Never - Die letzte Entscheidung
 - Ken Follett - Hörbuch

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32,00

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Thriller
Hörbuch (CD)
917 Minuten
12 CDs
Ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-8444-0
Ersterscheinung: 09.11.2021

Never - Die letzte Entscheidung

Gelesen von Tessa Mittelstaedt
Übersetzt von Rainer Schumacher, Dietmar Schmidt

(21)

Mehr als ein Thriller – Ken Folletts neuester, actiongeladener Roman führt tief in die Verstrickungen unserer globalisierten Welt und stellt die Frage "Was wäre, wenn ...?"


"Eine fesselnde Geschichte, und nur allzu realistisch" Lawrence H. Summers, ehemaliger US-Finanzminister

In der Sahara folgen westliche Geheimdienstagenten der Spur mächtiger Drogenschmuggler. Die Amerikanerin Tamara und ihr französischer Kollege Tab gehören zu ihnen. Für ihre Liebe riskieren sie ihre Karriere – und im Einsatz für ihr Land ihr Leben. Nicht weit entfernt macht sich die junge Witwe Kiah mit Hilfe von Schleusern auf den Weg nach Europa. Als sie sich gegen Übergriffe verteidigen muss, hilft ihr ein Mitreisender. Doch er scheint nicht zu sein, was er vorgibt.

In China kämpft der hohe Regierungsbeamte Chang Kai gegen die kommunistischen Hardliner. Er hat ehrgeizige Pläne, und er befürchtet, dass die Kriegstreiberei seiner Widersacher das Land und dessen Verbündeten Nordkorea auf einen Weg leitet, der keine Umkehr zulässt.

In den USA führt Pauline Green, die erste Präsidentin des Landes, ihre Amtsgeschäfte souverän und bedacht. Sie wird alles tun, was in ihrer Macht steht, um zu verhindern, dass die USA in einen unnötigen Krieg eintreten müssen. Doch wenn ein aggressiver Akt zum nächsten führt, wenn alle diplomatischen Mittel ausgereizt sind, die letzte Entscheidung gefallen ist – wer kann dann noch das Unvermeidliche verhindern?

In Ken Folletts neuestem Roman begegnen sich Heldinnen und Schurken, falsche Propheten und mutige Kämpfer, Liebe und Hass. Er fragt: Wenn sich die Welt nur einen Schritt vor dem Abgrund befindet – was kann jeder Einzelne dann noch tun? NEVER ist atemberaubend – und ein Weckruf.

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Bloggerstimmen

Rezensionen aus der Lesejury (21)

Minijane Minijane

Veröffentlicht am 06.08.2022

So weit darf es nie kommen

Der internationale Bestsellerautor Ken Follett ist mir vor allem durch seine monumentalen historischen Romane bekannt. „Die Säulen der Erde „ hat mich vor Jahren schwer beeindruckt.


„Never- Die letzte ... …mehr

Der internationale Bestsellerautor Ken Follett ist mir vor allem durch seine monumentalen historischen Romane bekannt. „Die Säulen der Erde „ hat mich vor Jahren schwer beeindruckt.


„Never- Die letzte Entscheidung“ , sein neuestes Werk fällt in ein anderes Genre. Es ist ein Politthriller, der aber ohne Action à la James Bond daherkommt. Seine Helden sind „normale“ Menschen, die allerdings Schlüsselpositionen innehaben. Der Roman ist auch eine Dystopie, die in nicht allzu ferner Zukunft spielen könnte und die Schritt für Schritt beschreibt, wie unsere Welt sehenden Auges in den Abgrund rutscht. Das geht einem angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage mit einem Krieg in der Ukraine und chinesischen Drohgebärden in Taiwan besonders nahe, weil der Ausgangskonflikt im Roman auch zunächst regional und beherrschbar erscheint. Diese Realitätsnähe die man beim Lesen empfindet, ist vielleicht nicht für Jeden aushaltbar.


Das Buch führt uns zu einer Terroristenhochburg in den Tschad, spielt dann hauptsächlich in den USA und in China. Es ist dieses Auge um Auge, Aktion und Reaktion, dass eine fatale Kettenreaktion in Gang setzt. Da wird im Tschad ein Amerikaner aus dem Hinterhalt erschossen. Was ist eine angemessene Reaktion auf diese Agression? Ist die Reaktion eines totalitären Machthabers vorherzusehen? Kann man Besonnenheit von Diktatoren erwarten, die die Chance sehen dem Nachbarland eins auszuwischen? Führen Militärbündnisse nicht nur zu mehr Schutz, sondern auch zu schnellerer Eskalation?


