(v.l.n.r.): Klaus Baumgart, Prof. Dr. Jochen Hering, Moderatorin Tanya Lieske, Katja Dahmen und Christine Knödler.
© Anna Fohs

27.10.2017

Das Bilderbuch und seine Zielgruppen: Podiumsdiskussion bei Bastei Lübbe

Am Donnerstag, den 26. Oktober fand im Foyer der Bastei Lübbe AG die zweite Podiumsdiskussion zum Kinder- und Jugendbuch statt. Ein Illustrator, eine Journalistin, eine Buchhändlerin und ein Bilderbuch-Forscher diskutierten lebhaft über Bilderbücher, deren Zielgruppen und was man Kindern eigentlich zutrauen kann.

Bilderbücher sind mehr als bunte Bildchen zwischen zwei Buchdeckeln: Für Kinder sollen sie ein Einstieg in die Bücherwelt und Beschäftigung zugleich sein. Für Erwachsene sind sie häufig Kunst. Doch wer sagt eigentlich, dass Kinder keine künstlerisch-wertvollen Bilderbücher mögen und woran macht man ein gutes Buch fest? Ist ein gutes Bilderbuch auch immer ein erfolgreiches? Diese und weitere Fragen stellten sich die vier Teilnehmer der zweiten Podiumsdiskussion bei Bastei Lübbe und diskutierten vor allem die Bedürfnisse der Zielgruppen Kinder, Eltern und Erzieher. Die in der Bastei Lübbe AG ansässigen Verlage Baumhaus und Boje stellten sich dabei ganz selbstkritisch der Frage „Bilderbücher – Denken Verlage an der Zielgruppe vorbei?“. Es wurden vier Experten zu dem Thema eingeladen. So trafen auf dem Podium Bilderbuchexperten wie Christine Knödler (Rezensentin für das Magazin ELTERN) und der Bilderbuch-Forscher Prof. Dr. Jochen Hering auf den Autor und Illustrator Klaus Baumgart, der mit seinen Bilderbüchern der Reihe „Lauras Stern“ Kinder auf der ganzen Welt begeistert. Komplettiert wurde die Runde von der Buchhändlerin Katja Dahmen aus der Buchhandlung Fischer in Jülich, die jeden Tag Eltern und deren Kinder in Sachen Bilderbücher berät. Moderiert wurde die Diskussion von der Journalistin Tanya Lieske.

Dass die vier Teilnehmer alle aus ganz unterschiedlichem Blickwinkeln auf das Bilderbuch schauen, wurde im Vergleich von „Lauras Stern“, „Der Grüffelo“ und „Hieronymus: Ein Abenteuer in der Welt des Hieronymus Bosch“ deutlich. Ein strittiger Punkt war die Frage, ob in Bilderbüchern nur fröhliche Themen angesprochen werden dürfen, oder ob man Kindern auch Gewalt, Krieg und Dunkelheit zumuten kann. In einem Punkt waren sich jedoch alle Diskussionsteilnehmer einig: Das Bilderbuch, das sicher nicht nur für Kleinkinder geeignet ist, sollte Kinder und Eltern oder Erzieher in einen Dialog bringen und nicht als bloßer Zeitvertreib gesehen werden.

Das Publikum, bestehend aus Presse, Bloggern, Buchhändlern, Erziehern, Verlagsmitarbeitern, Autoren, Illustratoren und vielen Interessierten aus Köln, war wieder sehr begeistert von der Veranstaltung. „Wir haben jetzt über das Jugendbuch und das Bilderbuch diskutiert. Es ist nur naheliegend, dass wir auch noch eine Diskussionsrunde zum Kinderbuch veranstalten werden“, zeigte sich Mathias Siebel, Gesamtleiter Kinder- und Jugendbuch in der Bastei Lübbe AG, optimistisch.

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.