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Eine außergewöhnliche Geschichte über die Kraft der schönsten Momente im Leben

Julia Kaufhold wurde 1977 in Düsseldorf geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg, wo sie als freie Lektorin und Projektmanagerin arbeitet. In ihrem neuen Roman „All die schönen Tage“ erzählt sie die außergewöhnliche Liebesgeschichte um Stella und Max, zwischen denen es schon in ihrer Jugend so heftig gefunkt hat, dass sie nie richtig voneinander los kamen. Und nach der Lektüre will man sie auch: die wunderbare Schöne-Tage-Box, in der man die besten Erlebnisse seines Lebens festhalten kann.

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Was ist eine "Schöne-Tage-Box"?

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All die schönen Tage
 - Julia Kaufhold - Hörbuch
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Die original "Schönetagebox" von Sandra Hünger ist zu finden unter: www.schoenetagebox.de.

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»Das ist das Schöne für mich am Schreiben, dass ich die Menschen, denen ich begegne, und mich selbst in meinen Figuren mixen kann und etwas Neues daraus entsteht« – Im Gespräch mit Julia Kaufhold

Wie ist die Idee zu diesem Buch entstanden?

Ich wollte mich schon lange mit dem Thema „Unerfüllte große Liebe“ beschäftigen und die Sehnsucht neu einfangen, die durch dieses furchtbare Aneinander-Vorbei entsteht. Ich bin selbst sehr anfällig für solche Geschichten, etwa David Nicholls’ Zwei an einem Tag oder Filme wie Die Brücken am Fluss, die mir auch nach dem zehnten Anschauen noch Tränen in die Augen treiben. Verknüpfen wollte ich das Ganze mit einem genauen Blick auf die Momente im Leben, die bleiben.

Wovon handelt Ihr Roman All die schönen Tage?

Max kommt als Sitzenbleiber in Stellas Klasse, ein Schuljahr lang baut sich ihre Liebe zart und tastend auf, mündet in allergrößtem Vertrauen, bis Max scheinbar aus dem Nichts alles kaputt macht. Sechzehn Jahre später stehen sie einander als Erwachsene gegenüber, und sofort ist alles wieder da: die Verletzung, die Wut und die Liebe, gegen die sich Stella wehrt. Und doch spürt sie instinktiv, dass Max der Schlüssel zu ihrem Vertrauen und ihrem Glück ist.

Was ist das Besondere an der Liebesbeziehung zwischen Stella und Max?

Stella und Max sind füreinander nicht nur die erste Liebe, sondern DIE große Liebe, der man vielleicht nur einmal im Leben begegnet. Sie beide wollen diese Liebe festhalten, aber alte Verletzungen und neue Hindernisse stehen zwischen ihnen. Sie bewegen sich aufeinander zu und voneinander weg und aufeinander zu ... doch irgendwie stimmt das Timing nie. Aber sie kämpfen – oft genug gegeneinander, im Kern jedoch immer für ihre Liebe.

Wie würden Sie Ihre Hauptfigur Stella Asmus beschreiben?

Stella pendelt zwischen einer ausgesprochen starken und einer schwachen, bedürftigen Seite. Als Unfallchirurgin behauptet sie sich in einer Männerdomäne, bewahrt in Stresssituationen einen kühlen Kopf und ist immer da, wenn man sie braucht, besonders für ihre Familie und ihre Freunde. Sie ist sehr verlässlich, aber auch sehr angepasst, und lebt ein Lebensmodell, das nicht ihres ist, das ihr wenig Luft lässt, aber Sicherheit vermittelt.

Max ist ihr persönlicher Unsicherheitsfaktor. Wenn sie mit ihm zusammen ist, ist alles intensiver; sie weiß, wer sie ist und was sie glücklich macht. Wenn er weg ist, fällt sie – und klammert sich umso ängstlicher an die vermeintlichen Sicherheiten. Bis irgendwann alles zusammenbricht und Stella gezwungen ist loszulassen.

In Ihrem Roman gibt es das Motiv der „Schönen-Tage-Box“. Was kann man sich darunter vorstellen?

Das ist ein hölzernes Kästchen, das Stella von ihrer Mutter geschenkt bekommt. Darin stecken 365 Karteikarten, auf denen oben jeweils ein Tag des Jahres steht, ohne Jahreszahl – ein immerwährendes Tagebuch der schönen Momente. Darunter trägt Stella all die schönen Augenblicke ein, die sie an dem jeweiligen Tag erlebt. Ihren Eintragungen stellt sie eine Jahreszahl voran, sodass sich auf einer einzelnen Karte mit der Zeit mehrere schöne Momente aus verschiedenen Jahren finden können. Als Max im Spätsommer 1989 ihre Liebe verrät, schiebt Stella die Box weit nach hinten in ihren Kleiderschrank, zu den aussortierten Sachen ...

Sind Sie selbst Besitzerin einer solchen Box für besondere Erinnerungen?

Ja, ich habe auch eine. Irgendwann, vor Jahren, bin ich bei DaWanda mal auf ein solches, sehr hübsches Kästchen gestoßen. Seitdem notiere ich tatsächlich „all die schönen Tage“ und Momente meines Lebens auf Karten und sammle sie in dieser Box. Das ist wirklich sehr schön, weil ich immer wieder in den Karten lese und mich mit einem Lächeln erinnere. Ich habe sogar mal – das klingt jetzt vielleicht etwas schräg – eine Auswertung gemacht und Kategorien gebildet, nach dem Motto: „Neues ausprobieren“ oder „In der Natur sein“. Seitdem habe ich viel klarer vor Augen, welches die Dinge sind, die mich glücklich machen.

