Im Traum kannst du nicht lügen
 - Malin Persson Giolito - PB

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16,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Sonstige Belletristik
Paperback
461 Seiten
Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-431-03993-1
Ersterscheinung: 26.10.2017

Im Traum kannst du nicht lügen

(41)

Stockholm: Nach einem Blutbad an einem Gymnasium steht die achtzehnjährige Maja vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und der Lehrer Christer. Wie konnte es dazu kommen, dass dieses einstmals so beliebte Mädchen zur meistgehassten Person Schwedens wurde? Und ist sie überhaupt eine Mörderin?



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Pressestimmen

„Ihr Roman thematisiert Rassismus genauso wie Fluchtursachen Liebeskummer und Perspektivlosigkeit von Jugendlichen. Eine Mischung, die bis zum Schluss Sinn ergibt, und die fesselt - auch ohne die Antwort auf die Schuldfrage.“
„Eine präzise, nie reißerische Beschreibung der Brüche in der schwedischen Gesellschaft - und ein spannender Gerichtsthriller.“
„Dieser Roman um einen fatalen Amoklauf fesselt und berührt zu gleich.“
„Diese Buch wird man, hat man einmal damit begonnen, nicht mehr so schnell weglegen.“

Weitere Abbildungen

Rezensionen aus der Lesejury (41)

katharina82 katharina82

Veröffentlicht am 26.10.2017

Nichts kommt von ungefähr !

Nach einem Amoklauf in ihrem Gymnasium wird die 18 Jährige Maria Norberg, alias Maja, des Mordes angeklagt. Sie soll ihre besten Freundin, ihren Freund und ihren Klassenlehrer erschossen haben. Sofort ... …mehr

Nach einem Amoklauf in ihrem Gymnasium wird die 18 Jährige Maria Norberg, alias Maja, des Mordes angeklagt. Sie soll ihre besten Freundin, ihren Freund und ihren Klassenlehrer erschossen haben. Sofort stellt sich dem Leser die Frage, was Maja, die aus einem guten Elternhaus und noblen Vorort kommt und mit guten Leistungen kurz vor dem Abitur steht, dazu bewog diese grausame Bluttat zu planen und umzusetzen. Der Leser wird auf eine spannende Reise über die Vorgeschichte des Verbrechens mitgenommen und am Ende bleibt die Frage: Ist Maja schuldig, oder nicht?

Malin Persson Giolito baut gekonnt den Spannungsbogen auf, der dafür sorgt, dass man das Buch bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen kann. Besonders interessant an diesem Buch find ich, dass die Handlung aus der Sicht und Gedankenwelt der Täterin erzählt wird. Die wechselnden Szenarien zwischen dem aktuellen Prozessverlauf und der Retrospektive geben dem Leser Stück für Stück Aufschluss darüber, was in Maja vorgeht und wie es zu diesem Attentat kam. Maja ist ein normaler Teenager. Intellektuell interessiert, eigen, rebellisch, frech. Sie ist beliebt, versucht allerdings sich selbst und ihre guten Leistungen in den Hintergrund zu stellen um nicht aufzufallen. Sie steht Ihrem Umfeld und Ihren Eltern sogar eher kritisch entgegen. In den ersten Kapiteln erscheint mir Maja sehr hart und abgeklärt, was sicherlich durch die Zeit im Gefängnis, dem Abstand zur Außenwelt und dem Wunsch nach Ruhe geschuldet ist. Dies ändert sich im Verlauf der Handlung, je mehr der Vorfall und die Vorgeschichte aufrollt und sie alles erneut gedanklich durchlebt. Obwohl das Buch dem Genre Kriminalroman und Thriller untergliedert ist, ist er zugleich äußerst gesellschafskritisch, denn Maja lebt und wächst in einem noblen Vorort auf, in dem Oberflächlichkeit und Standing einen gewissen Stellenwert einnimmt. Sie wird in relativ kurzer Zeit mit dem abrupten Erwachsenwerden, Verantwortung übernehmen, und dem elterlichen Versagen konfrontiert. Was sich anfänglich als eine aufblühende Liebesgeschichte anfühlt, entpuppt sich relativ schnell zu einem Albtraum, dem sie sich gegenüber, letztendlich auch aufgrund des äußeren Drucks, verpflichtet fühlt. Aber kann man von einem heranwachsendem Menschen, so intelligent er auch ist, so viel emotionale Stärke und derartige Druckresistenz erwarten, die selbst manch Erwachsener nicht „schadenfrei“ aufbringt und stand hält .
Das Buch las sich gut und flüssig. Die Sprache und Ausdrucksweise beschreibe ich als recht jugendlich, gefüllt von eingefügter Umgangssprache. Sie passt zu Maja, denn sie erzählt die Handlung aus der Ich-Perspektive. Man merkt zudem, dass Malin Persson Giolito einen juristischen Hintergrund hat. Sie bedankt sich zwar im Anschluss für die fachliche Unterstützung lässt aber gleichzeitig durchscheinen, dass sie sich in diesem Metier auskennt. Den Titel finde ich gut gewählt. Allerdings muss ich gestehen, dass ich das Cover, auch wenn im Buch in dem ein oder anderen Kapitel vom Pool-Haus gesprochen wird, im Nachgang anders gewählt hätte.

