Tell me three things
 - Julie Buxbaum - PB

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10,00

inkl. MwSt.

One
Erzählendes Jugendbuch
Paperback
396 Seiten
Ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0072-6
Ersterscheinung: 29.06.2018

Tell me three things

(67)

An ihrem ersten Tag an der neuen Highschool geht für Jessie Holmes einfach alles schief. Und dabei ist ihr Leben gerade sowieso schon kompliziert genug. Da bekommt sie eine anonyme E-Mail mit Ratschlägen, wie sie den Schulalltag überstehen kann. Sie hat zwar keine Ahnung, wer dahintersteckt, aber trotzdem beschließt sie, die Tipps zu befolgen. Und Nachricht für Nachricht verliebt sie sich mehr in den Absender. Doch wer ist der Unbekannte, der ihr Herz immer wilder schlagen lässt?

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Pressestimmen

„Richtig schöne Urlaubslektüre: Humorvoll mit der nötigen Portion Romantik.“

Rezensionen aus der Lesejury (67)

Tanias_Buecherregen Tanias_Buecherregen

Veröffentlicht am 28.07.2018

Ein Buch, das mich begeistern und überzeugen konnte

Meine Meinung:
Ich habe mich bei diesem Buch sofort in das Cover verliebt. Der helle Hintergrund mit der grauen „Schrift“ und der Titel und die Waffeln im Vordergrund. Ich habe mich genau aus diesem Grund ... …mehr

Meine Meinung:
Ich habe mich bei diesem Buch sofort in das Cover verliebt. Der helle Hintergrund mit der grauen „Schrift“ und der Titel und die Waffeln im Vordergrund. Ich habe mich genau aus diesem Grund auch super gefreut, als ich die Zusage zur Leserunde bekommen habe. Und dieses Buch hatte durchaus einiges zu bieten, was genau erzähle ich euch jetzt:

Cover:
Wie schon gesagt finde ich das Cover wirklich toll. Ich mag die farbliche Gestaltung und auch so passt das Bild perfekt zur Geschichte. Die Waffeln machen das ganze irgendwie verspielt und locker und die Schrift im Hintergrund ist ein toller Hinweis auf den Inhalt. Alles in allem wirklich gut gelungen.

Der Schreibstil:
Die Autorin hat einen wirklich leichten, lockeren und flüssigen Schreibstil. Man merkt kaum wie die Seiten vergehen und plötzlich ist das Buch schon wieder fast vorbei. Ich konnte mir die Geschichte wirklich gut vorstellen und hatte ständig Bilder im Kopf (vor allem an Jessies erstem Schultag an der neuen Schule). Da das Buch teilweise als „Mailverlauf“ geschrieben ist war es ganz neu für mich aber ich fand es super spannend. Auch wenn die Geschichte nicht wirklich typisch spannend ist konnte ich es kaum aus Hand legen und wollte unbedingt herausfinden wer SN ist. Aber nicht nur das, mit der aufgelockerten Schreibweise hat es die Autorin geschafft mich völlig für das Buch zu gewinnen und mit den Charakteren mitzuleiden bzw. mich einfach gut in sie hineinzuversetzen. Die Highschool konnte ich mir durchaus gut vorstellen und auch sonstige Umgebungen sind ausführlich und gut beschrieben ohne zu viel zu verraten.

Die Charaktere:
Jessie, auch J genannt, ist nicht perfekt und das merkt man auch. Sie macht Fehler und kommt erst viel zu spät überhaupt drauf, dass sie etwas falsch gemacht hat. Sie hat mit einigen Problemen zu kämpfen und findet sich nicht so wirklich in der neuen Heimat ein. Jessie war mir eigentlich von Anfang an sympathisch und ich habe mit ihr gemeinsam mitgefiebert. Aber auch die anderen Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind zwar nicht alle nett aber doch gehören sie alle dazu und ohne sie wäre es nicht das Gleiche gewesen. J entwickelt sich meiner Meinung nach sehr gut im Verlauf des Buches. Am Anfang noch komplett negativ eingestellt, findet sie doch wieder sehr viele positive Faktoren in ihrem Leben und lebt sich letzten Endes auch mehr oder weniger ein.