In „All die schönen Tage“ gibt es zwei verschiedene Erzählstränge, die durch die Schöne-Tage-Box miteinander verbunden sind. Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen?

Ich habe chronologisch geschrieben, also die Vergangenheit bis zu ihrem Ende erzählt und bin erst dann in die Gegenwart gesprungen. Am Ende habe ich wie eine Cutterin beim Film alles in seine Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt. Dieses Vorgehen kann ich allerdings nicht wirklich empfehlen. Es lag daran, dass die Geschichte zunächst tatsächlich als chronologische Erzählung geplant war, die mit Stellas und Max’ Kennenlernen in der Schulzeit beginnen sollte. Erst ganz zuletzt kam der Gedanke auf, die Zeitebenen abzuwechseln. Und auch wenn ich kurz geflucht habe, bin ich doch sehr, sehr dankbar für diese Idee. Die Schöne-Tage-Box als verbindendes Element gab es von Anfang an.

Gibt es eine Figur, die Ihnen beim Schreiben besonders ans Herz gewachsen ist und warum?

Ja, die gibt es, und zwar Bento, der ältere Portugiese, der das kleine, etwas heruntergekommene Café unter Stellas Wohnung betreibt. Er ist warmherzig und unkompliziert, aber er hat auch eine melancholische Seite und seinen Stolz. Zusammen mit seiner Frau Raquel, die eine begnadete Bäckerin ist, ist er für mich so etwas wie die Seele der Geschichte.

Hamburg spielt eine zentrale Rolle in All die schönen Tage. Sie selbst leben seit 2006 in der Hansestadt, mittlerweile auch mit ihrer Familie. Was lieben Sie an Hamburg?

Als ich vor zwanzig Jahren das erste Mal für ein Praktikum hierherkam, hatte ich ein sofortiges Gefühl von Ankommen, ein Heimatgefühl, das ich so bis dahin vielleicht gar nicht kannte. Das ist es wohl, was Hamburg zu meiner Stadt macht, und es lässt sich für mich am ehesten am Hafen festmachen. Dieser Ort, von dem aus Menschen schon seit vielen, vielen Jahren in die Welt aufbrechen, verleiht mir ein angenehmes Kribbeln, ein Gefühl von Bewegung, auch wenn ich selbst ganz ruhig an Land sitze und den Schiffen hinterherschaue. So ähnlich geht es übrigens auch Stella in All die schönen Tage. Und natürlich liebe ich die vielen schönen Viertel mit ihren netten Cafés, die bodenständigen und trotzdem visionären Menschen, die Möwen, die hier kreischen wie am Meer. Ach, ich mag Hamburg einfach sehr.

Es sind vor allem die Figurenzeichnungen und atmosphärischen Schilderungen, die All die schönen Tage so unvergesslich machen. Gibt es reale Vorbilder für einige Ihrer Figuren?

Eigentlich nicht. Wobei Facetten der Menschen, die ich kenne, über die ich gelesen habe, in wilder Mischung einfließen. Da möchte ich mich selbst ganz und gar nicht ausnehmen. Das ist das Schöne für mich am Schreiben, dass ich die Menschen, denen ich begegne, und mich selbst in meinen Figuren mixen kann und etwas Neues daraus entsteht.

In Ihrem Roman beschreiben Sie das portugiesische Café Bento, das sich im Erdgeschoss von Stellas Wohnhaus im Hamburger Portugiesenviertel befindet. Gibt es ein bestimmtes Café, das Sie beim Schreiben inspiriert hat?

Ja, das gibt es tatsächlich: das Café Cristal in der Ditmar-Koel-Straße, direkt am Hafen. Es ist mittlerweile nicht mehr ganz so schrammelig wie zu dem Zeitpunkt, als ich mit All die schönen Tage begonnen habe, aber seinen ruppigen Charme hat es durchaus behalten, genauso wie den hervorragenden Kaffee (lecker, Galão!) und das köstliche Gebäck (unbedingt probieren: die Pastéis de Nata, Blätterteigtörtchen mit leicht gebräunter Puddingcreme – zum Niederknien!).

Haben Sie einen Lieblingsplatz zum Schreiben?

Meinen allerersten Roman habe ich in einer kleinen Dachwohnung in St. Ives in Südengland geschrieben, vor meinen Augen der raue Atlantik, Wellen, die sich an den Klippen brechen. Dieser Ort war magisch und kraftvoll. Mein liebster Alltagsort zum Schreiben ist der writers’ room in Hamburg, eine Art Autoren-WG, für deren Einrichtung ich ewig dankbar sein werde. Zu Hause an meinem Schreibtisch arbeite ich auch sehr gerne – mit Blick auf ein Bild, das mein Sohn gemalt hat: der Magnetfelsen aus Jim Knopf und die Wilde 13.

An welchen neuen Projekten arbeiten Sie als Nächstes?

Gerade schreibe ich an meinem vierten Roman, einer Mutter-Tochter-Geschichte, die auch eine große Liebesgeschichte beinhaltet. Das Ganze wird wieder auf zwei Zeitebenen erzählt. Die Vergangenheit spielt in einer Trödlerkommune, die Gegenwart in meinem Sehnsuchtsort, St. Ives in Cornwall. Endlich, endlich kann ich zusammen mit meinen Figuren dorthin reisen!

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  • All die schönen Tage
 - Julia Kaufhold - Hörbuch
  • 16,00 €

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