Auch die Berater der Machthaber, ganz gleich welchen Landes versuchen immer auch Einfluss zu nehmen, und je nachdem, ob sich die Falken oder die Tauben durchsetzen, wird der Präsident eines Landes seine folgenreiche Entscheidung treffen.


Ken Follett baut seine Geschichte ganz langsam auf, Kritiker werden sagen zu langsam, aber mir gefiel seine Ausführlichkeit. Auch die Charaktere werden sehr genau und authentisch gezeichnet. Der Autor erzählt z.b auch viel über das Privatleben seiner Protagonisten.


So hat in den USA eine Frau das Präsidentenamt inne. Pauline Green gilt als gemäßigt und lebt mit Mann und Teenie-Tochter im Weißen Haus. Von Tochter Pippa‘s Schulprobleme erfährt der Leser ebenso, wie von den Eheproblemen mit Ehemann Gerry. Außerdem sitzt ihr von den nächsten Wahlen ein Trump ähnlicher Konkurrent im Nacken, der genau wie sein reales Vorbild populistische Hetze in der Öffentlichkeit betreibt.


Der Regierungsbeamte Chang Kai versucht in China die Hardliner der sogenannten alten Garde in Zaum zu halten. Auch er befürchtet einen nuklearen Konflikt zwischen China und den USA.


Sehr sympathisch waren mir auch CIA Agentin Tamara, die sich bei ihrem Auslandsaufenthalt in Afrika in ihren französischen Kollegen verliebt und der libanesisch-amerikanische Undercover Agent Abdul , der sein Leben riskiert, um den meist gesuchten islamistischen Terroristenführer aufzuspüren. Man leidet mit der jungen Witwe Kiah mit, die am fast ausgetrockneten Tschadsee keine Zukunft für sich und ihr Kind mehr sieht und sich in die Hände von Schleusern begibt.


Trotz seiner 876 Seiten hat mich Ken Follett‘s Roman von Anfang an gepackt und nicht mehr losgelassen. Mich haben Länge und Ausführlichkeit gar nicht gestört. Ich finde die Seitenzahl hat dem Roman sogar gutgetan, denn die Geschichte konnte sich besser entwickeln, als es ein weniger Seiten starkes Buch hätte schaffen können.


Es war ein sehr eindringliches und erschreckendes Buch, eine Art Weckruf an die Menschheit, dass wir uns mit unseren hochgerüsteten Ländern sehr sehr nah am Abgrund bewegen.


Sehr empfehlenswert!

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reisemalki reisemalki

Veröffentlicht am 13.07.2022

Bitte niemals! Der Titel könnte treffender nicht sein "NEVER"" von reisemalki zu dem Buch "Never - Die letzte Entscheidung"

Niemals - Never ist einfach der prägnanteste Titel für diesen Roman von Ken Follett, frei nach dem Motto was wäre wenn es wirklich einen Atomkrieg gäbe - aber nicht nach dem Motto "The Day After" - wie ... …mehr

Niemals - Never ist einfach der prägnanteste Titel für diesen Roman von Ken Follett, frei nach dem Motto was wäre wenn es wirklich einen Atomkrieg gäbe - aber nicht nach dem Motto "The Day After" - wie geht es nach einem Atomkrieg weiter, sondern eher wie kann es überhaupt zu einem atomaren Erstschlag kommen, wer versagt politisch und wie sind die politischen Ströme über die globalen Kontinente hinweg miteinander vernetzt. Wer profitiert von wem, wer hängt amTropf von wem. Einfach Wahnsinn - dabei hatte ich das Buch tatsächlich zwischendrin erstmal beiseite gelegt - weil ich so gar nicht verinnerlichen wollte, was der Tschad mit dem Weltfrieden zu tun hat und ja - genau das ist die Zutat der Thriller der Spitzenklasse von Ken Follett. Die Erkenntnis kommt, und sie kommt gewaltig wenn sie direkt vor der Tür lauert, aber bis dahin schleicht sie, kriecht sie durch die Handlung - man will es nicht wahr haben, bis es zu spät ist - so ging es zumindest mir beim lesen. Manche Längen sind drin, manche dezente Erklärung zu Sachverhalten fand ich zuviel. Aber die Handlung, wie alles darauf hinaus läuft, das am Ende nur noch die Waffen sprechen, wo menschliche Handlung durch Worte und Diplomatie versagen, haut einen am Ende um. Tolles Buch!