Ich freue mich sehr, dass ich an meiner allerersten Leserunde teilnehmen konnte und gleich so ein Juwel zugeschickt bekam. "Im Traum kannst du nicht lügen" ist ein spannender sozialkritischer Krimi der unter die Haut geht. Er hat mich von der ersten bis zur letzten Seite so in seinen Bann gezogen, dass es mir regelrecht schwer fiel das Buch zur Seite zu legen. Für alle Krimi und Thriller Liebhaber ist dieses Buch ein absolutes Muss.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Kitsune87 Kitsune87

Veröffentlicht am 25.10.2017

Verdient "Bester Kriminalroman Schwedens 16"!

#Daten#

Titel: Im Traum kannst du nicht lügen
Originaltitel: Störst av allt
Autor: Malin Persson Giolito
Übersetzer: Thorsten Alms
Seiten: 464
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 26.10.2017
ISBN: 978-3431039931

#Meinung#

Wie ... …mehr

#Daten#

Titel: Im Traum kannst du nicht lügen
Originaltitel: Störst av allt
Autor: Malin Persson Giolito
Übersetzer: Thorsten Alms
Seiten: 464
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen: 26.10.2017
ISBN: 978-3431039931

#Meinung#

Wie kann es dazu kommen, dass zwei privilegierte und gesellschaftlich gut aufgestellte Jugendliche mit Waffen in ihre Schule stürmen, um dort mehrere Schüler aus der Klasse, sowie den Klassenlehrer zu ermorden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Roman _Im Traum kannst du nicht lügen_ der schwedischen Autorin Malin Persson Giolito.

Dieses Buch setzt sich in einiger einzigartigen Weise mit den Gedanken, Ängsten und Emotionen einer Person – die sich wie Protagonistin Maja – in einer Ausnahmesituation wiederfindet, realistisch auseinander. Egal, wie rational sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Die Autorin geht sehr in die Tiefe und lässt keinen Raum für Schwarz-Weiß-Denken, sondern liefert eine große Anzahl an Grautönen mit denen sich der Leser zurecht finden muss.

Persson Giolito setzt sich nicht nur mit den Angehörigen der Opfer auseinander, wie in vielen ähnlichen Romanen. Sie beleuchtet das ‚Leben danach‘ und das ‚Wie konnte es soweit kommen‘ vor allem aus Sicht der vermeidlichen Täterin durch Rückblenden und Gerichtsverhandlungen und stellt den Leser damit vor ungemütliche Tatsachen. Denn, wer will sich schon dabei ertappen, plötzlich mit einer vor Gericht stehenden Person mitzufühlen und -fiebern, die wahrscheinlich Schuld an dem Tod mehrerer Personen ist? Dabei ist dies zunächst gar nicht so einfach, denn Majas Gedanken sind mitunter recht feindselig und ungemütlich. Aber sie sind ehrlich. Es geht auch gar nicht darum, eine Protagonistin zu haben, die man sofort ins Herz schließt, sondern hinter ihre Tat und ihre Psyche zu schauen.

Vor allem ist dieser Roman ein Seitenhieb an die Sensationslust der Menschen und spielt gekonnt mit dieser Neugierde und deren Nachspielen.