SN, nein ich verrate nicht wer es ist, fand ich super als Charakter. Sehr mysteriös und trotzdem wahnsinnig hilfreich. Ohne SN hätte sich Jessie wohl nie so einfinden können. Ich hatte etwa ab Mitte des Buches eine Vermutung wer SN ist und letzten Endes lag ich damit richtig, wichtig finde ich aber, dass es bis zum Ende ein Geheimnis bleibt und so die Spannung und das miträtseln wirklich viel Spaß garantieren.

Die Geschichte:
Hach die Geschichte rund um Jessie. Die Geschichte ist nichts neu Erfundenes aber trotzdem auf ihre eigene Art und Weise etwas Besonderes. Bei gewissen Dingen konnte man sich wirklich nie sicher sein was dahintersteckt und irgendwie konnten mich manche Wendungen auch ein wenig überraschen. Trotzdem finde ich die Story sehr plausibel und am Ende macht auch definitiv alles Sinn. Ich hätte mir dennoch ein ausführlicheres Ende gewünscht, denn irgendwie wirkt die Geschichte so abgewürgt. Als würde etwas fehlen. Da hätte die Autorin meiner Meinung nach noch ein bisschen was rausholen können, evtl. durch einen längeren Epilog oder einfach durch ein zusätzliches Kapitel. Trotzdem eine super Geschichte die mich durchaus begeistern konnte.

Empfehlung:
Wer nicht so auf Teenie-Lovestories steht sollte hier nicht zugreifen, aber jeder der nichts gegen ein bisschen Klischee und eine Highschool-Geschichte hat wird auch an Jessies Geschichte Gefallen finden.

Mein Fazit:
Ein tolles Buch, dass mich zwischendurch überraschen aber auch begeistern konnte.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Lrvtcb Lrvtcb

Veröffentlicht am 16.07.2018

Ich nenne dir drei Dinge

„Die Sache mit E-Mails ist die: Wenn ich jemandem persönlich gegenüberstehe, würde ich nie so reden. Vulgär. Zweideutig. Als wäre ich die Sorte Mädchen, die solche Witze machen würde. Eine, die angesichts ... …mehr

„Die Sache mit E-Mails ist die: Wenn ich jemandem persönlich gegenüberstehe, würde ich nie so reden. Vulgär. Zweideutig. Als wäre ich die Sorte Mädchen, die solche Witze machen würde. Eine, die angesichts einer Person männlichen Geschlechts lässig die Haare zurückwirft und drauflosflirtet und die, wenn es dazu käme, selbstverständlich wüsste wie man weitergeht als küssen.“

Wenn man irgendwo neu ist, ist das zunächst nie leicht. Alle kennen sich bereits und man muss erst einmal irgendwo Anschluss finden. Jessie befindet sich gerade in einer solchen Situation. Nach dem Tod ihrer Mutter, heiratet ihr Vater neu. Sie befindet sich in einer neuen Stadt, wohnt mit einer neuen Familie in einem fremden Haus und geht nun zu einer neuen Schule. Hilfe bekommt sie hier von einem Unbekannten, der ihr anonyme Nachrichten schreibt und ihr Ratschläge gibt. Doch wer ist dieser Unbekannte?

In diesem Buch haben mich diese drei Dinge begeistert:
1. Als allererstes hat mich der Schreibstil fasziniert. Jessie schreibt mit ihrem anonymen Freund häufig Emails und SMS, die Listen mit drei Aufzählungen enthalten. Dinge, die sie übereinander Wissen möchten, oder drei Gedanken, die ihnen kommen. So lernen sie sich viel intensiver kennen und erfahren außergewöhnliche Sachen übereinander. Sie waren höchst amüsant!
2. Die Thematik ist nicht einfach, aber wurde sehr gut behandelt. Es ist mit Sicherheit nicht leicht sich in einer neuen Schule und in einer neuen Familie einzuleben. Da gibt es durchaus auch einmal Reibereien. Das hat auf mich authentisch gewirkt.
3. Jessie als Charakter ist aufgeweckt und unterhaltsam. Dennoch ist sie nicht perfekt. Sie wirkt wie das Mädchen von nebenan, die auch mal unsicher ist und Fehler macht. Ich mag es sehr, wenn eine Hauptperson nicht alles kann.

Drei Dinge, die ich nicht so gut fand:
1. Nach wenigen Kapiteln hatte ich eine gute Idee, wie das Buch enden wird und hatte leider mit allen Vermutungen recht. Es war schade, dass es so vorhersehbar war.
2. Die Geschichte enthält viele Stereotype. Komplett ohne Stereotype kommt ein Buch zwar meistens nicht aus, aber hier waren grenzwertig viele enthalten.
3. Das Ende kam ziemlich abrupt. So gerne hätte ich noch ein oder zwei Kapitel mehr gehabt, die verraten, wie es nun weiter geht.