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Karin1910 Karin1910

Veröffentlicht am 10.07.2022

Ein Weg zum Atomkrieg

Ken Follett zeichnet hier ein Szenario, wie es zu einem Weltkrieg kommen könnte, den (fast) niemand will. Dafür hat er zahlreiche Protagonisten entworfen, die grundsätzlich interessante Figuren wären. ... …mehr

Ken Follett zeichnet hier ein Szenario, wie es zu einem Weltkrieg kommen könnte, den (fast) niemand will. Dafür hat er zahlreiche Protagonisten entworfen, die grundsätzlich interessante Figuren wären. Darunter eine US-Präsidentin, die sich neben den Anforderungen durch ihr Amt auch privaten Herausforderungen stellen muss, ein chinesischer Vizeminister für internationale Information, dessen Frau der Star einer beliebten Fernsehserie ist, ein CIA-Agent libanesischer Herkunft, der viel riskiert, um einer afrikanischen Terrororganisation das Handwerk zu legen oder eine junge Frau aus dem Tschad, deren Traum von einem Leben in Europa ebenfalls große Gefahren birgt.

Ihre jeweiligen Lebensumstände werden anschaulich portraitiert, sie alle haben mit den einen oder anderen Problemen zu kämpfen, und es gibt ein paar Liebesgeschichten. Letztlich ist die Darstellung allerdings oft nur oberflächlich und teilweise klischeehaft. Außerdem ist vieles vorhersehbar, auch was die Charaktereigenschaften der verschiedenen Figuren betrifft. Wirklich mitfiebern konnte ich nur mit wenigen und auch das nicht immer.
Vor allem aber lenken die vielen kleinen Problemchen und Gefühlsausbrüche zu sehr vom eigentlichen Thema des Romans – der zunehmenden Eskalation gewaltsamer Auseinandersetzungen - ab. Letzteres sorgt dennoch für eine gewisse Spannung, wozu auch die Überschriften der einzelnen Abschnitte beitragen, durch die man mitverfolgen kann, wie sich die Alarmstufe des US-Militärs immer weiter erhöht. Außerdem entsteht öfters das Gefühl eines Blickes hinter die Kulissen, wobei deutlich wird, dass auch die Mächtigen gewissen Zwängen unterliegen und das Verhalten ihrer Verbündeten nicht immer kontrollieren können. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass der Autor bezüglich der Funktionsweise internationaler Politik etwas zu naiv ist.
Schade weiters, dass Europa so gut wie nicht vorkommt, wenngleich das zu dem Zeitpunkt, als das Buch geschrieben wurde (vor dem Ukrainekrieg) wohl als realistisch angesehen werden konnte. Andererseits sind manche Handlungsstränge eigentlich überflüssig.

Die Lektüre gestaltete sich daher ziemlich durchwachsen. Packendere Szenen wechseln sich mit zahlreichen langweiligen ab. Der Autor wollte wohl zu viele Themen und Problemstellungen in einem Buch unterbringen. Es wäre besser gewesen, den Fokus auf weniger Personen und Handlungsstränge zu legen und diese dafür gründlicher auszuarbeiten.

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tinstamp tinstamp

Veröffentlicht am 20.05.2022

Die letzte Entscheidung

Ken Follets neuer Politthriller hat mir nach Beenden eine Gänsehaut beschert. Begleitend zum Beginn des Krieges in der Ukraine hat diese Lektüre eine noch angsteinflößende Thematik als ohnehin schon.
Follett ... …mehr

Ken Follets neuer Politthriller hat mir nach Beenden eine Gänsehaut beschert. Begleitend zum Beginn des Krieges in der Ukraine hat diese Lektüre eine noch angsteinflößende Thematik als ohnehin schon.
Follett spielt in "NEVER" nämlich mit dem Gedanken, wie es durch viele kleine Ereignisse, wie bei einem Dominoeffekt, dazu kommen kann, dass ein dritter Weltkrieg ausbricht. Noch jetzt, fast zwei Monate nach Beenden der Lektüre, lässt mich diese viel zu aktuelle Geschichte ziemlich verängstigt zurück.

Ken Follett hat seinen Politthriller in fünf Teile aufgeteilt. Diese sind mit den DEFCON-Stufen 5 bis 1 betitelt und bezeichnen die Stufen des Alarmzustandes der Streitkräfte der Vereinigten Staaten.
Als federführende Länder hat sich der Autor China, die USA, sowie Nord- und Südkorea herausgepickt. Europa kommt im Roman kaum vor.