_„Weil die Journalisten ihre Leser mit mir Ködern wollen, riecht es nach Tod, und das erregt die Hyänen nur noch mehr.“ _– Seite 25

Es ist egal, wer eine Tat vollbracht hat. Es ist egal, welche Tat es gewesen ist. Und es wird am Ende auch egal sein, welche Strafe denjenigen erwarten wird. Es ist die Sensationsgier der Presse, die den ‚wütende Mob‘ entfacht und antreibt. Es geht auch nicht um das oder die Opfer und das ihnen Gerechtigkeit zukommt, sondern um die eigene soziale und vor allem moralische Überlegenheit. Persson Giolito weiß auch dies gekonnt in Szene zu setzen und in Frage zu stellen.

_„Ich drehe mich immer noch nicht um, stattdessen schaue ich auf die Bank hinunter. Das werden sie auch berichten, nehme ich an. Dass ich mir die Liste der Toten und Verletzten anhörte, dass ich dieses Weinen hörte, dieses verdammte Weinen, ohne Gefühle zu zeigen. Sie lieben es, mich eiskalt zu finden. Unmenschlich.“_ – Seite 44

Die Protagonistin ist eine wahre Beobachtungskünstlerin. Durch ihre Augen wird jeder Beteiligter, sei es nun die Zellenwärterin, die Staatsanwältin, ihre Eltern oder eben die ermordeten Klassenkameraden, bis ins Kleinste auseinandergenommen und analysiert. Bisweilen begibt sie sich damit auf das Niveau der Klatschblätter, wodurch die Autorin in meinen Augen perfekt den Kreislauf schließt.

Da ich den Roman vorab als Manuskript für eine Leserunde erhalten habe, konnte ich mir allerlei Notizen an die Seitenränder vermerken. Unter anderem habe ich festgehalten, dass Majas rückwirkende Erzählungen über ihre beste Freundin Amanda die beste Charakterbeschreibung einer fiktiven Person seit langem war und das vor dem Hintergrund, dass Amanda bis zu diesem Zeitpunkt nie selbst zu Wort gekommen ist. Dies trifft auch auf die weiteren, im Fokus stehenden Personen zu, was das besondere Gespür der Autorin für Personen beweist.

Der Roman ist in viele kleine Abschnitte unterteilt, die sich abwechseln und treffend ergänzen. Dadurch bekommt man als Leser das Gefühl nicht nur Teil einer, sondern direkt mehrerer Geschichten zu sein. Die Mischung aus Falltagen und Rückblenden zur Tragödie und ihr Entstehen liefern einen faszinierenden Kontrast, da sich daraus natürliche Cliffhanger ergeben.

Den Schreibstil würde ich als jugendlich, was vor allem aus der teilweise eingestreuten Umgangssprache ergibt, jedoch keineswegs einfach beschreiben. Majas Gefühlswesen weißt eine Palette von gleichgültig bis tiefverletzt auf, was sich auch auf die Art ihrer Erzählweise – hier die 1. Person – auswirkt. Persson Giolito schreibt metaphernreich, brutal ehrlich und eben doch so leicht, dass die Seiten nur so dahinfliegen.

_„Todesstill, die Minuten nach einem Atombomenabwurf, dachte ich.“_ – Seite 72

Persson Giolito spielt mit den Gefühlen ihrer Figuren und ihrer Leser zu gleichen Teilen und scheut dabei auch nicht davor zurück, die letzteren auf falsche Fährten zu führen. Vieles, das zuvor Fragen aufgeworfen hat wird bei einem zweiten Blick auf diese Abschnitte (ich bin für diese Rezension das Manuskript ein zweites Mal durchgegangen) klarer und es ergeben sogenannte ‚Aha-Momente‘. Ich denke dass es sich aus diesem Grund lohnt, diesen Roman noch ein weiteres Mal zu lesen.

#Fazit#

Es hat mir eine wahre Freude bereitet, Teil dieser Leserunde sein zu dürfen, denn ohne sie wäre dieser außergewöhnliche Roman sicher an mir vorbei gegangen. Es ist für mich völlig nachvollziehbar, dass Malin Persson Giolito für dieses Werk einen Preis erhalten hat und ich hoffe sehr darauf, in Zukunft mehr von ihr lesen zu können.