Von der ersten bis hin zur letzten Seite habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Auch wenn die Handlung zum Teil ziemlich vorhersehbar ist, macht es Spaß Jessie und ihren unbekannten Helfer kennenzulernen. Der Schreibstil führt dazu, dass die sonst einfache Geschichte zu etwas Besonderem wird.

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AnnieHall AnnieHall

Veröffentlicht am 17.10.2018

Unterhaltsame Geschichte, aber etwas klischeehaft und vorhersehbar

Das Leben von Jessie Holmes befindet sich im Umbruch. Ihr Vater hat erneut geheiratet, plötzlich hat sie einen Stiefbruder, lebt in Kalifornien und an ihrer neuen Highscholl läuft alles schief. Da bekommt ... …mehr

Das Leben von Jessie Holmes befindet sich im Umbruch. Ihr Vater hat erneut geheiratet, plötzlich hat sie einen Stiefbruder, lebt in Kalifornien und an ihrer neuen Highscholl läuft alles schief. Da bekommt sie eine anonyme E-Mail mit Ratschlägen, wie sie den Schulalltag überstehen kann und beschließt, die Tipps zu befolgen,. Während Jessie versucht, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden, erobert der unbekannte Absender mit seinen humorvollen Mails ihr Herz...

Julie Buxbaum hat einen unterhaltsamen Roman über die alltäglichen Sorgen und Nöte einer Teenagerin geschrieben. Jessie wirkt wie das sympathische Mädchen von nebenan, sie trauert um ihre Mutter, vermisst ihre Freunde und hat Vorbehalte gegenüber ihrer neuen Schule und Familie. Eine authentische Protagonistin, die an Herausforderungen wächst und durch Fehler lernt. Leider ist die Geschichte insgesamt sehr klischeelastig und vorhersehbar.

Alles in allem ein kurzweiliger Roman mit einer sympathischen Protagonistin, humorvollem E-Mail-Verkehr und berührenden Momenten.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

zeilengefluester zeilengefluester

Veröffentlicht am 08.10.2018

Absolut überzeugt - berührend, emotional und humorvoll

Inhalt

Jessie muss neu anfangen, in einer ganz neuen Stadt ohne jemanden zu kennen. An ihrem ersten Tag an der neuen High-School geht alles schief, was schieflaufen könnte. Dann bekommt sie eine unbekannte ... …mehr

Inhalt

Jessie muss neu anfangen, in einer ganz neuen Stadt ohne jemanden zu kennen. An ihrem ersten Tag an der neuen High-School geht alles schief, was schieflaufen könnte. Dann bekommt sie eine unbekannte E-Mail mit Tipps den Schulalltag zu meistern. Sie beschließt den Tipps Folge zu leisten, auch wenn sie denjenigen gar nicht kennt.

Sie schreiben immer mehr und intensiver und Jessie fängt an sich in den Unbekannten zu verlieben, nur wer steckt eigentlich hinter den mysteriösen Nachrichten.

Meine Meinung

Als ich den Titel des Buches zum allerersten Mal gelesen habe, musste ich einfach den Klappentext dazu lesen. Und der hat mich einfach so überzeugt das ich das Buch bei Bastei Lübbe/ One anfragen musste.

Als ich dann das Glück hatte, dieses Buch als Rezensionsexemplar zugeschickt zu bekommen, habe ich mich wahnsinnig gefreut, danke an dieser Stelle dafür.

Geschichte

Die Idee hat mir wirklich total gut gefallen. Ein dir Unbekannter Mensch schickt dir eine Nachricht mit Tipps und Tricks wie du die neue Schule überstehst. Mit wem man sich anfreunden kann und wem man besser aus dem Weg gehen sollte. Schnell wird es aber ernster zwischen den beiden und Jessie möchte unbedingt herausfinden wer sich hinter SN verbirgt. Er möchte aber lieber nur weiter mit ihr schreiben.

Eine Geschichte die mich wirklich überzeugen konnte. Auch wenn es eher ein Jugendbuch ist, da Jessie die Hauptprotagonisten erst 16 Jahre alt ist und auch eher die pubertären Probleme hat, habe ich es wirklich genossen dieses Buch zu lesen. Daher ist es meiner Meinung nach auch für ältere Leser geeignet.