Hauptfiguren sind die beiden Agenten Tamara vom CIA und Tab vom französischen Geheimdienst, die beide im Tschad eingesetzt sind. Sie sind auf der Spur von Drogenschmugglern, die mit dem Drogengeld Terroristen des IS in Zentralafrika finanzieren.
Als an der Grenze zum Sudan ein US-Soldat erschossen wird, versteht der Diktator des Tschad dieses Vorkommniss als Angriff auf sein Land und übt einen militärischen Gegenschlag. Der erste Dominostein beginnt zu kippen.....
Als Leser erfährt man, wie fragil die politische Situation in Afrika ist, denn sowohl der Westen, als auch der Nahe und der Ferne Osten versuchen ihre Interessen auf dem Kontinent zu verfolgen.
Neben Tamara und Abdul begleiten wir auch die die junge Witwe Kiah, die mit Hilfe von Schleusern aus dem Tschad nach Europa flüchten möchte. Dabei trifft sie auf Abdul, der ihr bei einem Übergiff zu Hilfe kommt und der nicht zu sein scheint, was er vorgibt....

Weitere Schauplätze sind China und Nordkorea, sowie Südkorea und die USA. Etwas näher lernen wir auch den jungen Politiker Chang Kai kennen, der mit einer berühmten chinesischen Schauspielerin verheiratet ist und sich gegen die kommunistischen Hardliner durchzusetzen versucht.
Im letzten Drittel des Buches sind wir dann größtenteils in den USA, wo Präsidentin Pauline Green trotz Zunahme internationaler Spannungen einen Krieg zu verhindern versucht. Sie ist die erste weibliche Präsidentin und steht gehörig unter Druck.

"Deeskalation gehörte für gewöhnlich nicht zum Vokabular eines Tyrannen. Das ließ ihn nur schwach aussehen“

Der Spannungsbogen baut sich eher langsam auf und trotz spannenden Situationen gibt es doch auch einige Längen. Obwohl ich mehr für andere Kontinente als Afrika interessiere, war ich auf den 880 Seiten am liebsten mit Abdul und Kiah, sowie mit Tamara und Tab unterwegs.

Ken Follett beleuchtet die Zusammenhänge von verschiedenen Seiten und versucht den Leser nicht zu polarisieren. Trotzdem spürt man seine kleine Sympathie für die Vereinigten Staaten. In diesem Abschnitt zum Ende hin störten mich die persönlichen Befindlichkeiten der Präsidentin, die der Autor meiner Meinung nach etwas zu ausführlich beschreibt. Und damit meine ich nicht ihre Überlegungen betreffend atomarer Rückschläge, sondern ihre rein privaten Probleme. Damit wird der Politthriller zwar etwas aufgelockert und es zeigt die Präsidentin von ihrer menschlichen Seite, aber für mich war es zu viel Privates.

Es gibt kein Nachwort in "Never", aber im Internet findet man einige Interviews des Autors zu seiner Recherche und seinen Überlegungen zum Buch.


Fazit:
Ein erschreckendes Szenario, das leider in vielen Teilen bereits von der Realität überholt wurde bzw. ähnlich passieren könnte. Ken Follett hat mit seinen Recherchen und Überlegungen ein sehr aktuelles Bild der momentanen politischen Lage gezeichnet. Ein gelungener Politthrilller mit einzelnen kleinen Längen.

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Buchbesprechung Buchbesprechung

Veröffentlicht am 12.03.2022

Bedrückend und beängstigend

REZENSION - Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs ist die Lektüre des bereits im November im Bastei Lübbe Verlag erschienenen und ein Jahr zuvor verfassten Romans „Never. Die letzte Entscheidung“ von ... …mehr