Der Roman ist politisch aktuell und befasst sich sowohl mit dem lasterhaften Leben reicher Jugendlicher, als auch mit dem Auseinandersetzen einer Tragödie fernab der Berichterstattung von Tages- und Boulevardpresse.

_Im Traum kannst du nicht lügen_ ist meine Empfehlung für Liebhaber von thrillerartigen Romanen, die in die Tiefe gehen und ihre Charaktere bis ins kleinste Durchleuchten. Auch wenn viele Erzählstränge aufeinander treffen kommt es an keiner Stelle zu Längen. Ich habe seit Langem keinen, mit einer solchen Thematik versehenen Roman gelesen, der mich in dieser Art und Weise fesseln konnte.

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Struppy93 Struppy93

Veröffentlicht am 25.10.2017

Schuldig, oder nicht schuldig?

*INHALT*

Die 18- jährige Maja steht vor Gericht. 3 ihrer Mitschüler, ihr Freund Sebastian und ihr Klassenlehrer Christer sind erschossen worden. Wie konnte es zu diesem schrecklichen Blutbad kommen? Und ... …mehr

*INHALT*

Die 18- jährige Maja steht vor Gericht. 3 ihrer Mitschüler, ihr Freund Sebastian und ihr Klassenlehrer Christer sind erschossen worden. Wie konnte es zu diesem schrecklichen Blutbad kommen? Und ist Maja überhaupt eine Mörderin?

*MEINE MEINUNG*

Mit "Im Traum kannst du nicht lügen" (Störst av allt) veröffentlicht die Autorin Malin Persson Giolito ihren ersten Roman. Dieser wird gleich mal zum BESTEN KRIMINALROMAN SCHWEDENS 2016 ausgezeichnet.

Das Buch beginnt mit einem kurzen Rückblick ins Klassenzimmer nach der Tat.
Die Protagonistin Maja steht vor Gericht. Sie ist wegen Mordes bzw. Beihilfe zum Mord angeklagt.
Wir lernen Maja als distanzierte, kalte Person kennen. Das lässt sie am Anfang vielleicht unsympathisch rüberkommen, aber im Laufe des Buches kann man sich aber immer mehr in sie hineinversetzen. Ich hätte sie oft gerne in den Arm genommen und gesagt: "Du bist nicht alleine!"

Neben Maja spielen auch ihr Freund Sebastian, dessen Vater, Claes, und ihr Klassenkammerad Samir eine große Rolle.
Sebastian ist der Sohn des reichsten Mannes Schwedens, Claes Fagermann.
Die Beziehung zwischen Vater und Sohn basiert auf Streit, Spott und endet mit Sebastian's Rauswurf. Maja scheint sein _einziger Ankerpunkt_ zu sein.

Mir haben besonders die kurzen, prägnanten Sätze gefallen, die alles sehr auf den Punkt bringen.
Malin Persson Giolito schafft es mit ihrem flüßigem Schreibstil, dass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen möchte. Man ist die ganze Zeit so gefesselt und gespannt, wie es weitergeht.
Durch Rückblenden werden einem nach und nach Informationen für den Handlungsverlauf zugespielt.
Das führt zu einem durchgehend hohem Spannungsbogen.
Bis zur letzten Seite weiß man nicht, ob Maja schuldig oder unschuldig ist.
Für mich war das Ende überraschend und nicht vorhersehbar, wie so manch andere Wendung im Buch.

"Im Traum kannst du nicht lügen" befasst sich u.a. mit aktuellen Themen wie Amokläufen und der Flüchtlingskrise.

*FAZIT*

"Im Traum kannst du nicht lügen" ist ein wirklich spannender Roman, der mich von der ersten bis zur letzten Seite total gepackt hat! Eindeutig eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.
„Im Traum kannst du nicht lügen“ wurde, wie ich finde, zurecht zum Besten Kriminalroman Schwedens 2016 ausgezeichnet und erhält von mir ganz; ganz klare 5 STERNE!