Protagonisten

Jessie ist so ein starker Charakter, ich fand sie von Anfang an so sympathisch. Einfach total authentisch. Sie hat schon so viel im Leben durchmachen müssen, aber sie zeigt das man nicht aufgibt, sondern immer weitermacht, denn irgendwann wird es besser. Jessie ist jemand den ich selber gerne als Freundin hätte.

Schreibstil

Der Schreibstil hat mich wirklich begeistert. Die Autorin schreibt so leicht und emotional gleichzeitig aber auch humorvoll und spannend. So fiel einem das weglegen des Buches wirklich schwer. Das Buch wird aus der Sicht von Jessie geschrieben, ihre Gedanken und Gefühle werden so anschaulich und real dargestellt, dass man sich wirklich gut in sie hineinversetzen konnte.

Auch gefielen mir die Chat-Nachrichten zwischen den Unbekannten der sich SN nennt und Jessie oder auch mit ihren Freunden, das hat noch einmal Abwechslung in die Geschichte gebracht und war noch einmal ein schöner Einblick in das Leben der Protagonisten.

Ende

Ich kann nicht sagen das mich das Ende überrascht hat, da ich schon eine Vermutung hatte, wer sich hinter den Unbekannten Nachrichten an Jessie verbirgt. Aber ich habe wahnsinnig mit Jessie mit gefiebert und mit gehofft, dass er es wirklich ist. So ein schönes Ende, einfach perfekt.

Fazit

Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Von der ersten Seite an, hat es mich so in seinen Bann ziehen können. So spannend, immer passierte etwas und neue Protagonisten tauchten auf die SN sein könnten und man fiebert total mit, wer es denn am Ende wirklich ist. Gleichzeitig war die Geschichte aber total berührend, emotional und humorvoll. Von allem etwas.

Ein Buch mit so vielen Wendungen und überraschenden Momenten. Wirklich ein tolles Jugendbuch, das ich nur weiterempfehlen kann.

Bewertung 5/5 Sterne

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Seitenseglerin Seitenseglerin

Veröffentlicht am 05.10.2018

Unterhaltsamer Jugendroman mit Schwächen

* Spoilerfreie Rezension *


Inhalt

Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Jessies Vater neu verliebt. Nach der überraschenden Hochzeit mit seiner neuen Frau namens Rachel zieht die Familie nach Los Angeles ... …mehr

* Spoilerfreie Rezension *


Inhalt

Nach dem Tod ihrer Mutter hat sich Jessies Vater neu verliebt. Nach der überraschenden Hochzeit mit seiner neuen Frau namens Rachel zieht die Familie nach Los Angeles um – sehr zum Missfallen von Jessie. Sie verliert auf einen Schlag alles, was sie kennt – ihre Freunde, ihr Haus, ihre gewohnte Umgebung – und wird nicht einmal gefragt, was sie davon hält. In der schönen Villa der neuen Frau steht Jessie mit Rachel und Theo, ihrem Stiefbruder, auf Kriegsfuß. Ihr erster Schultag an der Schule der Reichen und Schönen ist eine Katastrophe. Doch dann erscheint unerwartet ein Lichtblick am Horizont: Ein anonymer Fremder schreibt ihr eine E-Mail und bietet an, ihr zu helfen, die größten Hindernisse im Schulalltag zu umschiffen. Aus Mangel an Alternativen beschließt Jessie, dem Verfasser zu vertrauen…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Verlag: ONE
Seitenzahl: 400
Erzählweise: Ich-Erzähler, Präsens
Perspektive: aus weiblicher Perspektive
Kapitellänge: mittel bis kurz
Tiere im Buch: + Es werden keine Tiere verletzt oder getötet.

Warum dieses Buch?

Der Klappentext hat mich vage an das Buch „Nur drei Worte“ / „Simon vs the Homosapiens Agenda“ erinnert, das ich sehr gerne mochte. Zusätzlich haben mich die begeisterten LeserInnenstimmen neugierig gemacht.

Meine Meinung

Einstieg (+)

Den Einstieg fand ich absolut gelungen. Die Geschichte beginnt mit der ersten rätselhaften Mail, die Jessie nach ihrer ersten Schulwoche erhält. Diese interessante Ausgangsituation und die humorvolle Art, in der das Schreiben verfasst ist, haben mich einige Male zum Schmunzeln gebracht und natürlich auch Neugierde in mir geweckt.