REZENSION - Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs ist die Lektüre des bereits im November im Bastei Lübbe Verlag erschienenen und ein Jahr zuvor verfassten Romans „Never. Die letzte Entscheidung“ von Ken Follett (72) plötzlich nicht nur erschreckend aktuell, sondern ungemein bedrückend und beängstigend, obwohl dessen Schauplätze ganz andere sind. Der britische Bestseller-Autor schildert anschaulich und äußerst spannend, wie viele kleine politische Krisen, verursacht durch unüberlegtes, selbstherrliches und machtbesessenes Handeln von Diktatoren und Autokraten, sich langsam summieren, durch politische Aktion und Reaktion schrittweise eskalieren und schließlich in eine globale Apokalypse münden.
„Deeskalation gehörte für gewöhnlich nicht zum Vokabular eines Tyrannen. Das ließ ihn nur schwach aussehen“, heißt es im Roman, den Follett in der Sahara beginnen lässt. Dort verfolgen die amerikanische Geheimdienstagentin Tamara und ihr französischer Kollege Tab an der Grenze zwischen dem von Ägypten unterstützten Sudan und dem Tschad, der von Frankreich gestützt wird, die Spur von Drogenschmugglern. Mit dem in Europa gemachten Drogengeld werden Terroristen einer zentralafrikanischen IS-Gruppe finanziert. Eines Tages wird am Grenzübergang von sudanesischer Seite aus ein US-Wachsoldat im Tschad erschossen. Die Amerikaner sind alarmiert, der Diktator des Tschad versteht dies als Angriff des Sudan und rächt sich mit einem militärischen Überfall. Ein weiterer Schauplatz ist China und dessen Verbündeter Nordkorea mit Diktator Kang. In China muss sich der junge Vizeminister Chang Kai mit kommunistischen Hardlinern auseinandersetzen. Auf der anderen Seite steht das mit den Amerikanern verbündete Südkorea, seit Jahrzehnten in ständiger Spannung mit Nordkorea lebend. In den USA versucht Präsidentin Pauline Green trotz Zunahme internationaler Spannungen, einen Krieg zu verhindern. Doch ein aggressiver Akt zieht den nächsten nach sich. Sie steht vor der letzten Entscheidung.
Folletts Roman ist wie seine früheren Bestseller wieder spannend geschrieben. Nach seinen historischen Romanen ist ihm mit „Never“ der Schritt ins Zeitgenössische gelungen. Trotz der vieler Protagonisten und über den Globus verteilter Schauplätze gelingt es ihm, die Handlungsfäden zusammenzuhalten. Allerdings hätte der Roman um etliche Seiten gekürzt werden können, ohne an Dramatik und Spannung zu verlieren. Andererseits lässt vielleicht gerade diese Ausführlichkeit die fast nebensächlich erscheinenden kleinen Schritte spürbar werden, die unmerklich in die Apokalypse führen.
„Jede Katastrophe beginnt mit einem kleinen Problem, das nicht gelöst wird“, weiß im Roman die US-Präsidentin, deren Ehe aus genau gleichem Grund dem Ende entgegen geht. Im Roman ist der von der übrigen Welt unbeachtete Tod eines US-Soldaten im Tschad ein solches „kleines Problem“. Dennoch stehen sich am Ende aufgrund der engen Verstrickungen unserer globalisierten Welt die Atommächte USA und China als Kriegsgegner gegenüber. Jetzt ist es nur noch ein kleiner Schritt zum Einsatz von Atomwaffen. „Wir alle wissen, dass ein dritter Weltkrieg im Bereich des Möglichen liegt“, wird Ken Follett in einem Interview zum Roman zitiert. „Wir alle hoffen, dass er nie stattfinden wird, aber 'nie' ist nur ein Wort. Ich habe immer wieder gedacht, dass das wirklich passieren könnte - aber wann?“
Im Januar dieses Jahres erklärten die fünf Atommächte im UN-Sicherheitsrat - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien – noch in einer gemeinsamen Erklärung: „Ein Atomkrieg darf niemals geführt werden.“ Nur wenige Wochen später erhöhte Staatspräsident Wladimir Putin während des Ukraine-Kriegs die russische Atom-Alarmbereitschaft, womit er in der westlichen Öffentlichkeit Angst schürte. So lässt Ken Follets Roman „Never“ gerade jetzt seine Leser besonders nachdenklich zurück.

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Autor

Ken Follett

Ken Follett - Autor
© Olivier Favre

Ken Follett, Autor von über zwanzig Bestsellern, wird oft als „geborener“ Erzähler gefeiert. Betrachtet man jedoch seine Lebensgeschichte, so erscheint es zutreffender zu sagen, er wurde dazu „geformt“.
Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Nicht genug, dass Spielsachen im Großbritannien der Nachkriegsjahre echte Mangelware waren …

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Sprecher

Tessa Mittelstaedt

Tessa Mittelstaedt - Sprecher
© Andreas Biesenbach

Tessa Mittelstaedt ist Film- und Theaterschauspielerin und Hörbuchsprecherin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Franziska Lüttgenjohann im Kölner Tatort und als Staatsanwältin in der ARD-Vorabendserie Heiter bis Tödlich: Morden im Norden. Außerdem ist ihre unverwechselbare Stimme in vielen Hörbüchern zu hören.

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