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Mrslaw Mrslaw

Veröffentlicht am 23.10.2017

Wenn dein Leben zum Alptraum wird

Klappentext
Stockholm: Nach einem Blutbad an einem Gymnasium steht die achtzehnjährige Maja vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und ... …mehr

Klappentext
Stockholm: Nach einem Blutbad an einem Gymnasium steht die achtzehnjährige Maja vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und der Lehrer Christer. Wie konnte es dazu kommen, dass dieses einstmals so beliebte Mädchen zur meistgehassten Person Schwedens wurde? Und ist sie überhaupt eine Mörderin?
Meine Meinung
Das Buch erzählt die Geschichte von Maja, das einst beliebte Mädchen steht jetzt vor Gericht - Angeklagt wegen Mordes bzw. Anstiftung zum Mord.
Als Leser wird man mehr oder weniger in die Geschichte reingeworfen. Nach einem kurzen Rückblick ins Klassenzimmer, startet das Buch mit dem 1. Tag der Gerichtsverhandlung. Maja selbst erzählt uns die Vorgeschichte zu der Tat und wir erfahren erst Stück und Stück die Details. Wie bei einem Puzzle setzten sich im Laufe des Buches alles Informationen zusammen und wir verstehen wie es zu dieser unglaublichen Tat kommen konnte.
Die Art wie die Geschichte erzählt wird ist einzigartig und macht den Roman besonders. Wir erleben Maja im Gefängnis und vor Gericht und sie teilt ihre Gedanken und Erinnerungen mit den Lesern, so dass sich langsam das Gesamtbild entsteht. Dabei wird klar, dass das Leben der behüteten, beliebten Maja nicht so einfach war, wie es aussah.
Eine große und entscheidende Rolle hier spielt ihr Freund Sebastian, die Geschichte der beiden ist  komplex und schwierig und spielt eine zentrale Rolle in der Vorgeschichte.
Das Buch ist einerseits ein wirklich spannender Krimi der aber auch - ohne dabei aufdringlich zu sein - eine ganze harte Gesellschaftskritik enthält. Ein aufwühlendes Buch, dass ich erst einmal verarbeiten musste. Es hat meiner Meinung nach zurecht sowohl  2017 mit dem namhaften Glass Key Award (Skandinavischer Krimipreis) gewonnen- der prestigeträchtigsten Auszeichnung für nordische Kriminalromane - als auch die Auszeichnung 2016  zum besten Kriminalroman Schwedens verdient!
Fazit
Das Buch hat es auf meine Liste der besten Bücher 2017 geschafft, es ist ein spannendes, aber auch emotional aufwühlendes Buch das ungewöhnlich erzählt wird. Ein Buch mit sehr aktuellen Bezug, welches den Leser aber nicht belehrt sondern als guter Krimi unterhält und zum Nachdenken anregt!

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Tintenpatrone Tintenpatrone

Veröffentlicht am 02.11.2017

"Die Leute glauben immer, dass sie wissen was die Toten gewollt hätten."

Maja Norberg ist 18 Jahre alt und ist die Hauptangeklagte in der Sache B14766. Grund: Sie soll ihren Lehrer Christer, ihre beste Freundin Amanda und ihre Klassenkameraden erschossen haben. Doch wie konnte ... …mehr

Maja Norberg ist 18 Jahre alt und ist die Hauptangeklagte in der Sache B14766. Grund: Sie soll ihren Lehrer Christer, ihre beste Freundin Amanda und ihre Klassenkameraden erschossen haben. Doch wie konnte es zu diesem Amoklauf kommen? Wie kann ein Mädchen aus Stockholm, das aus gutem Elternhaus kommt und zudem eine gute Schülerin ist, zu so einer Tat fähig sein? Und vor allem: Ist Maja überhaupt schuldig?
Im Laufe des Buches erzählt Maja wie es zu diesem Blutbad kommen konnte und was sie dazu bewegte ihre Freunde zu erschiessen.

