnötig verwirren.

Die Krone des Ganzen stellt das Ende dar, das einen frustriert mit zahlreichen Fragen zurücklässt. Selbst die Täterfrage bleibt unbeantwortet. Eine andere Rezensentin schrieb: "Ich fühle mich, als wäre mir nach der Hälfte das Buch weggenommen worden [...]". Dem kann ich zu 100% zustimmen!

Ich bin mächtig gespannt, wie der Film sein wird. Ich werde ihn mir ansehen, um feststellen zu können, wie die Story, an der ich nun kein gutes Haar ließ, tatsächlich umgesetzt werden konnte. Für mich momentan ein Ding der Unmöglichkeit.

Das Cover zeigt die schwarze Silhouette eines Mannes. Es wirkt, als würde er durch eine grün-gelb-schwarze Jalousie blicken. Der Titel ist in weiß-gelb gehalten. Ein insgesamt auffälliges Farbenspiel, welches mir gut gefällt.

Fazit: Ein enttäuschender Thriller, der dem Hype nicht gerecht wird. Ich habe noch nie 2 Sterne vergeben und ich tue es auch jetzt nicht gern, aber als Rezensentin muss und möchte ich ehrlich sein, nichts beschönigen und schon gar nicht ein Buch loben, nur weil es ein Leseexemplar ist. Das mit Abstand schlechteste Buch, das ich seit langem gelesen habe! Nur auf Grund des Covers habe ich meine urpsürngliche Bewertung von 1 auf 2 Sterne erhöht.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.


Autor

George Harrar

George Harrar verbrachte seine Kindheit in Pennsylvania und studierte an der New York University. Anschließend schrieb er als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Magazine und veröffentlichte Kurzgeschichten, für die er vielfach ausgezeichnet wurde. Sein Roman Im Dunkel deiner Seele wird gerade fürs Kino verfilmt (vorläufiger Filmtitel: Spinning Man). George Harrar lebt mit …

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