„Siebenhundertdreiunddreißig Tage nachdem meine Mom gestorben ist, fünfundvierzig Tage nachdem mein Dad heimlich eine fremde Frau aus dem Internet geheiratet hat, dreißig Tage nachdem wir daraufhin Hals über Kopf nach Kalifornien gezogen sind und nur sieben Tage nachdem ich zum ersten Mal meine neue Schule besucht habe, auf der ich so gut wie niemanden kenne, erhalte ich eine E-Mail.“ E-Book, Position 50

Schreibstil (+)

An Julie Buxbaums Schreibstil gibt es nichts auszusetzen. Sie schreibt flüssig, locker, angenehm und leicht verständlich, dennoch ist die Sprache nicht ZU einfach, unterfordernd oder oberflächlich. Die Gefühle und Gedanken der Hauptfigur werden zudem anschaulich, intensiv und verständlich geschildert. Das jugendliche Zielpublikum wird also keine Probleme haben, sofort in die Geschichte einzutauchen.

Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (+/-)

Der Fließtext über Julies Leben wird immer wieder unterbrochen von den mysteriösen Mails und – später dann – auch von verschiedenen Chatverläufen. Diese haben die Geschichte aufgelockert und waren sehr gut mit dem Text verwoben. Tatsächlich hat mich die Story an einigen Punkten (zu) stark an „Nur drei Worte“ / „Simon vs the Homosapiens Agenda“ erinnert. Zwar hatte ich nicht wirklich das Gefühl, eine Kopie vor mir zu haben, jedoch hätte ich mir schon gewünscht, dass die Autorin hier stärker ihren eigenen Weg gegangen wäre. Das Ende fand ich ebenfalls nett – nichts was mir lange in Erinnerung bleiben wird, aber ich war damit zufrieden.

Das Buch behandelt typische Jugendthemen wie Selbstfindung, Emanzipation von der Familie und Schule, wagt sich jedoch auch an erstere Themen wie Verlust, Trauer, Einsamkeit und Mobbing heran. Einige dieser Themen wurden durchaus tiefgehend behandelt, an manchen Punkten hätte die Autorin aber noch mehr in die Tiefe gehen müssen. Zudem war mir für die gewählten Themen der Ton manchmal etwas zu locker und fröhlich, hier hätte man keine Scheu vor traurigeren, emotionaleren Momenten haben dürfen. Dann hätte mich die Geschichte bestimmt noch stärker berührt.

„Eine der schlimmsten Erfahrungen, wenn jemand stirbt, ist, an all die Momente zurückzudenken, in denen man nicht die richtigen Fragen gestellt hat, all die Momente, in denen man fälschlicherweise geglaubt hat, noch unendlich viel Zeit zu haben.“ E-Book, Position 368

Protagonistin & Figuren (+)

Jessie mochte ich als Protagonistin gern. Die Autorin hat sie liebevoll gezeichnet und verleiht ihr sowohl eine sympathische Persönlichkeit und Stärken als auch authentische Schwächen, Zweifel und Probleme. Als Gesamtpaket ist Jessie eine auf angenehme Weise nicht perfekte, dreidimensionale Heldin, mit der sich auch das Zielpublikum gut identifizieren können wird. So besonders und einmalig, dass sie mir für immer in Erinnerung bleiben wird (wie zum Beispiel June aus „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt), fand ich sie allerdings leider nicht. Aber das ist wohl einfach Geschmackssache.

Auch viele der Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet und konnten mich überzeugen. Einige bleiben aber leider auch sehr blass und austauschbar und verkörpern das eine oder andere Klischee (z. B. Gem als das gemeine, schöne, beliebte Mädchen der Schule). Hier hätte ich mir doch etwas mehr Individualität, Innovation und Tiefe gewünscht.

Humor (+)

Der Humor hat zwar nicht durchgehend meinen Geschmack getroffen (manchmal war er mir ein wenig übertrieben), aber teilweise musste ich echt schmunzeln und manchmal sogar lachen. Dafür gibt es ein Lob, da das nur wenige Bücher bei mir schaffen.