Der Autorin Malin Persson Giolito ist eine Gratwanderung zwischen schwarzem Humor und Sarkasmus gelungen, die auf der anderen Seite jedoch ein todernstes und aktuelles Problem behandlet, untermalt von dem Leben eines Mädchens das erwachsen wird.
Die Ezählung wird abwechselnd zwischen der gegenwärtigen Verhandlung und der Vergangenheit erzählt. So wird neben den einzelnen Verhandlungsteilen von Anfang an aufgekrempelt wie es zu der Schiesserei in ihrer Schule kommen konnte. Erzählt wird die Geschichte von der Protagonistin Maja, die mit ihrer sarkastischen und direkten Art immer wieder zum grüblen anregt, sodass man eine immer tiefere Beziehung zu ihr aufbaut und anfängt mit ihr mitzufühlen.
Die Idee, das Buch abwechselnd aus der Vergangenheit und der Gegenwart zu formulieren, ist sehr gut gelungen und lässt das Buch wirklich bis ganz zum Ende an den Händen kleben. Jedoch erzählt Maja etwas abgehackt und direkt, was angesichts der Tatsache dass sie einen Amoklauf vollzogen haben soll aber auch nur logisch ist, und das Ganze noch deutlicher hervorhebt. Die Spannung fängt bei diesem Buch schon im Prolog an und zieht sich wirklich bis ins letzte Kapitel, da man einerseits unbedingt wissen möchte was vor der Schiesserei passierte, aber andererseits auch total gespannt auf das Urteil der Richter ist.
Auch das Thema Amoklauf zieht den Leser in seinen Bann und macht einmal mehr auf reale, aktuelle Probleme in unserer Gesellschaft aufmerksam, die uns ALLE betreffen können.
Allerdings ist es auch gerade aufgrund der Thematik und des leicht aprupten Erzählstils von Maja etwas schwer und zum Teil auch anstrengend zu lesen. Nicht schlecht geschrieben oder so - aber man muss sich wirklich konzentrieren. Für die leichte Urlaubslektüre am Strand würde ich dieses Buch also nicht unbedingt empfehlen.
Der Lesespaß kommt trotzdem auf keinen Fall zu kurz, besonders weil es immer wieder kleine Überraschungen gibt. Nicht nur inhaltlich, auch der Schreibstil verändert sich ein wenig. Zum Beispiel fängt Maja irgendwann im Laufe des Buches an, sich direkt an den Leser zu wenden. Manchmal fühlt man sich dabei sogar ein wenig ertappt, weil Maja sehr gesellschaftskritisch ist und einen anspricht als stünde sie gegenüber von jemanden. Umso mehr konzentriert man sich auf Maja und auf das was sie zu sagen und zu kritisieren hat.
Was mich außerhalb der Geschichte auch noch fasziniert hat, ist der Ablauf des Verhandlungsverfahrens im Gerichtssaal. Man bekommt hautnah erzählt wie eine Anklage so abläuft, was innerhalb des Gerichtssaales passiert, wie die Klientin mit ihren Anwälten spricht und was innerhalb des Gefängnisses alles vorfällt.
Der Titel ist meiner Meinung nach sehr gut gewählt, er macht neugierig und regt zum Lesen an. Allerdings ist das Cover ein wenig wünschenswert. Nachdem man das Buch gelesen hat versteht man zwar was genau darauf zu sehen ist, aber mit der Handlung hat es nicht allzuviel zu tun. Es ist irgendwie zu bunt und geheimnissvoll, als das man darin einen Amoklauf verpacken könnte.

Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, insbesondere an die Leute die sich für soziale Probleme wie Amokläufe interessieren, aber auch mit dem Erwachsenwerden, wie es ist allein gelassen zu werden und dem geforderten Druck standzuhalten. Außer der Geschichte die in dem Buch erzählt wird, greift die Autorin auch auf das Leben eines Verurteilten zurück, wie es ist als Gefangener zu leben und von allen gehasst zu werden. Und vor allem wie die Presse die Meinung der Gesellschaft beeinflusst und unschuldige Menschen als böses Monster darstellt.

Die Auszeichnung des "Besten Kriminalromans Schwedens 2016" hat das Buch auf jeden Fall verdient!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.


Autor

Malin Persson Giolito

Malin Persson Giolito - Autor
© Viktor Fremling

Malin Persson Giolito, 1969 geboren, wuchs in Stockholms Vorort Danderyd auf, dem Schauplatz des vorliegende Romans. Sie hat in Uppsala Jura studiert und arbeitet seit einigen Jahren bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Sie lebt dort mit ihrem Mann und ihren Kindern. Wegen des großen internationalen Erfolgs von IM TRAUM KANNST DU NICHT LÜGEN will sie sich nun komplett dem Schreiben von Romanen widmen. Sie erntete in Schweden …

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