"- weiß du, man sagt, je zufriedener du in der schulzeit bist, desto weniger erfolgreicher wirst du später im leben sein. […]
- Ach ja? Dann sieht es für mich ja super aus, und ich werde Vorstandsvorsitzende der ganzen verdammten Welt.“ E-Book, Position 715

Liebesgeschichte (+/-)

Ich mochte die Liebesgeschichte und konnte auch verstehen, warum sich die Beteiligten zueinander hingezogen fühlen und warum sie einander mögen (in manchen Büchern scheitert es ja bereits daran). Manche Entwicklungen gingen mir allerdings eine Spur zu schnell und auch die Chemie zwischen den Liebenden war nicht so stark, dass ich beim Lesen dieses berühmte Kribbeln gefühlt hätte. Vor allem bei Erzählungen aus der Ich-Perspektive muss ich mich selbst ein bisschen in den/die Angebetete/n verlieben, sonst ist die Beschreibung der Liebesgeschichte meiner Meinung nach nicht hundertprozentig gelungen. Sehr gut gemacht hat das beispielsweise John Green in „The Fault in our Stars“ / „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.

Spannung & Atmosphäre (+/-)

Ich war zwar durchgehend neugierig, wie die Geschichte ausgehen würde und wer sich hinter dem Unbekannten verbirgt, und fühlte mich auch meist gut unterhalten, jedoch gab es immer wieder langatmige Stellen, denen mehr Spannung wirklich gutgetan hätte. Ein bisschen weniger Vorhersehbarkeit (ich lag mit meinen Vermutungen fast immer richtig) und mehr unerwartete Wendungen hätten das Buch sicher noch besser gemacht.

Die Stimmung im Buch hat mich tatsächlich auch stark an „Nur drei Worte“ erinnert, denn auch hier fühlt sich die Lektüre trotz ernster Themen hoffnungsvoll, beschwingt, locker und irgendwie positiv an, auch wenn die Hauptperson eigentlich noch stark um ihre Mutter trauert. Zusätzlich gibt es auch immer wieder humorvolle, emotionale, traurige und sogar wütend machende Szenen, die dafür gesorgt haben, dass ich mit Jessie mitfühlen konnte und stellenweise stark emotional involviert war (auch wenn hier sicher noch Luft nach oben war).

Geschlechterrollen & Vielfältigkeit (-!)

Es gibt nur wenige positive Aspekte, die mir aufgefallen sind. Gefallen hat mir zum Beispiel, dass Jessie eine starke, intelligente Hauptfigur ist, die auch einmal den ersten Schritt macht, und dass das Liebesleben von Jessie und ihren Freundinnen, ihre Wünsche und Zweifel offen angesprochen wurden. Das finde ich gut, da heutzutage Mädchen in Jugendbüchern immer noch viel zu oft als absolut unschuldig und passiv dargestellt werden.

Leider gibt es auch einige Aspekte, die mir absolut nicht gefallen haben. Zum Beispiel die altmodischen Rollenbilder (Mutter kocht immer, Vater hat keine Ahnung von Haushaltsdingen) und die Behauptung, dass eine „echte“ Mutter nicht darauf bedacht sei, attraktiv auszusehen (aha, und warum nicht?). Hier gab es einfach zu viele Rollenklischees, die unreflektiert wiedergegeben wurden. Auch was ein positives Körperbild betrifft, das gerade für junge Mädchen (bei all den falschen Erwartungen, die durch die Medien geweckt werden!) sehr wichtig ist, bin ich hier sehr enttäuscht. Eine Mutter empfiehlt beispielsweise ihrer (keineswegs übergewichtigen Tochter), dass sie besser aussehen würde, wenn sie fünf Kilo abnehmen würde und wird dafür noch von der Hauptfigur gelobt. Auch die Formulierung, dass sich Jessie an einer Stelle vorkommt wie eine „peinliche Feministin“ finde ich absolut furchtbar! Es ist niemals peinlich, Feminist oder Feministin zu sein, vielmehr ist es peinlich, als vernünftig denkender Mensch NICHT für Gleichberechtigung zu kämpfen! Solche Worte in einem Jugendbuch sind absolut inakzeptabel.

Am meisten hat mich jedoch die Verwendung von frauenfeindlichen / sexistischen Ausdrücken wie „Schlam++“, „Zicke“, „Tussi“ und sogar „Hu++“ gestört. Einmal wird sogar angedeutet, dass es in manchen Fällen gerechtfertigt sei, so genannt zu werden. Ich bin es langsam wirklich leid, solche Ausdrücke in Jugendbüchern zu lesen, die dann unreflektiert von den Jugendlichen ebenfalls verwendet werden. Medien, auch Bücher, beeinflussen unterbewusst unsere Vorstellungen von Geschlechterrollen und verfestigen damit Rollenstereotypen, die einengen und gleichzeitig einen Risikofaktor für Gewalt an Frauen darstellen. AutorInnen müssen endlich sensibler mit dem Thema umgehen lernen und – wenn sie es selbst nicht schaffen – wäre es sehr wichtig, dass Verlage aufhören, Textstellen mit solchen Wörtern durchzuwinken.

Zum Thema mangelnde Vielfältigkeit (alle sind weiß, schlank, schön etc.) wurde von einer anderen Rezensentin ja schon genug geschrieben, also verweise ich hier nur auf ihre Rezension, die beim Stöbern leicht zu finden sein sollte.

Beispiele:

„Ich bin unschlüssig, ob ich eher wie ein Proll oder eine Schla+++ klinge […]“ E-Book, Position 138

„Monatelang hatte mein Dad Fragen gestellt, aus denen hervorging, dass er keine Ahnung hatte, wie unser Alltag funktionierte. Wo befindet sich bei uns das Kehrblech? Wie heißt der Direktor deiner Schule?“ E-Book, Position 530

„‘Meine Schwester ist auf der University of California und hu++ da total rum‘, sagte Agnes.“ E-Book, Position 1594

„Ich: Ich freue mich für dich, du liederliche Schla+++!“ E-Book, Position 3890

„‘Hu++‘, niest sie noch einmal […]“ E-Book, Position 2484

Mein Fazit

„Tell Me Three Things“ ist ein Jugendroman mit Schwächen, der mich insgesamt gut unterhalten konnte, der mich aber auch teilweise (zu) stark an „Nur drei Worte“ / „Simon vs the Homosapiens Agenda“ erinnert hat. Der Schreibstil ist flüssig, locker und angenehm lesbar und somit perfekt geeignet für die Zielgruppe, und auch die sympathische Hauptfigur konnte mich überzeugen. Von den Nebenfiguren sind manche sehr gelungen, einige von ihnen bleiben leider blass oder verkörpern Klischees. Themen wie Selbstfindung, Unabhängigkeit, Verlust und Mobbing werden angemessen behandelt, teilweise hätte man hier aber noch mehr in die Tiefe gehen und traurigere Momente zulassen können. Der Humor und die Liebesgeschichte haben mir insgesamt gefallen, mehr Spannung hätte dem Buch aber gutgetan, da ich manche Abschnitte langatmig fand. Was die Geschlechterrollen, die Thematisierung von Feminismus und die Verwendung von frauenfeindlichen Ausdrücken angeht, gibt es leider einiges zu kritisieren und ich würde mir hier wünschen, dass die Autorin im nächsten Buch DEUTLICH sensibler mit diesem Aspekt umgeht. Aus diesem Grunde würde ich das Buch Jugendlichen eher nicht empfehlen, sondern stattdessen auf das meiner Meinung nach gelungenere „Nur drei Worte“ von Becky Albertalli verweisen. Kurz: Julie Buxbaums Jugendbuch konnte mich insgesamt gut unterhalten, aber leider nicht ganz überzeugen.

Bewertung

Idee, Themen, Botschaft: 3,5 Sterne
Worldbuilding: 4 Sterne
Ausführung: 3 Sterne
Einstieg: 5 Sterne ♥
Schreibstil: 4 Sterne
Protagonistin: 3,5 Sterne
(Neben)Figuren: 3 Sterne
Humor: 4 Sterne
Liebesgeschichte: 3-4 Sterne
Atmosphäre: 3 Sterne
Spannung: 2,5 Sterne
Ende: 3 Sterne
Emotionale Involviertheit: 3 Sterne
Geschlechterrollen: -!

Insgesamt:

❀❀❀ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir 3 nicht ganz zufriedene Lilien!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.


Autorin

Julie Buxbaum

Julie Buxbaum - Autor
© Indy Flore

Julie Buxbaum, geb. 1977 in Rockland County, New York, studierte u.a. an der Harvard Law School und arbeitete zwei Jahre als Anwältin in einer großen New Yorker Kanzlei, bevor es sie in die Sonne nach Los Angeles zog. Dort hing sie die Juristerei an den Nagel und fing an zu schreiben. Ihr Debütroman wurde in 25 Sprachen übersetzt. Absender: Glück ist ihr erstes Jugendbuch, zu dem sie eine anonyme E-Mail einst inspirierte. Sie lebt …

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